02.07.2019: Die drei jungen Störche vor dem Jungfernflug.

Storchenkinder

Gleich drei Storchenkinder überlegen sich aus großer Höhe runterzustürzen

Die drei jungen Störche im Storchenhorst am Niddabogen entwickeln sich prächtig. Noch trauen sie sich aus der luftigen Höhe nicht, die Flügel auszufahren und sich runterzustürzen. Im Nest hoch oben üben sie gelegentlich das Ausfahren der Schwingen und ein paar Flatterbewegungen. Aber lange wird es nicht mehr dauern. Den drei Jungstörchen dürfte bereits langweilig sein so hoch oben und es gibt bestimmt eine Menge zu entdecken wenn man erst einmal den ersten Flug gewagt hat. Störche gibt es in Harheim an diesem Storchenhorst seit 2015 und die jetzigen Storcheneltern haben damit die fünfte Generation von Jungstörchen in die Welt gesetzt. Dieses Storchennest im Niddabogen wurde vom NABU zusammen mit der Mainova im Jahr 2015 aufgestellt und war wenige Wochen danach bereits bewohnt. Aber Störche sind durchaus wählerisch in der Auswahl des Sommerquartiers.

Störche

Hm…. wie kommen wir jetzt nur da runter?

In der Riedhalsstraße am Naturschutzgebiet Harheimer Ried wurde gleichzeitig ein Storchenhorst aufgestellt. Der aber wurde bis zum heutigen Tag nicht als adäquater Wohnraum durch Adebar akzeptiert. Sobald die Vögel die ersten Flugübungen absolviert und sich dann noch ein wenig sattgefressen haben, starten sie durch gen Süden ins Winterquartier. Eigentlich schon erstaunlich, dass diese Vögel mit einem Navi im Kopf auf die Welt kommen und im Alter von wenigen Monaten schon ohne Landkarte bis nach Portugal oder Afrika fliegen können. Dann mal gute Reise. Werden sie im nächsten Jahr dann wieder kommen? Nach Harheim?

Störche

 

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01.07.2019: Streetprint im Niederfeld und Spitzenstraße – Segen oder Fluch?

Streetprint

Echtes Pflaster oder sieht nur so aus?

Die Geschichte der Verkehrsplanung im Baugebiet Harheim-Süd ist so lang, wie die Planung des Baugebiets insgesamt, nämlich mindestens zwei Jahrzehnte. Ein Problem könnte jedoch sein, dass der Verkehrsplanung im letzten Jahrtausend weniger Bedeutung eingeräumt wurde. 1999 gab es in Harheim viel weniger Autos, noch keine T30-Zone, keine E-Bikes oder E-Autos, es gab noch keinen Dieselskandal und die Autos wurden normalerweise da abgestellt wo Platz war, ohne sich drum zu kümmern, ob erlaubt oder nicht erlaubt.

Viele Erkenntnisse der Verkehrsplanung waren noch auf dem Weg ins Bewusstsein der Verkehrsplaner, so etwa die Erkenntnis, dass lange, übersichtliche, breite Straßen eher dazu einladen, die eigene Geschwindigkeit zu unterschätzen. Über Verkehrslärm und Geschwindigkeiten in Wohngebieten wurde selten diskutiert. Im Ort fährt man unerträgliche langsame 50 km/h, nach dem Ortsschild so schnell wie eben geht.

Streetprint

Im Niederfeld

Dementsprechend war Im Niederfeld so geplant, wie man das viele Jahre davor auch gemacht hat. Lange, gerade, breite Straße damit Autos und die Müllabfuhr möglichst schnell durchkommen.

Erst am Ende des alten Jahrhunderts gewann aber die Verkehrsplanung neue Facetten. Man begann Kölner Teller oder Baken oder Pflanzkübel auf die Straße zu stellen, um damit die Straße enger zu machen und die gefahrenen Geschwindigkeiten zu reduzieren. Die Idee, parkende Autos oder Anhänger als Hindernisse auf der Straße zu parken wurde salonreif. Allerdings kam das für Harheim Süd zu spät. Dort sollte das Niederfeld immer noch eine lange, übersichtliche, breite Straße bleiben.

