04.05.2022 Korffstraße gesperrt: Wasserleitungsschaden

Korffstraße gesperrt wegen Wasserschaden

Kleines Verkehrschaos mitten in Harheim. Wegen eines Wasserleitungsschadens ist die Korffstraße bei der Bushaltestelle „Rathaus Harheim“ überschwemmt und für den Verkehr gesperrt. Die Sperrung wird voraussichtlich bis zum späten Nachmittag andauern. Der Autoverkehr versucht über die Philipp-Schnell-Straße zu entkommen, der Bus 28 hat dabei allerdings mehr Mühe und muss möglicherweise noch über andere Wege umgeleitet werden. Die Wege zur Apotheke und zur Corona-Teststation sind jedoch weiterhin passierbar.

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29.04.2022 Neues von der Omegabrücke. Und vom Schienenersatzverkehr

Berkersheimer Bahnhof

Vielleicht lag ein grundsätzliches Missverständnis zugrunde. Nachdem sich zur Ortsbeiratssitzung spontan Vertreterinnen aus Verkehrsdezernat und aus ASE (Amt für Straßenbau und Erschließung) angesagt hatten, waren etliche interessierte Bürger*innen davon ausgegangen, sie könnten ihren Frust und Kritik zu den Verhältnissen rund ums Bus-, Bahn- und Radfahren am Berkersheimer Bahnhof loswerden, während andere neugierig darauf waren, Neues zu der seit sieben Jahren in der Planung feststeckenden Omegabrücke zu erfahren, die irgendwann den Gordischen Knoten auflösen könnte. Unabhängig von der Motivation: an diesem Abend kamen alle Teilnehmer der Bürgerfragestunde auf ihre Kosten. Die gute Nachricht zuerst: Die Sache mit der Omegabrücke nimmt nun endlich zielstrebig Fahrt auf. Das Stadtparlament Frankfurts muss nur noch die Vorlage M45 absegnen, so verkündet Nicole Vogel, die Vertreterin des ASE. Ein erleichtertes Aufatmen zieht spürbar durch den Bernger-von-Horheim-Saal im Bürgerhaus. Was lange währt wird endlich gut. Die Euphorie dämpft jetzt nur noch der voraussichtliche Baubeginn: der liegt circa im Jahr 2027 oder 2028, genau kann man das nicht sagen. Denn da muss erst noch ein Planfeststellungsbeschluss erzielt werden. Sowas kann dauern.

Die Omegabrücke



Aber die Vertreterin des ASE hat noch eine Bonus-Nachricht dabei. Neben der Omegabrücke soll der gerade aktuell aufgestellte provisorische Fußgängersteg nach dem Verlegen der Gleise gegen ein solides, endgültiges Modell ausgetauscht werden, das dann mit richtig breiten Rampen für alle Arten von Fahrrädern ausgerüstet ist. Diese Brücke unterliegt nicht dem Planfeststellungsverfahren und kann daher gebaut werden, sobald die DB mit den Gleisarbeiten fertig ist. Das könnte schon im Jahr 2025 der Fall sein.

Jetzt allerdings sind etliche Zuhörer*innen kurz vor der Schnappatmung. Sollte das etwa heißen, der aktuelle Zustand bleibt jetzt so bis zum Jahr 2025? Verschlammte Fußwege zur S-Bahn, Busse, die nicht mehr auf die Fahrgäste warten, wenn die S6 mal wieder aufgehalten worden ist, zu schmale Bahnsteige, über die auch noch der reguläre Radverkehr geleitet wird?

Die Vertreterin des ASE gibt zu, dass die Beschwerden durchaus gerechtfertigt sind, aber bittet gleichzeitig um Verständnis für die Ausnahmesituation der DB Netze AG, die mit Hochdruck an der Fertigstellung des dritten Berkersheimer Towers und der sauberen Asphaltierung der Wege arbeitet. Sie bittet um Geduld. Möglicherweise wäre schon in wenigen Tagen das Gröbste erledigt.

Rallye Paris-Dakar oder Weg zum Bahnsteig?

