31.05.2018 Fronleichnamsprozession – katholische Tradition in Harheim mit leichten Verkehrsbehinderungen

Fronleichnam

Fronleichnamsprozession in Harheim

Wer an Fronleichnam unvorbereitet mit dem Fahrzeug durch Harheim fahren will, stößt möglicherweise überraschend auf Staus und Schwierigkeiten. Nach der heiligen Messe findet in dem katholisch geprägten Stadtteil nämlich die Fronleichnams Prozession statt, ein Festzug der Gläubigen der katholischen Kirche mit Gebet und Gesang vorbei an den Wegekreuzen und am Friedhof. Fronleichnam hat weder etwas mit Froh noch mit Leichnam zu tun, sondern die katholischen Gläubigen feiern die bleibende Gegenwart Jesu Christi im Sakrament der Eucharistie in den Zeichen von Brot und Wein. Und damit die Prozession ungehindert ihren Weg nehmen kann, muss der Verkehr an diesem Tage einmal zurückstehen und wird umgeleitet. Dafür ist in Harheim die Feuerwehr zuständig. An diesem Fronleichnamstag hatte die alle Hände voll zu tun, denn gleichzeitig mit Messe und Prozession war der Bonameser Volkslauf zu koordinieren. Die Läufer und Läuferinnen des TSV Bonames hatten sich für diese andere Art von Prozession entschieden und ihre Strecke führte interessanterweise teilweise zeitgleich durch Harheim. Tatsächlich ist es den freundlichen Helfern der freuwilligen Feierwehr wunderbar gelungen, die beiden Wegstrecken auseinander zu halten und eine Vermischung von Prozession und Volkslauf zu vermeiden. Alleine gegen den kurzen Regenguss am letzten Wegekreuz war die Feuerwehr unschuldig und machtlos, aber Pfarrer Minh Dinh hatte spontan den Abschluss der Prozession in die in Sichtweite befindliche katholische Kirche verlegt, wohin die Gläubigen zum Schutz vor den Tropfen im Laufschritt eilten. Vielleicht waren die Tropfen aber auch nur der himmlische Weihrauch von oben, wir wissen es nicht.

Advertisements
Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentar hinterlassen

31.05.2018: Trauer um Harheims „Mann bei der Polizei“ – Hajo Döring.

MF93 Motorradtreffen 2017

Die Kasse in guten Händen ….

Fast alle kannten das Lieblingsrätsel von Hajo Döring: Wie nennt man einen Polizisten im Ruhestand?  – Boulevard ! Von Hajo Döring ausgesprochen klang es immer nach „Bulle war“. Und das war Hajo Döring auch. Ein Leben als Bulle, 43 Jahre und zehn Monate lang. Vor fünf Jahren ist „Der letzte Schutzmann von Harheim“ in Ruhestand gegangen. Für viele Harheimerinnen und Harheimer blieb er trotzdem weiterhin der Polizeibeamte für Harheim, der Kontaktbeamte des 15. Polizeireviers vor Ort, der Mann für Recht und Ordnung am Außenposten der Hauptstadt der Kriminalität.

Wenn jemand mit Hajo Döring zu tun hatte, konnte das Schwierigkeiten bedeuten, oder aber auch viel Freude machen. Nicht immer konnte man sich ganz sicher sein, ob er etwas so todernst und streng meinte wie er es sagen konnte, oder ob er im nächsten Moment nicht in sein beliebtes breites Grinsen oder schallendes Lachen ausbrach. Hajo Döring war Harheims personifizierter Freund und Helfer aber mit einer klaren Vorstellung vom eigenen Weg, von Gerechtigkeit und der Welt im Ganzen. Was ihm nicht immer nur Freunde eingebracht hat.

MF93 Motorradfreundetreffen 2016

Hajo Döring – kein Freund von Traurigkeit.

Auch außerhalb der Arbeitszeit seines Berufslebens war Hajo überall bereit mitzuhelfen und mitzutragen. Ob als Security beim Fasching, ob als Kreisjugendwart beim Sport, ob als Protokollant im Vereinsring oder als Bürokratiehindernisentschärfer bei den Harheimer Motorradfreunden. Hajo war eben Hajo, der Mann fürs Grobe mit einem feinen Gespür für Menschlichkeit.

Hajo Döring ist am Pfingstmontag nach langer Leidenszeit gestorben.

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentar hinterlassen

30.05.2018: Verkehrszustandsbericht Harheim: Verkehr läuft stellenweise wieder.

Eschbachbrücke

Jetzt kann man endlich wieder über den Eschbach gehen.

Schon am Vormittag hatte sich die Nachricht wie ein Lauffeuer verbreitet: die Eschbachbrücke zwischen Harheimer Stadtweg und An der Pfarrwiese ist für den Fußgängerverkehr endgültig freigegeben worden. Da hatten ein paar Anpassungsarbeiten die finale Fertigstellung verzögert. Auf der anderen Seite Harheims, beim Ausbau der Spitzenstraße an der Kreuzung zur Korffstraße ist es anfangs der laufenden Woche zu unübersichtlichen Situationen gekommen. Im Zuge des Gehwegneubaus waren vorübergehend auch die Gehwege für Fußgänger gesperrt worden. Zwar sind in der Grundschule Harheim die Eltern informiert worden, dass der übliche Schulweg vorübergehend nicht benutzbar sein wird.