In der letzten Phase der Planung und nach Baubeginn wurde dann unter dem Eindruck der funktionierenden T30-Zone in Harheim angeregt, die Verkehrsplanung in Harheim-Süd noch einmal zu überdenken. Anstelle von geraden Pisten sollten die Autos alternierend Parken. Aber zu spät. Angeblich waren Leitungen schon gelegt und überhaupt könne man die Planung jetzt nicht mehr ändern.

Streetprint

alles nur gemalt

Erst als die finale Gestaltung der Straßen vorgelegt wurde, konnten sich Ortsbeiräte und Anwohner mit der Planung auseinandersetzen. Viel zu spät natürlich, denn jetzt war außer ein wenig Kosmetik nicht mehr viel zu machen. Ein paar zusätzliche angezeichnete Parkplätze zur Verengung des Straßenquerschnitts, und das wars. Keine Blumenkübel und Schikanen, keine Ampeln, keine Zebrastreifen.

Nur in zwei Kreuzungsbereichen sollten die Einmündungen so gestaltet werden, dass sie optisch und technisch verkehrsberuhigend – sprich – geschwindigkeitssenkend wirken. Die Verkehrsplaner schlugen dafür Streetprint vor, die Anwohner im Niederfeld und die Ortsbeiräte stimmten diesem Vorschlag überwiegend zu.

Im Streetprint Verfahren wird die Straßendecke so geprägt und aufgerauht, dass sie optisch wie gepflastert wirkt und damit die Verkehrsteilnehmer zu einer Senkung der Geschwindigkeit veranlasst.

Jetzt, drei Jahre später, sind die streetprintverschönerten Kreuzungsbereiche im Niederfeld und in der Spitzenstraße zu bewundern. Und sie führen zu Beschwerden. Denn die Anwohner der Kreuzung im Niederfeld finden, dass Streetprint gar nicht dazu führt, dass die Verkehrsteilnehmer langsamer fahren. Dafür aber bei flotter Fahrweise eine erhebliche Geräuschentwicklung dazu führt, dass sie morgens aus den Betten fliegen.

Was nun tun? Die Kreuzung wieder umbauen?

Streetprint

Schön ist es ja, aber ist es auch nützlich?

Der Hersteller von Streetprint geht davon aus, dass eine starke Geräuschentwicklung hauptsächlich von der Geschwindigkeit des Fahrzeugs abhängt und erst in zweiter Linie von Muster der Prägung. Tatsächlich ist bei angepasster Geschwindigkeit kaum erheblicher störender Lärm wahrnehmbar. Natürlich wird man auch im Frankfurter Stadtteil Harheim nicht in einer Lärminsel wohnen können. Dafür fliegen zu viele Lärmquellen über Harheim oder fahren an Harheim vorbei.

Die Lösung des Problems: man müsste alle motorisierten Verkehrsteilnehmer veranlassen, sich regelgetreu zu verhalten. Mit Streetprint kriegt man das offenbar nicht hin. Aber mit was dann?

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26.06.2019: S6-Ausbau in Berkersheim: Ein Alptraum wird wahr. Radfahrer werden über den Wiesengarten umgeleitet.

Wiesengarten

Der zukünftige Radweg von Harheim in die Innenstadt beginnt hier. Zunächst noch asphaltiert…

