30.05.2019: Und aus dem Grundweg schallts lange noch – Hulapalu! Motorradfreunde leben hoch.

MF93 Himmelfahrt

Vatertagsbiergarten

Eines muss man den Motorradfreunden MF93 einfach lassen. Seit das beliebte Brunnenfest am Jakobusbrunnen an Himmelfahrt abgeschafft worden ist und die vielen heimatlosen Väter in Harheim und Umgebung wie Vollwaisen orientierungslos umherziehen müssten, haben sich die Freunde gepflegten Bikerwesens der Marktlücke wie barmherzige Samariter angenommen. Die Kleingartenwiese am Grundweg auf Golfrasenniveau gekürzt, Bierzeltgarnituren aufgestellt und blankgeputzt, das Cappuccionomobil auffällig neben die Kuchentheke geparkt, die Kinderbelustigungseinheiten in Zugriffsnähe, die neue Harley des Clubpräsidenten dezent im Sichtfeld sowohl der Bierzapfanlage als auch der Zweieinhalbmannband platziert, die nahezu pausenlos seit frühmorgens um zwölf akustisches

Kulturgutmaterial mit häufig österreichischem Akzent auf die pseudoheimatlosen Väter schleudert, aber nicht zuletzt dezent sich im Computer des Deutschen Wetterdienstes in Offenbach eingehackt und die anfangs nassgraukalte Prognose durch Frühlingsmaiwetter ersetzt und die letzten grauen Wolken mit dem Vereinshund verkläfft. Wie das die Jungs immer schaffen, und nebenbei dann auch noch Fisch und Würste im Feuer wenden oder den Bierzufluss am Laufen halten, das bleibt ein Rätsel. Und so fühlen sich auch in diesem Jahr die vielen orientierungslosen Vollwaisenväter so träge wohlig wohl, dass man doch eigentlich Vatertag gleich auf vier ganze Tage ausdehnen könnte. Eine Blitzumfrage bei zufällig repräsentativ ausgewählten Vätern zeigt aber auf der Wunschliste an den Top Plätzen zwei andere unerfüllte Wünsche: da wäre einmal freundliche weibliche Feen, die die leeren Gläser regelmäßig durch volle ersetzen und zum anderen ein freundlicher Bikinipalmwedelservice, der den gestressten Vätern frische Luft zufächelt. Mal sehn, im nächsten Jahr vielleicht – an Vatertag wieder.

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29.05.2019: Die Wilsheimer. Das erste Buch im Harheimer öffentlichen Bücherschrank.

Bücherschrank

Also doch. Ortsvorsteher Frank Immel stellt „Die Wilsheimer“ in den Bücherschrank

Ortsvorsteher Frank Immel war sich gar nicht so sicher, ob er das Buch in seinen Händen wirklich zur Einweihung als erstes Buch in den funkelnagelneuen öffentlichen Bücherschrank stellen wollte. Vielleicht besser gleich mitnehmen? „Die Wilsheimer“ war eine sechsteilige Fernsehserie aus dem Jahr 1987, die in dem fiktiven Ort Wilsheim spielte. Die Story war zusätzlich in Buchform erschienen. Gedreht aber wurde in dem beschaulichen Stadtteil Harheim und mit hochkarätiger Besetzung. Die Liste der Schauspieler führte unter anderem Hansjörg Felmy, Gila von Weitershausen, Monica Bleibtreu, Iris Berben, Sibylle Nicolai und Lia Wöhr auf. Die Personen, die die Schauspieler spielten, waren geradezu maßgerecht auf bekannte Harheimer Einwohner zugeschnitten. Kein Wunder also, dass sich der Ortsvorsteher nur schwer von dem seltenen antiquarischen Prachtstück trennen konnte. Aber nicht nur er allein sondern eine stattliche Anzahl Harheimer Bücherfans rückte mit Bücher unter dem Arm an um den panzerstahlbewehrten einbetonierten Bücherschrank mit allerlei Lesenswertem zu bestücken.

Bücherschrank

Wolfgang Menges bei der feierlichen Enthüllung.

Dass es in Harheim überhaupt einen öffentlichen Bücherschrank gibt, das ist zu einem großen Teil  dem SPD-Ortsbeirat Sebastian Menges zu verdanken. Die Fraktionen im Harheimer Ortsbeirat hatten zwar schon lange Jahre den Wunsch nach so einer Einrichtung gehabt, allerdings hätten die Investition von anfangs € 5000,00 den Ortsbeirat gesprengt. Mittlerweile kostet so ein Schrank sogar schon knapp siebentausend Euro. Da hätte der Ortsbeirat Jahre sparen müssen. Aber Sebastian Menges warf nicht nur die Idee eines Crowd-Fundings ins Gespräch sondern setzte diese Idee auch nachhaltig zusammen mit dem Harheimer Vereinsring um. Bis zur Eröffnungsminute sind zur Überraschung der Ortsbeirate sage und schreibe € 6608,63 an Spenden eingegangen und der Bücherschrank ist daher bis auf einen kleinen Rest damit finanziert.

