Harheim, chinesische Erdbeeren und die Sache mit der zweiten Leber

Da hat der Geschäftsführer der Frankfurter AGB Holding, Frank Junker, doch tatsächlich einmal an Harheim gedacht. Als Redner beim Neujahrsempfang des Oberbürgermeisters im Römer teilte er die landwirtschaftlichen Flächen schon mal auf. Ob es sich denn eine Stadt wie Frankfurt leisten könne, auf den begrenzten Flächen Landwirtschaft zu dulden, während Tausende von Menschen, die nach Frankfurt kommen, hier keine Wohnung finden.

Besonders tief nachgedacht scheint Frank Junker nun nicht zu haben. Es wäre ihm vielleicht sonst aufgefallen, dass es sich nicht nur um landwirtschaftliche Flächen handelt, sondern um Natur und um Grünflächen, die für die dicht besiedelte Stadt Frankfurt vielleicht auch so eine gewisse Bedeutung haben.

Das ist ungefähr so, wie wenn ein Säufer dem Chirurgen erklärt, der solle ihm doch die Lunge entnehmen und dafür eine zweite Leber einpflanzen, damit er weitersaufen könne.

Frank Junker hat eben seine AGB-Holding im Blick gehabt. Die könnte ein Riesengeschäft machen, wenn sie hier alles zubetoniert, wo jetzt doch nur ein paar lausige Erdbeeren und Kohlköpfe wachsen. Die lassen sich doch schliesslich für wenig Geld genausogut aus China oder Chile einfliegen.

Also Leute, bitte: vor dem Reden erst das Gehirn einschalten.

Prost,
und mit nachdenklichen Grüßen

Helmut Seuffert

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