Spitzenstraße

Irgendwie gehts hier nicht weiter

Dennoch standen Kinder, die vorbildlich auf Grün an der Fußgängerampel gewartet hatten, auf der anderen Seite der Korffstraße ratlos vor einer baustellenbedingten Barriere. Gleichfalls betroffen waren Senioren, die auf Gehilfen angewiesen sind. Zwischen Korffstraße und Haintalstraße empfiehlt es sich schon, geländetaugliche Gehhilfen zu verwenden. Natürlich haben alle Harheimerinnen und Harheimer grundsätzlich Einsicht und Geduld für die Bauarbeiten. Trotzdem wären alle froh, der Zeitpunkt der Fertigstellung wäre möglichst bald und die Baustelle würde weiterwandern.

Harheimer Weg

Harheimer Weg wird ab 25. Juni gesperrt.

Wer ohne die vielen Baustellen Entzugserscheinungen bekommt, der kann sich schon mal auf den 25. Juni freuen. Ab diesem Tag wird der Harheimer Weg in Bonames voraussichtlich für etwa drei Wochen voll gesperrt, damit die Fahrbahn vor dem Haus Nidda erneuert werden kann. Das hat es wirklich dringend nötig. Ob eine Umleitung eingerichtet wird, war bislang nicht zu erfahren.

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentar hinterlassen

27.05.2018: Datenschutzgrundverordnung DSGVO: Deutschlands schlimmstes Gesetz verursacht Onlinepanik

Am Freitag, 25. Mai, ist europaweit die Datenschutzgrundverordnung in Kraft getreten. Ab sofort gehören die Daten einer Person nur ihr allein. Das im Europaparlament als Meisterwerk des Verbraucherschutzes bejubelte Gesetz war allerdings lange Zeit hart umstritten. Über mehrere Jahre hinweg mussten 4000 Änderungsanträge im Europaparlament bearbeitet werden – die höchste Zahl an Änderungsanträgen, die es jemals zu einer Vorlage gegeben hat. Leider haben die Parlamentarier möglicherweise übersehen, dass die große Zahl der Änderungsverlangen auch ein Indikator für die Undurchdringbarkeit und Verständlichkeit des Paragrafendschungelmusterwerks sein könnte.

Kerb

so ist das Foto nach der DSGVO noch zulässig.

Aber was hat ein Gesetzeswerk aus dem europäischen Parlament mit dem kleinen idyllischen Harheim zu tun? Eine ganze Menge. Es betrifft jeden.

Jeder, der ein Smartphone oder einen Computer mit Internetzugang hat, konnte in den letzten Tagen schon die ersten Auswirkungen spüren. Jede eMail-Adresse ist übergelaufen mit Mails bekannter oder auch unbekannter Firmen, die darauf hingewiesen haben, dass aufgrund der DSGVO Daten überprüft, bestätigt oder verifiziert werden müssen und die Anmeldung zu Newslettern unbedingt erneuert werden musste. Dass sich darunter auch eine beachtliche Anzahl unseriöser Datenabzocker gemischt hatte, die nur darauf warten, dass ihnen möglichst viele Menschen ihre Passwörter, ihre Adresse und die persönlichen Daten zum vermeintlich rechtlich vorgeschriebenen Datenabgleich freiwillig ins Haus schicken, das war erst auf den zweiten Blick erkennbar. Wieviele Internetnutzer werden sich gerade jetzt in Newsletter und für den Bezug von Gewinnspielangeboten eingetragen haben, die sie vorher noch nie gekriegt hatten.

Bei Whatsapp war das noch etwas einfacher. Die hatten unter dem Segel der DSGVO alle Nutzer vor die freie Wahl gestellt, die 38 Seiten Kleingedrucktes für die Zukunft zu akzeptieren oder aber von Whatsapp abgeschaltet zu werden.

Kein Grund zur Aufregung. Die Kerb kann man noch erkennen.

Von der DSGVO aber sind die Harheimerinnen und Harheimer in vielen Fällen mehrfach betroffen. Einmal als Betroffene, als Bürger, die jetzt ein Recht darauf haben, zu erfahren, wofür ihre personenbezogenen Daten im Internet gespeichert, ausgewertet und verarbeitet werden.

Aber viele Betroffene sind gleichzeitig Arbeitnehmer in Betrieben, kleine Handwerker, Selbständige, Künstler, Journalisten oder sie sind ehrenamtliche Vorstandsmitglieder in irgendeinem Verein. Die sind also nicht nur als „Betroffene“ betroffen, deren Daten geschützt sind, sondern gleichzeitig als „Verantwortliche“, die nachweisen müssen, dass Sie mit personenbezogenen Daten verantwortlich umgehen. Spätestens an dieser Stelle sind bei vielen noch gar nicht alle Warnlichter angegangen, die blinken müssten.