Bleibt eine Frage offen: Wie soll das im Sommer mit dem Schienenersatzverkehr werden, wenn die S6 zwei Monate gar nicht fährt und die U2 zeitglich ebenfalls nicht fahren kann. Da wächst sich dann die Reise zum Arbeitsplatz zu einem nicht mehr wirklich planbaren zeitaufwändigem Abenteuer aus. Hier meldet Wolfgang Siefert, Referent von Verkehrsdezernent Stefan Majer, ein bisschen Licht am Ende des Tunnels an. Im Augenblick würde noch geprüft, welche Möglichkeiten es gibt, den Schienenersatzverkehr zu verbessern. Gibt aber zu, dass es keine wirklich optimalen Lösungen gibt. „Aber wir müssen da jetzt durch“ empfiehlt er. Der Mann hat gut reden. Der muss ja nicht von Harheim aus zu seinem Arbeitsplatz fahren.


Fakten:
Magistratsbericht M45, Beseitigung und Ersatz des schienengleichen Bahnübergangs Berkersheimer Straße

Antrag OF 68/14 im Ortsbeirat Harheim: Einrichten eines Schienenersatzverkehrs wärend der Sperrung der S6 Strecke von Juli bis September 2022

Antrag OF 81/14 im Ortsbeirat Harheim: Schienenersatzverkehr S6


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20.04.2022 Keine frohe Osterüberraschung. Deutsche Bahn zieht rücksichtslos ihr Ding durch.

Offenbar zulässig: Über diesen Bahnsteig wird der Radverkehr umgeleitet!

Auch fünf Wochen nach der Schließung des Bahnübergangs bleibt die DB-Netz AG ihre Zusagen von einem problemfreien Queren der Gleise und entspanntem Bahnreisen schuldig. Umsteigen von Bus zur Bahn gleicht weiterhin einem Querfeldeinrennen und bei Regen sogar einer Schlamm-Challenge, an der Bushaltestelle warten die Reisenden im Regen weil das Wartehäuschen wohl Lieferschwierigkeiten hat, der Radverkehr zwischen Harheim und Berkersheim wird über viel zu schmale Bahnsteige umgeleitet, auf denen Menschen auf die nächste S-Bahn warten, die zugesagten Rampen zum Hochschieben der Fahrräder über die Treppen sind immer noch nicht montiert, so dass Radfahrer aufgeschmissen sind, wenn die Aufzüge mal wieder ausfallen, so wie es gelegentlich schon mal vorkommt. Die zugesagten Fahrradbügel zum diebstahlsicheren Abstellen der Bikes für die „Bike & Ride“-Variante umweltfreundlicher Mobilität bleiben weiterhin leere Versprechungen, an die sich die Bürgerinnen und Bürger am nördlichen Frankfurter Stadtrand immer noch nicht wirklich gewöhnen wollen.

Vorher zugesagt, aber nicht installiert: Rampen für Fahrräder, falls mal wieder der Aufzug ausfällt?

Aber immerhin müssen wir lobend erwähnen: die DB-Netz AG hat es geschafft, eine Zusage pünktlich einzuhalten: die Unterführung am Wiesengarten ist seit Anfang April wieder für Pferde und Reiter*innen sowie für Fahrräder und Radler*innen passierbar. Auch wenn völlig unklar ist, wie man dort gefahrlos hinkommen könnte. Vom Berkersheimer Bahnhof aus muss man ein paar Hundert Meter über Baustraße fahren. Einfacher für den Radverkehr ist es, von Harheim an der Niddabrücke rechts abzubiegen und ein Stück den Nidda-Radweg zu fahren. Dort wo das große Bauschild warnt, dass die Bahnunterführung gesperrt ist, biegt man links ab und kann über die gesperrte Bahnunterführung die Gleise unterqueren. Sogar bis auf ein paar wenige Meter mit ganz manierlichem Straßenbelag.





