29.03.2022 Rechts blinken und links abbiegen: Frankfurt will wöchentliche Biomülltonnenleerung einführen und schafft sie in Harheim ab.

Biomülltonne wöchentlich leeren ist gut, wird aber abgeschafft.

Dafür hat der Magistrat ganz sicher sowas wie die „faule Zitrone“ verdient: Frankfurt soll zur ZeroWasteCity und zur Modellstadt des Recyclings und Mülltrennens werden. Die Biomülltonne soll dafür zukünftig wöchentlich geleert werden. Gleichzeitig wird die wöchentliche Biomülltonnenleerung in Harheim abgeschafft und wieder 14-tägig geleert. Welchen Sinn das macht? Keinen. Denn Bioabfall ist nach Angaben der Umweltdezernentin die größte Wertstofffraktion in der Restmülltonne. Das heißt: in der Restmülltonne wird mehr Biomüll entsorgt als in der regulären Biomülltonne selbst. Aus dem Bioabfall werden jährlich etwa 16.000 Tonnen Kompost und rund sechs Millionen Kubikmeter Biogas gewonnen, das nach Aufbereitung zu Biomethan ins Erdgasnetz eingespeist werden kann. Allerdings klappt das nur mit dem Bioabfall, der auch in den Biotonnen eingesammelt wird. Der Biomüll in der Restmülltonne wird verbrannt und das führt zu nachteiligen Effekten, denn „…der hohe Anteil an Biomüll ist problematisch, weil dieser zu einem großen Teil aus Wasser besteht. In der Müllverbrennung muss daher viel Energie darauf verwandt werden, dieses Wasser zu verdampfen, damit der Müll überhaupt brennt.“

Wie könnte man den hohen Anteil an Biomüll in der Restmülltonne verringern? Ganz klar: Biomülltonne öfter leeren. Und warum tut der Magistrat das dann nicht, was er den Bürgerinnen und Bürgern in Frankfurt in schönen farbigen Broschüren erklärt?

In Frankfurt landet mehr Biomüll im Restmüll als in der Biotonne. Warum?

Also spricht vieles dafür, die getrennte Sammlung zu optimieren, um das Recycling zu optimieren und gleichzeitig die teure Restmüllentsorgung zu verringern. In den Jahren 2019 bis 2021 wurden in den Stadtteilen Harheim, Frankfurter Berg, Eckenheim, Ginnheim, Dornbusch, Westend-Nord, Schwanheim, Sindlingen, Zeilsheim und ein bisschen Ginnheim bereits die wöchentliche Biotonnenleerung als Modellversuch durchgeführt. Nach Angaben der FES mit durchaus positiven Ergebnissen. In diesem Jahr sollte aufgrund dieser Ergebnisse über eine stadtweite Einführung der wöchentlichen Biotonnenleerung entschieden werden.

Stattdessen aber hat der Magistrat sich jedoch entschlossen, den Modellversuch der wöchentlichen Biomüllleerung mit anderen, innenstadtnäheren Stadtteilen fortzuführen. War vielleicht das Ergebnis zu gut? Hat der Magistrat vielleicht die selbst verfasste M30 gar nicht gelesen? Weshalb bleibt der Magistrat auf halbem Weg zur ZeroWasteCity einfach stehen, statt mutig die aufgezeigten Handlungswege voranzubringen?

Die Grünen in Harheim fordern deshalb in einem Antrag, dass der Magistrat das umsetzen soll, was er im eigenen Bericht also den vernünftigsten Weg beschrieben hat. Reden ist Silber, Handeln ist Gold! In Sachen Klimawandel gibt es keine Zeit zu verlieren.

Fakten
Vortrag des Magistrats vom 18.02.2022, M30

Anlage zur M30: Auf dem Weg zur Zero Waste City

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