Helmpflicht für Autofahrer !

Helmpflicht für Autofahrer!

Harheimer sind gut dran. Der im Juli eingeweihte Radweg hat Radfahrern, Fußgängern und Autofahrern ein deutliches Plus an Sicherheit geschenkt. Kein Radfahrer läuft mehr Gefahr, in der Dämmerung von einem Auto “erlegt” zu werden – vorausgesetzt, er nutzt den Fahrradweg.

Unser besorgter Bundesverkehrsminister Ramsauer will indes noch weitergehen. Im Oktober drohte er Radfahrern mit einer generellen Helmpflicht, falls sie nicht freiwillig einen Kopfschutz tragen.

Nach Ramsauers Angaben tragen derzeit nur rund neun Prozent der Fahrradfahrer einen Helm. Nach den Erhebungen des Ministeriums starben im vergangenen Jahr 450 Radfahrer. “Ein signifikanter Anstieg” so Ramsauer, und weiter: “Die Hälfte der Verunglückten starb an einer Kopfverletzung.”

Die Verkehrsteilnehmer – besonders die Radfahrer – sind beeindruckt. So viel Fürsorge von einem Minister, der vermutlich meistens mit dem Dienstmercedes unterwegs ist.

Prüft man die Zahlen aber mal nach, tun sich gewaltige Fragen auf. Hat Ramsauer vielleicht bewusst Nebel geworfen?

Nach dem Statistischen Bundesamt sind 2010 nicht 450 Radfahrer im Straßenverkehr gestorben, sondern nur 381. Es gab dabei überhaupt keinen signifikanten Anstieg, sondern es sind 17% weniger tödlich verunglückte Radfahrer zu beklagen als noch 2009.

Weshalb hat Ramsauer also falsche Zahlen falsch ausgelegt? Und dann gibt es noch ein Problem: Die Todesursache bei Verkehrstoten wird für die Statistik nicht gesondert festgestellt. Damit kann Ramsauer auch gar nicht wissen, wieviele der Radfahrer an einer Kopfverletzung gestorben sind. Er kann es vielleicht vermuten, oder mal annehmen. Mehr aber auch nicht.

Mit seiner Verschleierung hat Ramsauer aber geschickt den Opfern die Verantwortung an Ihrem eigenen Tod zugeschoben. Sie hätten ja einen Helm tragen können.

Natürlich, hätten sie. Wenn Sie gewusst hätten, dass sie auf dem Weg zur Schule oder Arbeit von einem zu schnell rasenden Autofahrer umgebügelt werden, hätten sie es vielleicht oder wären gleich zu Hause geblieben. Wenn Ramsauers Mission aber war, die Zahl der Verkehrstoten zu senken, hätte er nicht mit den 381 toten Radfahrern beginnen sollen, sondern mit den 1840 Insassen von PKWs. Das wäre doch viel sinnvoller, Autofahrer zum Helm-Tragen zu verpflichten. Hier könnten noch viel mehr Menschenleben gerettet werden. Und was ist mit den 476 toten Fußgänger, die vermutlich ja kaum von Radfahrern überfahren worden sind, sondern von Autos. Wieviele davon könnte man retten, mit einer allgemeinen Pflicht für Fußgänger, einen Helm zu tragen?

Dabei gäbe es noch eine viel einfachere Methode, die Zahl der Verkehrsunfälle zu senken. Wenn im deutschen Straßenverkehr die Bußgelder und Verwarnungen drastisch verteuert würden, so dass es nicht mehr als Kavaliersdelikt angesehen wird, wenn mal einer aus Unachtsamkeit viel zu schnell fährt oder andere Verkehrsregeln mißachtet.

Und einen Vorschlag hätte ich noch: Bundesministern, die vorsätzlich statische Zahlen verbiegen sollte man erst mal den Führerschein entziehen und sie zum Idiotentest schicken

mit nachdenklichen Grüßen
Helmut Seuffert

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