03.02.2019 Die Fliege, Zahnarzt Schaffert und die vegetarische Spinne

 

Die Fliege

bedrohlich groß aber im Grunde genommen ganz harmlos: Die Fliege

Rappelvolles Bürgerhaus. Von allen Seiten ziehen junge Harheimerinnen und Harheimer ihre Eltern oder Omas hinter sich her in den großen Saal zu „Die Fliege“. In diesem Fall hatte der Titel nichts mit dem gleichnamigen Horrorfilm zu tun, sondern ist ein Concertical für junge Menschen, eine musikalisch untermalte Lebensgeschichte einer Fliege, die ihren Enkeln die gefährlichsten Abenteuer aus ihrem Leben erzählt. Die Musik kommt in diesem Falle vom Musikverein Harheim. Die Fliege? Dass es sich um eine Harheimer Fliege handeln muss, war spätestens klar, als der Erzähler Frank Wornath über den Aus-Flug der Fliege in die Praxis des Zahnarztes Dr. Schaffert berichtete, in die sich die Fliege versehentlich verflogen hatte. Zahnarztpraxis? Nun gut, der einzige Ausflug ins Horrorgenre. Von Fliegenklatschen und Feuer, von fliegenfressenden Fröschen bis zu diebischen Elstern, die Fliege durchflog im Zeitraffer ein abenteuerliches Leben mit Höhen und Tiefen, das jedoch annährend vorschnell und tragisch im Netz einer Spinne enden würde, wäre nicht die schlaue Fliege auf die geniale Idee gekommen, der netzspinnenden Spinne klar zu machen, dass eine vegetarische Ernährungsweise in

Die Fliege

Musikalische Lebenslaufuntermalung: Musikverein Harheim

Zeiten des Klimawandels umweltschonend ist und absolut im Trend liegt. Was die Spinne angesichts der Argumentationslage und begünstigt durch die harmonische musikalische Untermalung des MVH sofort einsehen konnte. So hatte die Fliege überraschend die Chance bekommen eine Familie zu gründen und viele, viele Enkel in eine friedliche familienfreundliche und fliegenklatschenarme Welt zu setzen.

Das junge Publikum war hingerissen und begeistert von dem musikalischen Leben der Fliege. Das ältere Publikum war hingerissen und begeistert vom jungen Publikum. Und alle zusammen dankbar begeistert vom MVH, der sich mit fliegenkleiner Geschichte ins Herz des jungen Publikums gespielt hatte. Langer, freundlicher Applaus.

Und die Moral von der Geschicht: Esst besser keine Tiere nicht.

Die Fliege

Bauernschlaue Fliege bezwingt böse hungrige Spinne

 

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20.01.2019 Après-Ski-Party eröffnet die Harheimer Open Air Saison

Apres Ski Party

Eingeschneit auf dem Harheimer Kirchplatz

Hatte man anfangs den MVH Musikverein Harheim mit der Schnapsidee Après-Ski-Party mitleidig mit diesem Ihr-werdet-schon-sehn-da-kommt-kein-Schwein-Blick belächelt, ist spätestens jetzt diese Bodenfrost-und-Kunstschnee-Party geradezu Kult und die Harheimer Umsonst-und-draußen-Partygänger kreuzen sich diesen Samstagabend rot-weiss im Wandkalender an. Dick eingemümmelt mit Schal, Mütze und Anorak und mit einem ordentlichen Heißgetränk in der Hand können die vier Grad unter Null die Stimmung keineswegs beeinträchtigen und in der heißen Phase des Abends ist auf dem alten Harheimer Après-Ski-Party-Kirchplatz fast kein Durchkommen mehr möglich. Einzig und allein die eingeschneite Tanzfläche bleibt ein wenig einsam liegen, auch nachdem die längste Polonäse der Après-Ski-Party-Geschichte sich in Schlangenform

ApresSkiParty

Die Ski haben es auch schon hinter sich.

durch die Menschenmenge und slalomartig um die Heizpilze bewegt hatte. Bewegung ist gut. Schafft Stimmung und Wärme. Rein finanziell hat man sich schon die Wohnzimmerheizkosten sparen können und kann sie hier in Käsespätzle, Wurst oder heißen Äppler mit Calvados anlegen. Ach, könnte doch jedes Wochenende Après-Ski-Party sein. Allerdings sollte man bei der besten Partystimmung bei Minusgraden bedenken, dass die coole Open-Air-Party nur möglich ist, weil viele freiwillig helfende Hände und Köpfe sie planen und veranstalten. Deswegen ein doppeltes Lob und Dank für die Frauen und Männer im Harheimer Musikverein. Die Idee haben ist schon gut. Die Idee umzusetzen und ihr Leben einzuhauchen aber noch viel besser.