Ein Alptraum wird wahr. Der schnelle Radverkehr in die Innenstadt wird für Harheimer Radfahrer*innen zukünftig deutlich gefährlicher werden. Sobald der beschrankte Bahnübergang voraussichtlich im nächsten Jahr endgültig geschlossen und abgebaut wird, werden die Radfahrer sich die bislang schnelle Route in die Innenstadt mit den LKWs und Traktoren teilen müssen, die bei der Unterführung am Wiesengarten unter der Bahnlinie die Schienen kreuzen können. Dann ist diese zur Zeit schlaglochübersäte und steile Rumpelpiste bergauf wie bergab und selbst ohne LKW-Verkehr deutlich gefährlicher als der Weg über die Schienen heute. Die starke Steigung im Wiesengarten ist selbst für ambitionierte Mountainbiker mit entsprechender Ausrüstung eine Herausforderung. Im Augenblick ist der Weg über den Wiesengarten eine Baustellenzufahrt. Ob dieser Weg in einen für Radverkehr sicheren und gut befahrbaren beleuchteten Weg ausgebaut werden wird, ist unwahrscheinlich, da der Magistrat bis zum heutigen Tag einem Denkfehler unterliegt. Dazu später mehr.

Wiesengarten

….dann wird der Weg ruppiger. Aber egal… es geht ja nur um Radfahrer….

Seit fünf Jahren schon ist bekannt, dass mit dem Ausbau der S-Bahn-Linie der beschrankte Bahnübergang am Berkersheimer Bahnhof geschlossen und zurückgebaut wird. Seit dieser Zeit weisen in unzähligen Anträgen und Anfragen Harheims Grüne darauf hin, dass die schnelle Radverbindung in die Innenstadt nicht unterbrochen werden darf und gleichzeitig, dass eine Umleitungsstrecke über den Wiesengarten nicht nur einen erheblichen Umweg bedeutet, sondern auch für Radverkehr überhaupt nicht geeignet ist. Jetzt hat sich das Verkehrsdezernat erstmal klar positioniert. Frankfurts Verkehrsdezernent Oesterling, der sich in den vergangenen drei Jahren hinsichtlich S-Bahn-Ausbau nicht gerade mit viel Engagement profiliert hat, lässt ungerührt verkünden: „Aktuell ist geplant, den Radverkehr über die Eisenbahnüberführung im Wiesengarten umzuleiten“ (ST594).

Wiesengarten

Die Baken werden wohl stehenbleiben, damit die LKWs nicht versehentlich von den Radfahrern umgefahren werden.

Gerade vor wenigen Tagen ist das dreiwöchige Stadtradeln 2019 zu Ende gegangen. Die 17 Radler*innen aus dem Team „Stadtteil Harheim“ hatten unter 252 Teams mit ihren 6000 km den 16. Platz erreicht und rangieren ganz nebenbei auf Platz 1 der teilnehmenden Stadtteilgruppen. Warum ausgerechnet die Harheimer? Darauf gibt es eine klare Antwort. Von Harheim aus kann der Römer in der Innenstadt Frankfurts in knapp 30 Minuten erreicht werden. Inclusive Parkplatzsuche ist der PKW-Benutzer mit Glück in etwa in der gleichen Zeit am Ziel. Der ÖPNV-Benutzer braucht inclusive Umsteigen ein wenig länger. Vorausgesetzt, die Bahn ist pünktlich. Mit dem Rad zur Arbeit ist also für Harheimer nicht nur oft der schnellste sondern auch der mit Abstand umweltschonendste Weg. Da könnte man vom Magistrat oder vom Verkehrsdezernent der – ach so radfreundlichen – Metropole Frankfurt am Main mehr Aufgeschlossenheit erwarten.

Wiesengarten

mit ein paar kleinen Schlaglöchern und Unebenheiten geht es auf der anderen Seite dann steil bergauf. Eine echte Challenge für den ambitionierten Kampfradler.

Der Denkfehler
Aber da ist noch die Sache mit dem Denkfehler. Implizit gehen Verkehrsdezernent und Magistrat offenbar davon aus, dass diese Umleitung nur vorübergehend sei. Das ist auch nicht völlig falsch. Diese Umleitung wird benötigt, bis die Omegabrücke direkt am Berkersheimer Bahnhof gebaut und freigegeben wird – die soll ja den Bahnübergang ersetzen. Diese Brücke ist jedoch bis zum heutigen Tag weder geplant, noch beantragt und schon gar nicht gebaut. Es ist noch nicht einmal ungefähr abzusehen, wann diese Brücke denn vom Radverkehr befahren werden kann. In fünf Jahren? In 10 Jahren?