Und noch eine gute Nachricht gibt es: zur nächsten Ortsbeiratssitzung in Harheim kommen zum ersten Mal seit 2015 Vertreter des Verkehrsdezernates, um den Harheimerinnen und Harheimern alle Fragen zu beantworten, die sie im Zusammenhang mit dem Bahnausbau haben. Vielleicht stimmen diese Zusagen eher…


Termin:
Ortsbeiratssitzung OBR 14 (Harheim)
Vertreter des Verkehrsdezernates informieren über den DB-Ausbau
Montag, 25. April 2022, 20 Uhr
Bürgerhaus Harheim


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09.04.2022: Mitten in der Nacht: Auto aufgebrochen und Sonnenbrille geklaut. Wer macht denn sowas?

Glassplitter, Stein und Mini. Sieht nach gebrauchtem Montag aus. (Bild: privat)

Wenn der Montag früh so beginnt, ist die Woche schon gelaufen! Als Frau E in Harheims Altkönigblick morgens zu ihrem Auto eilt, sieht sie gleich, dass etwas anders ist, als es sollte. Da, wo normal die Beifahrerscheibe ist, klafft ein Loch. Der Beifahrersitz und der Boden sind übersät von Glassplittern. Mittendrin noch der Stein, mit dem mitten in der Nacht die Scheibe eingeschlagen wurde. Und was geklaut? Ja. Eine billige Sonnenbrille. Wer kommt nur auf so eine bescheuerte Idee, sich wegen einer Sonnenbrille ein Strafverfahren wegen Einbuch, Diebstahl und Sachbeschädigung an Land zu ziehen? Der beschädigte, betagte, alte Mini ist aber in dieser Nacht nicht das einzige Fahrzeug, an dem ein oder mehrere dumme Mitmenschen ihren Frust über die Welt oder über die eigene Unzulänglichkeit auslassen. Auch wenige Meter weiter beschädigen die Frustmarodeure mindestens ein weiteres Auto im normalerweise ruhigen und friedlichen Stadtteil. Auch dessen Besitzer erstattet später Anzeige auf dem 14. Polizeirevier und der zuständige Schutzmann Andreas Wagner bleibt abgeklärt und cool. Eine Klau-Rallye einer mafiösen Diebesbande? Das Werk untergedopter Junkies auf Turkey? Vielleicht eher die Resultate alkoholgetränkten, pubertären, jugendlichen Übermutes.

Der uniformierte Gesetzeshüter empfiehlt, Augen und Ohren nachts auf „wachsam“ zu stellen und bei ungewöhnlichen Geräuschen, die sich nach Autoaufbruch oder Scheibeneinschlagen anhören, lieber einmal zu viel als zu wenig sofort die Nummer 069-75511400 anzurufen, und die Experten in Sachen Recht und Ordnung zu verständigen, die dann umgehend mal nach dem Rechten sehen.

Und dann hilft nur noch: Ruhe bewahren und nicht aufregen. Die geklaute Sonnenbrille und der zerkratzte Lack übernimmt meistens die Versicherung, da bleibt nur die Wut und der Ärger darüber, wie sowas nur im friedlichen Harheim möglich ist. Also nichts, was eine ganze Woche versauen kann. Allenfalls einen gebrauchten Montag. Und …. seien Sie wachsam. Nicht nur für sich selbst, sondern auch für Ihre Nachbarn.

Fakten:
Das zuständige 14. Polizeirevier erreichen Sie Tag und Nacht unter 069-75511400.

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06.04.2022: DB Projekt Bahnausbau: Der schmutzige Weg zwischen Plan und Ziel.

Bahnübergang BÜ99 ist jetzt in Rente

Vor drei Wochen wurde der Bahnübergang am Berkersheimer Bahnhof für immer geschlossen und ruht in Frieden. Als Ersatz hatte die DB Netz AG einen barrierefreien provisorischen Rad- und Fußgängersteg mit Aufzügen versprochen und errichtet. Der Bahnübergang 99 würde endgültig erst geschlossen, wenn der Fußgängersteg zur Benutzung freigegeben ist, sicherte die Projektleitung zu. Nun sind seit dem großen Schnitt drei Wochen vergangen. Hat das wirklich funktioniert? Oder gibt es noch ein paar Mängel, die auf Nachbesserung warten? Wir wagen einen Praxistest zur Zwischenbilanz.

