14.07.2022 Hunde und Harheim. Dürfen Hunde auf Spielplätze, wenn da kein Verbotsschild steht?

Spielplatz in den Biegen

Auf den Shetland Inseln soll es mal eine Bank gegeben haben, an deren Eingang ein Schild hing: „Banküberfall verboten“. Offenbar hatte es sogar genutzt. Niemand hatte je diese Bank überfallen. Aber wozu so ein Schild? Ist erst etwas verboten, wenn ein Verbotsschild darauf hinweist? In Harheim gibt es fünf Spielplätze. Auf dreien davon steht ein Hundeverbotsschild. Auf den zwei anderen nicht. Heißt das nun, dass dort Hunde erlaubt, weil sie nicht ausdrücklich verboten sind? „Unsinn“ kommentiert das Grünflächenamt. Erstens ist für normal tickende Menschen völlig logisch, dass Hunde auf einem Spielplatz absolut nichts zu suchen haben und zweitens ist es in Frankfurt durch die Grünflächensatzung §4 Abs. 5 untersagt: „Es ist nicht gestattet, Hunde auf als Liegewiesen, Spielplätze oder als Hundeverbotszonen gekennzeichnete Flächen mitzuführen“. Glasklar verboten also, und auch unabhängig, ob das Tier angeleint ist, oder nicht. Ordnungswidrigkeiten können mit einer Geldbuße in Höhe von 5,00€ bis 1.000,00€ geahndet werden.

Spielplatz Riedhalsstraße

Wozu also braucht es noch ein Verbotsschild? Eine kleine Fraktion im Harheimer Ortsbeirat sieht das aber anders. Die BFF will, dass auf allen Harheimer Spielplätzen ein Verbotsschild für Klarheit sorgt. „Vielleicht nützt es ja doch etwas“.

Vielleicht. Da ist viel Hoffnung drin, die der Vertreter der Bürger für Frankfurt in die Macht der Schilder setzt. In Harheim gibt es mit den drei Spielplätzen mit und den zwei Spielplätzen ohne Hundeverbotsschilder ideale Bedingungen, einen praxisnahen Feldversuch zu starten, um belastbare Informationen zu gewinnen. Ist denn auf den Spielplätzen ohne Verbotsschild tatsächlich mehr Hundekot im Sand zu finden? Die in der Vergangenheit häufig als Verbotspartei gescholtenen Grünen schlagen diese Datenerhebung vor, bevor neue Verbotsschilder aufgestellt werden.

Spielplatz in den Aspen

Aber dieser Vorschlag wird vom Tisch gewischt. Der BFF Vorschlag erreicht eine Mehrheit und also wird also gefordert: Mehr Verbotsschilder auf den Spielplätzen. Hoffentlich können´s die Hunde lesen. Oder die Herrchen und Frauchen.

Jetzt aber auch noch: Anleinpflicht vor der Grundschule?
Aber da die ideenreiche BFF-Fraktion schon mal beim Thema „Verbotsschilder“ ist, fordert sie zum Schutz der Kinder in Grundschule und Kinderzentrum eine Anleinpflicht für Hunde anzuordnen und – logisch – entsprechende Hinweisschilder aufstellen zu lassen. Auch da sind ausgerechnet die Grünen dagegen. In Frankfurt haben Frauchen und Herrchen dafür zu sorgen, dass der Hund in Sichtweite auf Ruf oder Pfiff sofort reagiert. Büxt der Hund aus, fängt er an, kleine Hasen, Rehe oder Kinder zu jagen, hat Herrchen und Frauchen schnell gewaltigen Stress am Hals. Abgesehen davon gilt in Hessen die HundeVerordnung Hessen, und die sagt: „Hunde dürfen nicht unbeaufsichtigt laufen gelassen werden. Wer Hunde frei laufen lässt, macht sich … strafbar“. Auch in diesem Fall wird der nicht angeleinte Hund möglicherweise ratlos vor dem Schild knurren, es aber nicht lesen können. Immerhin bleibt Harheim vor weiteren „Hunde anleinen“ Hinweisschildern verschont. Auch den anderen Ortsbeiräten gefallen weitere Verbotsschilder nicht.


Fakten:
Für alle Hunde, die nicht wissen, dass Spielplätze weder Welpenzimmer noch Hundeklo sind, hier die Grünanlagensatzung mit den Regeln.

Antrag OF89/14 „Anleinpflicht für Hunde vor der Grundschule Harheim“

Antrag OF90/14 „Aufstellen von Hundeverbotsschildern auf Spielplatz Am Auweg“




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