23.05.2022 Bahnausbau planen für Anfänger: Wo stellt man sinnvoll Fahrscheinautomaten auf?

Immer wieder nützlich: Frankfurter Fahrscheinautomat.

Dumme Frage im Prinzip. Fahrscheinautomaten stellt man dort auf, wie sie benötigt werden, also da, wo Menschen zum Reisen in Bahn oder Bus einsteigen wollen und dazu ein Ticket benötigen. Nun sind Reisende häufig in Zeitnot und unter Stress, denn sie müssen vielleicht den Anschlusszug kriegen. Also könnte die Deutsche Bahn ihren Kunden das Leben und das Reisen vereinfachen, indem sie sich Gedanken macht, wie die Kundinnen und Kunden möglichst schnell und einfach zu ihrem Ticket kommen. Zufriedene Kundinnen und Kunden, das bedeutet sicher auch wirtschaftlichen Erfolg. Offenbar klappt das bei dem großen Konzern Deutsche Bahn leider nicht immer. Jüngstes Beispiel: der Bahnausbau am Berkersheimer Bahnhof. Die Planungsexperten der DB Netz AG haben nicht nur dafür gesorgt, dass der Umsteigeweg vom Bus 25 in die S6 von 12 Meter auf 320 Meter verlängert wird. Sie haben den – aus Harheimer Sicht – nächstliegenden Fahrscheinautomat so intelligent ins Abseits platziert, dass die Reisenden erst gar nicht auf dem Weg zum Bahnsteig noch schnell einen Fahrausweis ziehen können, sondern sie müssen einen 120 Meter entfernten einsam wartenden Fahrscheinautomaten am Ende des Sackgassenbahnsteigs ansteuern, das Ticket ziehen, und dann aber Fersengeld geben, wenn sie die S6 noch erreichen wollen. Denn die wartet im Gegensatz zu den meist sehr kundenfreundlichen TraffiQ Busfahrern nicht, bis der frisch mit gültigem Fahrschein ausgestattete Reisende wieder vom Fahrscheinautomaten zurück bis zur S6 gespurtet ist.

Der Weg zum Fahrschein


Offenbar gibt es im großen Konzern Deutsche Bahn keine Planer, denen es schon mal passiert ist, dass der Fahrer des Zubringerbus bittet, den Fahrschein am Automaten zu ziehen, weil sein eigener Fahrscheinausdruckautomat gerade eine Panne hat. Auch scheint es keine Planer oder Planerinnen bei der Deutschen Bahn zu geben, die einmal von realen Menschen gehört haben, die mit dem Rad zum S-Bahnhof fahren, weil die Haltestelle des nächsten Zubringerbusses viel zu weit entfernt ist. Auch diese Menschen müssen – sollten sie irgendwo ein sicheres Plätzchen zum Anketten ihres Fahrrads gefunden haben– erst mal das 120 Meter Bahnsteigrennen absolvieren, falls sie kein Zeitticket haben sollten.

Auch für diese Menschen wird das 9-Euro-Ticket ein Segen sein, schon allein, weil damit die offensichtliche DB-Planungsmisere gemildert werden kann. Vielleicht sollte den betroffenen Bahnkunden und -kundinnen im Frankfurter Norden freundlicherweise das 9-Euro-Ticket von der DB kostenlos als Dank für ihre Geduld überreicht und gleichzeitig in den drei Monaten die entsprechenden Planer zur Nachschulung geschickt werden. Mit dem Angebot geeigneter Kurse wären die Grünen in Frankfurt Harheim durchaus behilflich.


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