Wartehäuschen an der Bushaltestelle – ist noch im Bau

Für ganz normale S-Bahn-Reisende: Der Fußweg zwischen Bus und Bahn ist spürbar länger, weil die Bushaltestelle verlegt wurde. Das führt augenblicklich insbesondere für Fahrgäste, die abends aus Frankfurt kommen, häufig dazu, dass der Bus 25 gerade abfährt, wenn die S6 ankommt und Fahrgäste dann bis zu 30 Minuten warten müssen. (Die Grünen Harheims hatten frühzeitig auf dieses entstehende Problem hingewiesen). Bewertung: Problem hätte anders gelöst werden können. Note 5, mangelhaft. Aber nicht nur für die DB allein, sondern auch für Verkehrsdezernat, VGF und Traffiq, die den aus ihrer Sicht „geringfügig längeren Weg“ nicht genau genug nachgemessen haben.

So sehen in der Metropole Frankfurt Umsteigewege zwischen dem Bus 25 und der S-Bahn aus. Vergessen Sie die Gummistiefel nicht!

Für alle: der Weg von Bushaltestelle bis zum Bahnsteig führt zurzeit über verschmutzte Bauwege. Bei feuchter Witterung kann auf grobstollige Gummistiefel nicht verzichtet werden, denn die Schmiere versaut unweigerlich Schuhe und Kleidung. Augenblicklich wird ein ordentlicher und geteerter Zuweg zum Bahnsteig hergestellt, vermutlich nach Ostern das Erreichen der Bahn oder die Querung der Gleise ohne nachfolgende chemische Reinigung ermöglicht. Danke, DB Netz AG, aber warum eigentlich erst jetzt? Das hätte schon zum 18. März bereit sein müssen.
Bewertung: Problem wäre bei umsichtiger Projektplanung vermeidbar gewesen. Note 5, mangelhaft.

Für Fahrradfahrer, die nur auf die andere Seite wollen: Dafür hat die DB in den Fuß- und Radsteg Aufzüge und schmale Rampen zum Schieben auf den Treppen versprochen. Die Aufzüge funktionieren schnell und gut. Zwei Räder können samt Piloten gleichzeitig fahren. Dafür gibs einen Pluspunkt. Damit hören die guten Nachrichten leider auf.

Fahrrad darf Aufzug fahren

Hinweisschilder zum Aufzug sind sehr dezent angebracht, die soll wahrscheinlich nicht jeder sehen. Die versprochenen Schieberampen fehlen immer noch. Ein massives Problem besteht jedoch darin, dass der rechte (nördliche) Aufzug und Turm noch nicht eingerichtet ist. Somit wird der Fahrradverkehr, der nur über die Gleise will, zwangsläufig über den Bahnsteig geführt, auf dem S-Bahn-Reisende auf die nächste S-Bahn warten. Diese wartenden Fahrgäste wiederum rechnen nicht mit Radverkehr auf dem Bahnsteig, der ohnehin baustellenbedingt an einigen Stellen abenteuerlich schmal ist.

Alle diese Probleme wären bei umsichtiger Projektplanung vermeidbar gewesen. Hätte die DB auch den dritten Turm mit Aufzug rechtzeitig zum 18. März fertiggestellt, könnte der Radverkehr die Gleise überqueren, ohne zusätzlich den Bahnsteig zu belasten.  