ApresSkiParty

geschlossene Schneedecke vor dem Brunnen

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16.01.2018 Goldene Wasserhähne, Zimmerservice und Pool. Halb Harheim inspiziert die Flüchtlingswohnanlage.

refugees welcome

Wohnen für Geflüchtete: nüchterner Standard anstelle von Luxus

Probestaunen für die neugierige Harheimer Bevölkerung: die fertiggestellte Unterkunft für Geflüchtete im Niederfeld war zur Besichtigung freigegeben und wer es nicht besser wusste, hatte vielleicht angenommen dass da ein Winterschlussverkauf stattfindet oder Freibier ausgegeben wird. Halb Harheim war auf den Beinen und der interessierte Andrang hatte die Erwartungen des Betreibers DRK und der Vertreterinnen des Sozialdezernats weit übertroffen. Wie werden die geflüchteten Menschen in Harheim wohnen? Werden sie hier in Saus und Braus und allem erdenklichen Luxus in den neuen, modernen Reihenhäusern residieren können, oder ist es doch nur die nächste biedere Übergangsunterkunft auf einer langen Flucht ohne Anspruch auf ein bisschen Heimat? Die Wahrheit scheint – wie so oft – irgendwo in der Mitte zu liegen. Ein schönes, modernes Bad fällt auf und schafft es auch völlig ohne goldene Wasserhähne auf der Plus-Seite der Bilanz notiert zu werden. Projektentwickler Gildner belegt, dass sich Sozialwohnungsstandard und schöner Wohnen gar nicht mal ausschließen muss. Eine zweckmäßig eingerichtete kleine Küche kommt ebenso auf die Plus-Seite. Viele Geflüchtete werden Gemeinschaftsküchen satt haben. Aber damit es den Menschen, die hier wohnen werden, doch nicht allzu wohnlich wird und damit sie den deutschen Begriff „Standard“ in all seiner nüchternen Tragweite kennenlernen können, hatte der Betreiber DRK anstelle einfacher Kleiderschränke die vermutlich billigsten Blechspinde angeschafft, die es finden konnte, und die immerhin ansehlicheren Betten mit blauen Einheitsmatratzen ausgerüstet, deren Rückentauglichkeit bei längerem Gebrauch mancher Krankenkasse bedenkliche Sorgenfalten auf die Stirn zeichnen. Schließlich hatte auch die Frankfurter Bauaufsicht noch ein wenig dazu beigetragen, allzuviel vom „My home is my castle“-Gefühl zu verhindern. Die einzelnen familienfreundlichen 2ZiKB (zwei-Zimmer-Küche-Bad) Wohnungen durften gar keine abschließbare Wohnungstüre bekommen weil in den Reihenhäusern nicht zulässig. Mag sein, die obersten Bauplanungshüter wollten absichtlich die Unterbringung von Großfamilien fördern und den Charakter des gemeinschaftlichen Wohnens betonen. Wer das von den zukünftigen Bewohnern nicht mag, muss eben einen Teppich an die Türzarge hängen, sofern er oder sie auf dem Weg zwischen Schlafzimmer und Toilette von potentiellen Zuschauern im Treppenhaus nicht gesehen werden möchte.

refugees welcome

Home sweet home. Design-Element Kleiderschrank sorgt für Zuhause-feeling.

Ein komisches Gefühl bleibt dem einen oder der anderen Harheimerin dann doch zurück. Da hatte man monatelang engagiert dafür geworben, die Geflüchteten willkommen zu heißen, sie in Harheim freundlich aufzunehmen. Ein Runder Tisch sammelte Ideen und engagierte Menschen, um den fremden Menschen das Einleben in die Harheimer Normalität so leicht wie möglich zu machen. Weil diese Geflüchteten nicht nur übergangsweise im Niederfeld wohnen sollten. Sondern länger. Die Inneneinrichtung spricht aber eine ganz andere Sprache. Die Harheimer haben ihre Hausaufgaben gemacht. Weil sie rechtzeitig angefangen haben. Die Bewohner des familienfreundlichen kleinsten Stadtteils – vorne dran der Ortsbeirat – hatten schon vor vielen Monaten immer wieder darauf hingewiesen, dass vor Ort in der Schule und in den Kinderbetreuungseinrichtungen nicht einmal für die in Harheim wohnenden Familien ausreichende Betreuungsplätze zur Verfügung stehen. Nun werden zusätzlich 80 Menschen im Februar in der Wohnanlage im Niederfeld einziehen, die Hälfte davon Kinder und Jugendliche. Eine für die Stadt Frankfurt und für die Dezernentin für Bildung und Integration völlig überraschende Erkenntnis.