Wie könnte dieses Problem gelöst werden?
Mit einem beschleunigten Planungsverfahren der Omegabrücke kann das Problem nicht gelöst werden. Diese Brücke wird in keinem Fall fertig, bis der Bahnübergang geschlossen werden muss.

Allerdings muss wegen der Schließung am Berkersheimer Bahnhof eine – provisorische oder endgültige – Brücke und Rampe für die Fußgänger gebaut werden, damit die überhaupt von Harheim bis auf den Bahnsteig in die S6 kommen.

Diese augenblicklich noch als nicht barrierefreie(!) provisorische Fußgängerbrücke könnte mit vergleichsweise geringem Aufwand für den Radverkehr befahrbar gemacht werden, damit die Velofreunde und Zweiradpendler genau dort über die Schienen kommen.

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24.06.2019: Von Kultur, von Infotafeln und vom Umgang mit öffentlichen Geldern.

Infotafel

Information auf deutsch und englisch. Das berühmte Vorbild in Ober-Eschbach

Eigentlich hatte Dr. Frank Immel, Harheims Ortsvorsteher, alles richtig gemacht. Er hatte die Fraktionen im Ortsbeirat freundlich gefragt, ob sie denn grundsätzlich zustimmen könnten, dem Kulturverein zu Infotafeln einen Zuschuss aus den Mitteln des Ortsbeirats zu geben und die Grünen Ortsbeiräte hatten ein deutliches „Ja“ signalisiert. Schließlich ist es nicht das erste Mal, dass aus diesem Ortsbeiratsgeldtopf das Schaffen und Wirken an der Harheimer Geschichtspflege unterstützt wird. Dann aber zuckten und zickten die zwei Grünen im Ortsbeirat doch plötzlich, nachdem die Vorsitzende des Kulturvereins Harheim e.V. erklärt hatte, wie sie sich das mit den Tafeln vorstellt. „Hab ich das richtig verstanden, die Grünen sagen erst Ja und jetzt wieder nein?“ seufzte der Ortsvorsteher genervt. Ja, richtig verstanden, meinten die Grünen, „…denn die konkreten Informationen hatten wir gar nicht“.
Da behaupteten die grünen Ortsbeiräte doch tatsächlich, weder informiert worden zu sein, wo diese Tafeln denn genau stehen werden, wie groß, aus welchem Material gebaut, welchen Zweck sie erfüllen und auch nicht, was sie denn kosten sollen.

Ein wenig Schatten über den Infotafeln

Also berichtete die ehemalige Ortsvorsteherin Dr. Dagmar Wendler, dass die zwei Tafeln etwa 1,62 Meter mal 0,46 Meter groß werden, aus Edelstahl, mit den historischen Informationen, einem Luftbild und einen aktuellen Stadtteilplan in dem verschiedene Einrichtungen von Schule bis Postagentur verzeichnet sind und summasummarum kostet das Ganze etwa € 6000. In Ober-Eschbach sei bereits ein Exemplar einer solchen Tafel erfolgreich aufgestellt worden.

Die näheren Ausführungen der Kulturvereinsvorsitzenden hatte dann weitere hochinteressante Facetten in eine bis zu diesem Moment eher langweilige und ungewohnt harmonische Sitzung gebracht. Jetzt war wieder richtig Stimmung in der Ortsbeiratssitzung. Die ehemalige Ortsvorsteherin redete frei von der Leber. Sie hätte den Auftrag, das mit den Tafeln genauso wie beschrieben zu machen. Daher könne daran leider gar nichts mehr geändert werden. Überdies sei ein Großteil der Arbeiten schon getan und der Grafiker schon so gut wie bezahlt. Die Sorgenfalten und Fragezeichen auf den Stirnen einiger Stadtteilpolitiker wurden zunehmend tiefer und die Atmosphäre gipfelte in der interessanten Ankündigung, wenn der Ortsbeirat sich daran nicht beteiligen wolle, dann würde der Kulturverein eben selbst die ganzen sechstausend Euro bezahlen. Basta!