Bücherschrank

Auch Sebastian Menges, Initiator der Idee, bestückt den Schrank mit Lesenswertem.

Dass der anthrazitfarbene edelunauffällige Bücherschrank gleichzeitig die in die Jahre gekommene und nicht weiter genutzte Kinderlitfaßsäule vom Standort verdrängt hat ist den meisten Einweihungsfeiernden gar nicht weiter aufgefallen. Oder sie haben es als Kollateralnutzen befriedigt zur Kenntnis genommen. Und dass der Bücherschrank ordentlich betreut wird, dafür sorgen die zwei Paten, die auch ein Auge darauf haben werden, dass sich keine unerwünschte Werbung darunter befindet.

 

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28.05.2019: Europawahl: Noch fällt die CDU Hochburg nicht. So wurde in Harheim gewählt.

Europawahl

So haben Harheimer*innen gewählt..

Aufatmen bei den Wahlhelferinnen und Wahlhelfer als pünktlich um 18 Uhr die Stimmabgabe geschlossen wurde und sich viele emsige Hände an die Auszählung der Zettel machten. Diejenigen der Beisitzer und Wahlvorstände, die auf einen ruhigen Sonntag gehofft hatten, hatten sich geirrt. Ein ständiges Kommen und Gehen der Wahlstimmenabgebungswilligen hatten dem Leerlauf keine Zeit übrig gelassen. Am Tagesende lag die Wahlbeteiligung in Harheim bei 65,5%. Aber damit liegt der wahlbeteiligungsmäßig an Spitzenwerte gewöhnte Stadtteil in Frankfurt gerade mal knapp an zehnter Stell und muss sich nicht nur Nieder-Erlenbach geschlagen geben, sondern auch noch so seltsamen Stadtteilen wie Dornbusch, Bockenheim, Nordend-Ost, Westend-Süd oder Sachsenhausen-Nord.

Nach der Auszählung aller Stimmzettel waren die Sieger und Verlierer in Harheim klar erkennbar. Die Günen hatten auch in Harheim mit 11,3% stark zugelegt. Die FDP konnte mit +3,3% ebenfalls Stimmengewinne verbuchen. Die anderen Parteien mussten dagegen mehr oder weniger deutlich Federn lassen.

  2019 2014  +/-
CDU 29,4 33,6 -4,2
SPD 14,6 24,7 -10,1
Grüne 27,0 15,7 11,3
AfD 8,4 10,3 -1,9
Linke 3,6 5,8 -2,2
FDP 6,9 3,6 3,3

(abgegebene Stimmen 2019: 2193

Interessant ist allerdings, dass sich die Ergebnisse der 575 Harheimer Briefwähler deutlich abheben. Schaut man sich diese Gruppe der Wähler, die in der o.g. Tabelle enthalten ist, alleine an, ergibt sich folgendes Bild:

nur
  Gesamt Briefwahl  +/-
CDU 29,4 35,3 -5,9
SPD 14,6 14,9 -0,3
Grüne 27,0 24,1 2,9
AfD 8,4 5,6 2,8
Linke 3,6 2,4 1,2
FDP 6,9 8,6 -1,7

Dabei zeigt sich aber auch in anderen Stadtteilen, dass der CDU-Anteil bei den Briefwählern in einem Bereich von 3-6 % höher ist, als der Präsenzwähler. Und adäquat ist der Anteil der Grün-Stimmen bei den Briefwählern geringer.

Natürlich unterliegen diese Daten zufälligen Einflüssen, die nicht exakt gemessen werden können. Dennoch bleibt die Vermutung, dass Ereignisse, die kurz vor dem Wahltag stattgefunden haben, so wie etwa der Ibiza-Skandal in Österreich aber auch das Rezo-Video in Youtube, bei den Präsenzwählern an der Urne eine spürbare Wirkung hinterlassen haben.

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22.05.2019 „Falschparker, schämt euch“. Die Bleiche – Parkplatz oder Anhängerabstellplatz?

Bleiche

Parken nur mit Parkscheibe. Maximal vier Stunden.

