18.07.2022 Das Flow-Projekt: Was schwimmt da eigentlich im Eschbach? Wir schauen mal nach.

Was schwimmt denn da im Eschbach

Samstagvormittag, Einkaufszeit. Während viele Harheimer*innen die schattigen Konsumstätten aufsuchen um noch fehlendes Grillgut nachzukaufen stehen am Jägersteg acht neugierige und interessierte Menschen mit Reagenzgläsern und seltsamen farbigen Kästchen bewaffnet am Ufer des harmlos plätschernden Eschbachs und lauschen aufmerksam den Erklärungen Ralf Jägers, erkennbar am knallgrünen T-Shirt mit einem deutlich sichtbaren BUND auf der Brust und auch Träger des Forschungskoffers des FLOW-Projektes zur Untersuchung kleiner Fließgewässer – wie eben der Eschbach.

Wasser ist durchsichtig und farblos? Nicht immer. Das Eschbachwasser wird zuerst mal auf Farbe und Geruch getestet und besteht den ersten Test ohne Beanstandung. Das Wasser ist klar und sauber, geruchlos und frisch. Dann wird die Wassertemperatur gemessen, und die zeigt beim Eschbach 22,5°C an, was schon als „kritisch belastet“ gilt. Unbefriedigend also die Note. Die Experimente werden jetzt komplizierter, Substanzen werden tropfenweise mit anderen gemischt und gespannt beobachten viele Augenpaare, wie sich die Farbe ändert. Für manche Teilnehmer*innen mit beruflicher Laborerfahrung ist dies reine Routine, für mitexperimentierende Schüler*innen eine hochspannende Sache. Alle Werte werden akribisch geprüft und dann ins Feldprotokoll eingetragen.  

Was schwimmt denn da im Eschbach

Die Sauerstoffsättigung liegt bei 88 und gilt damit als wenig belastet. Gut schneidet der Eschbach auch bei der Ionen-Leitfähigkeit ab. Genauso der pH-Wert, der liegt bei 8 und deutet auf „nicht belastet“. Ammonium – als Hinweis auf frisch eingetragene Belastung etwa mit Gülle oder Dünger – kann gar nicht nachgewiesen werden. Nitrit, ebenfalls ein Indikator für Gülle oder Abwasser, ist kaum messbar, die Nitrat-Belastung liegt bei 10 und damit im Bereich von „wenig belastet“. Lediglich Ortho-Phosphat reißt alle roten Linien und liegt fett im Bereich von „übermäßig belastet“. Ortho-Phosphat ist ein Hinweis auf Belastung mit Abwasser und/oder anorganischen Düngemitteln. Abschließend wird noch die Wasserhärte getestet und mit 17°dH (Grad deutscher Härte) klar in „ziemlich hart“ eingruppiert.

Was schwimmt denn da im Eschbach

Damit schließt die kleine Harheimer Forscher*innengruppe die Untersuchungen für diesen Tag ab. Im nächsten Frühjahr soll erneut gemessen werden, um zu sehen, ob sich die Werte verändern. Vielleicht wollen die Harheimer FLOW-Forscher auch noch Tiere aus Wasserproben zu filtern und Aussagen über Art und Menge gewinnen.

Vielen Dank an Ralf Jäger, den Vorsitzenden des BUND OV Frankfurt Nord, der diese Aktion mit dem Forschungskoffer und seiner fachlichen Unterstützung möglich gemacht hat.


Fakten
FLOW ist ein wissenschaftliches Projekt des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung, des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung und des BUND. FLOW wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.    

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