Der normale Radverkehr möchte vielleicht gar nicht über einen Bahnsteig umgeleitet werden…

Wir bezweifeln, dass die Umleitung von Radverkehr über Bahnsteige zulässig ist. Aber die DB-Projektleitung hat sich natürlich abgesichert: Auf dem Bahnsteig sind Schilder angebracht, auf denen Radfahrer gebeten werden, abzusteigen. Zusätzlich hat die DB zwei Umleitungsstrecken ausgeschildert: Strecke 1 führt von Harheim über Bonames, Frankfurter Berg bis nach Berkersheim und ist anstelle von 1 km nun etwa 8 km lang. Die andere Umleitungsstrecke führt auf Berkersheimer Seite nach Bad Vilbel und dort auf dem Niddaradweg zurück bis Harheim. Soweit zum Plan.  Leider hat die Projektleitung der DB Netz AG aber übersehen, dass sie den Niddaradweg gleichzeitig gesperrt hat. Spätestens in Bad Vilbel werden sich die Radfahrer*innen doch mal fragen, wer auf diese irre Idee mit den Umleitungen eigentlich gekommen ist.

Unsere Bewertung in der Kategorie „normaler Radverkehr“: da gäbe es eine glatte 2 für die Sache mit den Aufzügen.   

Radverkehr baustellenbedingt aber über belebte Bahnsteige umleiten – wenn das nicht illegal ist, ist es mindestens unredlich und ein Sicherheitsrisiko. Abwertung, Note 5: mangelhaft

Eine Rad-Umleitungsstrecke zu planen, die 6 x so lang ist, wie die eigentliche Fahrdistanz?  Welcher Projektplaner macht so etwas und aus welchem Grund? Nochmal Abwertung. Jetzt Note 6, ungenügend.

Wir weisen fairerweise ausdrücklich darauf hin, dass hoffentlich bald mit Entlastung gerechnet werden kann. Die Unterführung am Wiesengarten ist wieder geöffnet worden, auch wenn sie von Harheimer Seite aus nicht mit Sicherheit erreichbar ist. Sobald der dritte Turm und Aufzug benutzbar und der neue Weg von der Bushaltestelle bis zum Turm fertiggestellt ist, ist die Situation anders und hoffentlich besser. Ob der Niddaradweg zwischen BV und Harheim länger gesperrt ist? Wissen wir nicht. Wer das weiß? Wissen wir auch nicht. Wie war das noch? Hatte der Projektleiter der DB Netz AG nicht versprochen, der Bahnübergang wird erst endgültig geschlossen, wenn der Behelfssteg fertiggestellt ist?  

bike & Ride Reisende: Dass Menschen, wenn´s geht, gerne mit dem Fahrrad zur S-Bahn fahren ist schon deshalb verständlich, weil sie bei der Rückfahrt nicht bis zu einer halben Stunde bei Wind und Wetter auf den abgefahrenen Bus 25 warten müssen. Aber wo befestigt man sein teures treues Bike? Sichere Bikebügel haben die Harheimer Grünen schon vor 7 Monaten beantragt. Im Vorfeld hatte der Projektleiter der DB angekündigt, dass an der Bushaltestelle diebstahlsichere Bike-Bügel angebracht werden, was aber nicht eingetreten ist. Unser Fazit: die Deutsche Bahn demonstriert deutlich ihre Einstellung gegenüber bike & ride und die Fahrradstadt Frankfurt setzt erneut ein klares Statement drauf, wie wichtig für sie der Radverkehr am Stadtrand ist. Wir Grüne sind langsam etwas angefressen und genervt von der DB einerseits, in deren Vorstellung einer modernen, emissionsarmen Mobilität Radverkehr keine Rolle spielt. Aber auch, andererseits, von der radfahrfreundlichen Stadt Frankfurt, die sich im günen Lichte roter Radwege sonnt. Sofern sie in der Innenstadt liegen. Radfahren am Stadtrand? Kein Thema.   