Wer nach der „Bleiche“ in Harheim mittels Navi, Google-Maps oder im Rhein-Main-Atlas sucht, wird enttäuscht sein. Zum Parkplatz an der Harheimer Bleiche findet man, wenn man Harheimer Ureinwohner danach fragt. Und die werden dann den Weg weisen zu dem kleinen Parkplatz am Eschbach, der an der Straße „Zur Untermühle“ liegt. Jeweils Anfang Oktober ist der Parkplatz für ein paar Tage von der Harheimer Kerb ist in Beschlag genommen. Den Rest des Jahres ist der Parkplatz an der Bleiche hauptsächlich für die Besucher des Bürgerhauses gedacht, oder für diejenigen, die bei DHL, im Comet, beim Zahntechniker, bei Motorrad Stöger, bei Manus Haarschiede oder sonstwo im Ortskern etwas abzuholen, auszuliefern, wegzuschicken, zu verschönern oder zu erledigen haben.

Bleiche

…ist doch eigentlich ganz klar und verständlich….

Nun aber Problem! Zum Unwillen der Bürgerhausgäste und der Kunden der kleinen Gewerbebetriebe ist der Parkplatz zunehmend mehr zum Abstellplatz für zwischengelagerte Bauhaus-Anhänger, Baumaschinen oder anderem aktuell nicht benötigtem Gerät geworden und die Parkplätze sind belegt. Also: ein typischer Fall für den Ortsbeirat. Und der Ortsbeirat hat gehandelt. Auf dem Parkplatz sollte die Parkzeit per Parkscheibe auf vier Stunden beschränkt werden. Und längerfristig abgestelltes Baustellengerät oder Transportanhänger müssten dann anderswo gelagert werden. Möglicherweise auf dem Gelände der Eigentümer.

…ist aber gleichzeitig irgendwelchen Anhängerverleihern scheissegal.

Nun ist das entsprechende Hinweisschild montiert. Für alle Fahrzeuge gilt: Parkscheibe einstellen und sichtbar auslegen. Offenbar ist die neue Regelung noch nicht allen Parkern aufgefallen. Die Zahl der ordnungsgemäß parkausgezeichneten Fahrzeuge ist noch gering. Gänzlich unbeeindruckt von der Sache zeigen sich die zwischengelagerten PKW-Anhänger. Die stehen noch immer da. Mit Ketten aneinander gekettet wie Sklaven im Mittelalter. Darauf wartend, dass sie gemietet oder benötigt werden.

Jetzt aber hat der Ortsbeirat erstmals bessere Karten auf der Hand. Die Anhänger ohne Parkscheibe stehen dort definitiv widerrechtlich. Jetzt könnte doch eigentlich die Verkehrspolizei einmal täglich zum abkassieren vorbeikommen. Leider aber ist es um die Rechte der Schwächeren im Straßenverkehr echt schlecht bestellt. Die Frankfurter Verkehrspozilei gibt über den Verkehrsdezernenten ganz unverblümt zu, dass sie solche Probleme mit Falschparkern äußerst betrüblich findet. Aber dass das Problem mit straßenbehördlichen Mitteln nicht unterbunden werden kann. Das muss man wohl so lesen: Da die Zahl der Falschparker – und da sind auch die gemeint, die auf Gehwegen oder Radwegen parken – durch das mühsame Ausstellen einer Verwarnung nicht reduziert werden kann, lässt man es einfach bleiben. Und sendet gleichzeitig noch ein ganz starkes Signal: Falschparker in Frankfurt, ihr parkt widerrechtlich, schämt euch, aber macht ruhig weiter so.

Bleiche

Seltsam, dass es nur Anhänger einer bestimmten Firma sind.

Im Harheimer Fall hat nun eine Gewerbetreibende vorgeschlagen, auf dem Parkplatz Bleiche Anwohnerparkplätze einzurichten. Ein sicherlich interessanter Vorschlag. Ob die Frankfurter Verkehrspolizei allerdings mehr Lust hat, ins cityferne Harheim zu reisen, um den Falschparkern auf den Anwohnerparkplätzen ein paar Tickets auszustellen, darf mit gutem Grund bezweifelt werden. Ganz abgesehen davon, dass die Gäste des Bürgerhauses dann dort auch nicht mehr parken dürften.

Es müssen also neue Ideen gefunden werden, um den straßenverkehrlichen Stadtteilfrieden herzustellen. Könnte man denn nicht alle Fahrzeuge ohne ordnungsgemäßer Parkscheibe einfach einziehen und an den Meistbietenden versteigern?

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19.05.2019: Ein Betrieb mit 150.000 Mitarbeitern in Harheim? Warum nicht?