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12.01.2019 Präsident Stöger in Harheim einstimmig wiedergewählt

MF93 Motorradfreundetreffen 2018

Rockerclub hört man hier gar nicht gerne. Motorradfreunde 93

Keine XXL Plakatwände an den Kreuzungen, keine Kopfplakate an den Laternen und Straßenschildern. Keine flammenden Reden, keine Versprechungen im Straßenwahlkampf, keine kugelschreibenden oder aufblasbaren Wahlgeschenke. Öffentlich ziemlich unspektakulär ist am Samstag der neue Präsident der MF93 Motorradfreunde gewählt worden, und für aufmerksame Beobachter der örtlichen Vereinsszene auch keineswegs überraschend: er wurde wiedergewählt. Zum wievielten Mal? Da kommt der neue alte Präsi des MF93 ins Grübeln. Eigentlich ist er schon bei Gründung des MF93 zum Präsidenten gewählt worden und seither immer wieder. Also, das müssten jetzt etwa ….

Jürgen Stöger

Der neue alte Präsident: Jürgen Stöger.

Naja, ist ja auch egal. Wichtiger ist, dass das Wahlergebnis die Wahl von Annegret Kamp-Karrenbauer zur Vorsitzenden einer großen deutschen Volkspartei locker in den Schatten stellt. Allerdings hatte sich niemand getraut, gegen Stöger überhaupt anzutreten, er war der einzige Kandidat. Dennoch. So fürchterlich viel falsch gemacht kann er nun auch nicht haben. Sieht man die Entwicklung des kleinen Harheimer Vereins an, dessen Mitglieder sich anfangs noch in einem klapprigen Bauwagen getroffen haben, bis zur Jetztzeit, wo auf dem großzügigen Areal neben dem Clubhaus und diversen Nebengebäuden auch ein Brot und Pizzaofen gelegentlich feurige Signale aushustet, erlebt man mit, wie das alljährliche minimalistisch bezeichnete „Motorradtreffen“ sich einen überregionalen festivalähnlichen Ruf erarbeitet hat, dann wird klar, dass der neue und alte Präsident hinsichtlich Teamarbeit über charismatische Eigenschaften verfügt. Denn alleine und ohne seine treue Wählerschaft und Mitglieder hätte er all das genauso wenig alleine hingekriegt, wie der Pharao in Agypten die Pyramiden. Der kleine etwa 20-köpfige Verein geht also gut gerüstet in das 27. Gründungsjahr. Herzlichen Glückwunsch und weiter so.

MF93 Motorradfreundetreffen 2018

Gleichzeitig neuer und alter Vize-Präsident bei seiner Lieblingsbeschäftigung: Frank Stöger.

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01.01.2019 Gehen Sie zurück auf Los – 2019, ein neues Jahr beginnt

Prosit Neujahr

Das alte Jahr 2018 ist in Harheim mit eher verhaltenem Getöse, Knallerei und Feuerwerk verabschiedet worden. Leider hatte es beim Abschied einige der ungelösten Probleme
einfach in Harheim zurückgelassen, anstatt sie mitzunehmen. Ungelöst ist die Ertüchtigung der Niddabrücke zwischen Harheim und Berkersheim. Die DB Netz AG hatte diese Brücke als Baustellenzufahrt für die schweren LKWs ausgewählt. Da die Brücke aber nur bis 12 Tonnen Belastung zugelassen ist, wollten die Netzbauer der deutsche Bahn die einzige Querungsmöglichkeit der Nidda weit und breit von Januar bis März drei Monate lang für den gesamten Verkehr inclusive Rad und Fußgänger sperren und sie ertüchtigen. Vielleicht hatte die DB aber die erprobte Widerstandsfähigkeit der Harheimer etwas unterschätzt.

Niddabrücke

Niddabrücke – zu schmal für LKW

Mittlerweile scheint die Stadt Frankfurt der DB-Netze AG eine Genehmigung in Aussicht gestellt haben, sofern die Bahn für Fußgänger und Radfahrer eine Behelfsbrücke baut. Damit scheint eine Sperrung der Brücke in naher Zukunft schwierig zu werden.

Ebenso dagelassen hat das scheidende 2018 die angespannte Situation der Betreuungsplätze für Kinder. Zwar ist Harheim prozentual gesehen im Vergleich der Frankfurter Stadtteile gut dran mit der Ausstattung von Kinderbetreuungsplätzen. Aber Harheim hat einen überproportionalen Kinderanteil und gleichzeitig für die Eltern keine in der Nähe liegenden Alternativen im Nachbarstadtteil.

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Das neue Kinderzentrum in den Schafgärten – voll belegt.

So scheint das einzige Problem, das mit dem Jahr 2018 verschwindet, das Problem des fehlenden Geldautomaten zu sein. Der letzte örtliche Geldautomat ist vor wenigen Monaten verschwunden und es wird kein neuer aufgestellt. Wer jetzt dringend Bargeld braucht, muss zu Netto fahren und für € 10,00 einkaufen und sich dann Bargeld vom eigenen Konto auszahlen zu lassen. Ein Glück dass es wenigstens Bargeld überhaupt noch gibt.

Nun hoffen die Harheimerinnen und Harheimer, dass das neue Jahr 2019 keine neuen Probleme bringt, bevor die alten gelöst sind.

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