Kulturtafel

Ober-Eschbach: Der Stadtplan in der Sackgasse

An diesem Punkt der Diskussion hätte der Ortsvorsteher die Diskussion beenden können und die schon zugesagte Unterstützung mit €2000,00 gespart. Oder vielleicht auch die Entscheidung auf die nächste Sitzung verschieben, um etwas Zeit zu gewinnen, um in die ungeklärten Fragen etwas Licht zu bringen, um das Konzept noch einmal zu überdenken oder gar Verbesserungsvorschläge zu prüfen. Aber als ob eine Frist ablaufen, eine Verzugsstrafe drohen oder ein Staudamm brechen würde, diese Sache musste offenbar an diesem Abend zu Ende gebracht werden, koste es was es wolle.

Die widerwilligen Grünen hackten dabei immer wieder auf drei Punkten herum. Der Stadtplan an der Tafel sei überhaupt nicht aktualisierbar, also damit möglicherweise mit genügend Pech innerhalb von Monaten bereits veraltet. Außerdem sei viel zu viel Text auf den Tafeln, der überdies bereits an anderer Stelle veröffentlicht worden sei. Idealerweise würden im Zeitalter moderner Medien Bilder als eye-catcher dienen und angebrachte QR-Codes zu weiteren interessanten Informationen im Internet führen. Und als dritter Kritikpunkt zählten die Grünen auf, die gleiche Information könnte in einem Schaukasten oder in einer weiteren Ausgabe der Harheim-Broschüre erheblich wirtschaftlicher und effektiver veröffentlicht werden.

Mittlerweile begann es draußen bereits zu dunkeln, die ersten Zuhörer hatten vorgezogen, sich in die Bürgerhauskneipe zu setzen. Wie also nun zu Potte kommen?

Nach dem vorgeschlagenen Versprechen, dass der Stadtplan austauschbar und aktualisierbar gemacht werden würde und es hinsichtlich der Inhalte und der Verlinkung mit Internet zwischen den Tafelbefürwortern und den Kritikern es zu einer Abstimmung käme, lies sich die widerwillige und kritische Grünen-Fraktion trotz Bauchgrimmen bewegen, die Förderung mit einem Zuschuss aus Ortsbeiratsetat zu unterstützen. Für die Grünen sind Finanzmittel im Etat der Ortsbeiräte eben auch Steuergelder. Und daher sollten sie so wirtschaftlich und effektiv wie möglich eingesetzt werden.

Und wie sehen die erfolgreichen Tafeln in Bad Homburg aus?

Kulturtafeln

Ober-Erlenbach: 31 Punkte für den Ortsrundgang

Die Probe aufs Exempel: Wir forschen nach den „erfolgreichen“ Vorbildern der Harheimer Tafeln. In Ober-Erlenbach sind die zwei Tafeln so unauffällig in der Ober-Erlenbacher-Straße, dass der Grüne Tafel-Scout zwei Mal mit dem Fahrrad dran vorbei fährt, ehe er sie entdeckt. Zwischenzeitlich befragte Ober-Erlenbächer schütteln den Kopf. Tafeln mit historischen Informationen? Nie gesehen.

Die Tafeln selbst enthalten Text auf Deutsch und auf (!) Englisch und einen kleinen „Ortsrundgang“ durch den alten Dorfkern mit 31 bezeichneten Punkten. Vermutlich ist das so gedacht, dass die historisch Interessierten diese 31 Punkte auswendig lernen, mit dem Smartphone abfotografieren oder die ganze Tafel abmontieren und für den Ortsrundgang mitnehmen. Ein Faltblattspender ist zwar angebracht. Ist aber leer.