ohne Worte

Menschen mit Behinderung, Familien mit Kinderwagen: Hallo und willkommen in Harheim. Mit der S-Bahn kommen Sie bis zum Berkersheimer Bahnhof und mit dem Aufzug auch auf die Harheim zugeneigte Seite. Dort beachten Sie bitte: der Weg auf den Bahnsteig und zum Bus ist dort ca. 90 cm schmal und offiziell nicht für Rollstühle geeignet. Nehmen Sie also bitte Ihre hippeligen Kinder fest an die Hand, damit die nicht versehentlich ins Gleisbett fallen. Sollten Sie zu den Rollstuhlfahrern gehören und die schmale Durchfahrtbreite macht ihnen Panik – kehren Sie um. Aufzug hoch, andere Seite: Aufzug runter, warten Sie auf die nächste S6, fahren Sie bis Bad Vilbel, steigen Sie dort in die S6 Richtung Frankfurt, dann kommen Sie wieder am Berkersheimer Bahnhof an und sogar auf der richtigen Seite des Bahnsteigs. Jetzt nur noch ein paar Meter durch den Maschweg und sie haben den Bus 25 erreicht. So einfach ist Reisen mit Bahn und Bus: Unser Fazit: Projektplanung vom Feinsten, wenn wir die Problemgruppen Familien mit Kindern, Menschen mit Handycap oder Rollstuhl rauslassen dann funktioniert alles prima. Note 2, gut gemacht.

Ach ja, wir hatten vergessen zu erwähnen: die Projektleitung der DB Netz AG hatte mehrfach darauf hingewiesen, dass die gesamte Anlage in Abstimmung mit dem Behindertenbeauftragten der Stadt Frankfurt abgestimmt wäre. Wenden Sie sich bei Beschwerden also an den.

Und das sind dann noch …
Hortkinder aus Harheim, die in der Berkersheimer Grundschule betreut werden. Diewerden nun mit dem Bus von Harheim bis zur Bushaltestelle 25 gefahren und müssen dann im Gänsemarsch die letzten 800 Meter zu Fuß marschieren – und zwar bei Schmuddelwetter durch den Schlamm einer DB-Großbaustelle, über einen viel zu engen Bahnsteig, an dem vielleicht noch ein Personenzug mit 80 Sachen vorbeirast. Ist eben Abenteuer live und draußen. Sowas kriegt man nicht in jedem Frankfurter Hort geboten.

Fazit: Gruppen von Hortkindern, die von H nach B wollen, über einen belebten Bahnsteig leiten? Auf die Idee muss man erst mal kommen. Eigentlich ist die Idee gut, Note 2. Weil jedoch der Bahnsteig augenblicklich keine ausreichende Mindestbreite hat, werten wir ab. Note 6. Zu gefährlich.

Breit genug?

Exkurs: Die Mindestbreiten…
Wir beziehen uns auf die DIN 18040-3:2014-12 „Barrierefreies Bauen – Planungsgrundlagen: Öffentlicher Verkehrs- und Freiraum“. Dort wird für Bewegungsflächen entlang von Bahnsteigkanten eine Mindestbreite von 1,80 m zusätzlich eines Sicherheitsraums zu den Gleisanlagen von mindestens 50 cm vorgegeben. Die Verordnung über den Bau und Betrieb der Straßenbahnen (BOStrab) sieht eine nutzbare Mindestbreite der Bahnsteige von 2,00 m vor. Die DB-Richtlinien aus der Modulfamilie 813 „Personenbahnhofe planen“ verlangen bei Zuggeschwindigkeiten bis 160 km/h für Außenbahnsteige und einseitig nutzbare Mittelbahnsteige eine Mindestbreite von 2,50 m vor.

Ob diese Angaben zu Mindestbreiten auch beim Umbau am Berkersheimer Bahnhof gelten? Wir sind uns nicht sicher, welche Vorgaben für die DB Netz AG überhaupt gelten. Welchen Sinn haben Mindestbreiten … – nein, das führt zu weit.

Fazit:
Natürlich geschehen auf jeder Baustelle unvorhergesehene Dinge. Da läuft nicht immer alles nach Plan und dann muss improvisiert werden. Das gestehen wir auch der DB Netz AG zu.

Was wir bemängeln ist die Vielzahl an vorher absehbaren Problemen, die durch umsichtige Planung vermeidbar gewesen wären. Denn das Datum der Schließung des Bahnübergangs war nicht nur laaaaaaaange bekannt, sondern von der DB Netz AG selbst festgelegt. Und zudem zugesagt, dass … – aber, ok, Versprecher eben.





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