Was dürfen Vereine mit den Mitgliedsdaten noch machen? Darf eine Übungsleiterin die Namen der Teilnehmer eines Yoga-Kurses abgleichen, ob sie denn alle Vereinsmitglied sind? Darf auf der vereinsinternen Internetseite noch ein Bild veröffentlicht werden?

Schlimmer noch hat es die kleinen Handwerksbetriebe und Gewerbetreibenden getroffen. In einem Übermaß an Weisheit hat das EU-Parlament mit der DSGVO versucht, die großen global agierenden Datenkonzerne Google, Facebook und Microsoft an die Kette zu legen, wie der heilige Georg den Drachen. Für die kleinen Handwerker, den Fotografen, für den  Klempner gelten jetzt aber exakt die gleichen Regelungen. Da darf eine Adresse nicht einfach deswegen gespeichert werden, weil der Kunde mal nach einem Angebot gefragt hat.

Knallhart trifft es besonders die Fotografen. Die EU-Abgeordneten sind sich einig darüber, dass auch Fotos, die mit einer Digitalkamera gemacht werden, personenbezogene Daten sind, wenn abgebildete Menschen eventuell identifiziert werden könnten. Seit Freitag müssen Fotografen nachweisen können, dass sie im Besitze einer Einwilligung ALLER Personen sind, die sie mit ihrer Kamera vielleicht auch nur versehentlich erwischt haben. Bilder eines Profifotografen von einer Hochzeit oder dem Kerbeumzug – was früher im Kunsturhebergesetz geregelt war, ist jetzt durch die DSGVO verboten. Für die Fotografen bedeutet das in vielen Fällen: Berufsverbot und Verlust der wirtschaftlichen Existenz.

So ganz nebenbei wurden im Europaparlament einige Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit auf den Kopf gestellt. Angeklagten Unternehmen muss jetzt nicht mehr ein Verstoß gegen eine Verordnung nachgewiesen werden. Die Unternehmen müssen ab sofort nicht nur nachweisen, dass sie die DSGVO stets eingehalten haben, sie müssen auch detailliert erklären können, wie sie für die Zukunft sicherstellen, dass alle Vorschriften eingehalten werden.

Die DSGVO ist damit der erste juristische Fall, in dem in Deutschland einem Berufsstand die Ausübung des gelernten Berufs grundsätzlich verboten oder unmöglich gemacht wird, den Fotografen. Vergleichbares ist nur bei der Abschaffung der Todesstrafe erfolgt. Damals ist die Tätigkeit der Henker unter Strafe gestellt worden.

Zurück nach Harheim: Auch in unserem Stadtteil gibt es Vereine, die bis jetzt noch nicht wissen, ob sie aus Sicherheitsgründen und aus Angst vor Abmahnungen die Internetseiten nicht besser abschalten. Die nicht wissen, ob sie einen Datenschutzbeauftragten brauchen oder nicht. Die nicht wissen, ob sie das Geburtsdatum der Mitglieder der E-Jugend-Mannschaft vor dem Spiel dem Schiedsrichter mitteilen dürfen, ohne die Einverständniserklärung beider Elternteile vorlegen zu können. Nein, nicht der Elternteile des Schiedsrichters, sondern des Spielers.

Viel Spass, EU. Was die Nationalisten in Europa nicht schaffen, das kriegen vielleicht die eigenen Abgeordneten hin, die den Kontakt zur Praxis längst verloren haben.

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentar hinterlassen

24.05.2018: Eschbachbrücke, Folge 22. Was nicht passt wird passend gemacht.

Noch passt sie nicht so ganz, die schöne neue Brücke

Irgendwas muss schiefgegangen sein beim Wiedereinbau der Eschbachbrücke am Harheimer Stadtweg. Entweder haben sich die Ufer des Eschbachs bei einer unbemerkten Kontinentalverschiebung bewegt, oder die Metall-Brücke hat sich bei den ansteigenden Temperaturen zu sehr ausgedehnt, oder aber, es hat sich jemand vermessen. Die Brücke passt nicht. Schon bei der Wiederanlieferung sollen aufmerksame Beobachter nervöse Arbeiter gesehen haben, die sich nicht erklären konnten, was schief gegangen ist. Nun ist die Brücke zwar da. Aber sie ist gesperrt. Was nebenbei einige Eilige nicht weiter hindert, sich an der Absperrung vorbeizudrücken um auf die Brücke zu kommen und mit einem großen Schritt am Ende das andere Ufer zu erreichen. Wie geht das weiter? Weiss niemand. Im Augenblick wird noch gelegentlich gehämmert, gesägt oder geschraubt. Die Wiedereinweihung des schicken Bauwerks in anthrazitgrau ist aber vorläufig verschoben.

Der Weg durch die Büsche. Nicht ungefährlich aber kürzer

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentar hinterlassen