Kulturtafeln

Ober-Eschbach: Infotafeln in der Sackgasse

Wer die Tafeln im Bad Homburger Stadtteil Ober-Eschbach finden will, sollte sich besser vorher schlau machen, wo er sie findet. (Unser Tip: In der Nähe des Städtischen Kindergartens „Eschbachtal“ Im Eschbachtal). Rein zufällig kommt an den Tafeln vermutlich niemand vorbei. Auch dort ist die Anzahl der interessierten Leser an diesem Sonntag null. Auf der Tafel wird der Ober-Eschbacher Unterhof beschrieben, der direkt hinter der Tafel zu sehen ist und es ist ein Straßenplan des Stadtteils abgebildet. Allerdings ohne aktuelle Information. Auch hier ein Verweis auf weitere Inhalte im Internet? Fehlanzeige.
In beiden Fällen werden die Tafeln vom Magistrat der Stadt Bad Homburg finanziert.

Was könnte man bei den Tafeln in Harheim besser machen?
Zum aktuellen Zeitpunkt vermutlich gar nichts mehr, da der Grafiker schon fertig ist und alle Entscheidungen gefallen sind. Also bleibt die Hoffnung, dass die Tafeln zur gewünschten „Belebung des Harheimer Kirchplatzes“ effektiv beitragen und möglichst viele Harheim-Fans regelmäßig wiederkommen und die Informationen aufs Neue lesen.

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19.06.2019: Die MVH-Deutschland-Tournee 2019. Sieben Open-Air Konzerte im Sommer.

Promenadenkonzert

Eins und zwei und drei und vier und

Der 106 Jahre junge Harheimer Musikverein hat doch eine treue Fan-Gemeinde! Lange schon bevor der etwas betagte Tourbus um die Ecke tuckert, versammeln sich die Treuesten der Fans und stimmen sich schon mal mit Äppler und Sekt auf den ersten Ton ein. Und dann ist das etwa zwanzigköpfige Ensemble des Blasorchesters nach dem Absteigen vom Tour-Anhänger punktgenau da, wenn Chefdirigent Gergö Nagy (gesprochen „Notsch“) von seiner Dirigentencolakiste aus seinen Taktstock in der Luft sausen lässt. Die bunte Musik aus dem reichhaltigen Repertoire hat für jeden etwas dabei und wenn nach der herbeiapplaudierten Zugabe die Musiker wieder in den Tourtraktourcabrioanhänger klettern, reisen nicht wenige Zuhörer dem Traktour sofort nach bis zum nächsten Konzert, ein paar hundert Meter weiter, wo Entertainer Nagy und die MVH-Musiker standortindividuell ein neues und anderes Programm zusammengestellt haben.


Passend vor dem Verbrauchermarkt wird „In the Ghetto“ gespielt oder wenn genügend junges Publikum da ist, das „Hey, Pippi Langstrumpf“ und das „Born to be wild“ wird gestrichen, weil gerade kein einziger Motorradfahrer in der Nähe ist, für den man das spielen könnte. Natürlich kommen auch die Freunde traditioneller Humpa-Blasmusik nicht zu kurz und tanken mit dem einen Marsch oder der anderen Polka neue musikalische Energie und Vibrationen in Beine und Gelenke. Schön, dass es dem MVH wieder gelungen ist, eine Deutschlandtournee in Harheim auf die Räder zu stellen. Die sechs ersten Konzerte aus der Reihe „Promenadenkonzerte“ sind zwar schon vorbei, aber für das letzte Konzert am 25. Juni um 20 Uhr umsonst und draußen vor dem Rathaus Harheim dürften noch Stehplätze verfügbar sein. Also nix wie hin. Das sollte man sich nicht entgehen lassen. Der Eintritt ist frei, Spenden würden vom Musikverein aber auch nicht mutwillig zurückgewiesen werden. Noch besser allerdings wäre, wenn die Musik der fetzigen Blechbläser andere Hobbymusiker zum aktiven Mitmachen verführen würde. Der einzige Weg übrigens, um die Harheimer MVH-Musiker ganzjährig jede Woche live zu erleben. Mittendrin.

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