Vorsicht Bienen

Vorsicht Bienen

Tag der offenen Tür bei einem Harheimer Betrieb mit 150.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern? Nein, Sie haben nicht falsch gelesen! Rund 40 interessierte Bürger strömen an diesem sonnigen Samstag auf die Friedhofserweiterungswiese hinter dem Friedhof. Auf genau diese Wiese, die Harheims SPD gerne mit Wohnungen bebauen würde, während Harheims CDU am liebsten einen Friedhain dort anlegen lassen würde. Hier stehen unauffällig einige unscheinbare grüne Kästen im hohen Gras. Wer genau lauscht, wird ein liebliches, leises Summen hören. Nämlich das Summen von etwa 150.000 Bienen, die dort bienenfleißig ihren Beitrag zu einem blühenden Wirtschaftsleben bringen.

Vorsicht Bienen

Vortrag am lebenden Objekt

Das wichtigste von Bienen erzeugte Produkt? Jeder denkt natürlich zuerst an Honig – liegt aber damit falsch. Die bedeutendste Leistung der Bienen ist die Bestäubung. Der volkswirtschaftliche Nutzen der Bestäubungsleistung übersteigt den Wert der Honigproduktion um das 10- bis 15-fache. Das sind rund 2 Milliarden Euro jährlich in Deutschland. Anke Schumacher, Chefin über die Bienenvölker und Hobbyimkerin und gleichzeitig Mitglied bei der Vereinigung der Naturschützer und Jäger in Harheim, erwähnt es nur im Nebensatz. „Gibt es keine Bienen mehr, müssen Blüten von Hand bestäubt werden…“. So wie es teilweise in der chinesischen Region Sichuan schon erforderlich ist, wo fast alle Insekten durch Pestizide getötet wurden. Man wollte ja nur Schädlinge bekämpfen. Aber die Bienen hat man eben mit den Insektiziden mit erwischt. Dumm gelaufen. Noch können die Zuhörer froh sein, dass es nur in China passiert ist. Aber hier bei uns hat man ja auch schon Schlimmes über das Bienen- und Insektensterben gehört.

Achtung Bienen

Schutzkleidung ist manchmal wichtig.

Darüber hinaus erfahren die neugierigen Bieneninteressenten allerlei erstaunliches und interessantes. Über das Gewicht einer Biene (0,1 Gramm), über die politische Organisation des Staates (Monarchie mit einer Königin an der Spitze) und über das kurze und tragische Leben der „Drohnen“ – das sind die männlichen Bienen. Die männlichen Bienen haben im Gegensatz der weiblichen keinen Stacheln und ihre einzige Lebensaufgabe besteht in der Befruchtung der Königin. Die männlichen menschlichen Zuhörer schmunzeln noch. Aber wenn die Geschlechtsgenossen bei den Bienen die Aufgabe der Befruchtung geschafft haben, sterben sie. Haben sie diese Aufgabe nicht geschafft, sterben sie auch, aber etwa 30 bis 40 Tage später. Dann werden sie definitiv nicht mehr gebraucht und die Bienen verwehren ihnen den Zutritt zum Bienenstock und zu Futter. Die meiste Zeit ist das Bienenvolk also eine reine Frauenwirtschaft. Einige Zuhörer stöhnen gequält auf. Wie kann die Natur gegenüber Männern nur so grausam sein!

Achtung Bienen

Die Zuschauer achten auf respektvollen Abstand…

Und dann zieht sich Anke Schumacher ihre Imkerinnen-Schutzkleidung über, denn auch bei vorsichtigstem Umgang könnte mal ein Bienchen eingeklemmt werden und sich mit ihrem Stachel wehren. Vorsichtig öffnet die Hobbyimkerin die Bienenbeute und zieht ein Wabenrähmchen heraus. Dutzende fleißiger Bienen lassen sich an diesem Samstagmorgen nicht weiter stören, als sie aus respektvollem Abstand von der Gattung Mensch eingehend bei der Arbeit betrachtet werden.

Achtung Bienen

Mal von ganz Nahem sehen…

Jetzt ist die Show zu Ende. Die Wabe kommt zurück in die Beute und der Deckel wieder drauf. Die Eiswürfel für eventuelle Stiche werden weggepackt und bei selbstgekeltertem Äppler stehen die interessierten Zuschauer noch lange zusammen, diskutieren über die wundersame Natur und sehen den fleißigen Bienen bei der Arbeit zu. Für Anke Schumann ist die Arbeit mit den Bienen nur ein Hobby. Davon leben könnte sie trotz ihrer 150.000 Mitarbeiterinnen nicht. Oder nur, wenn sie mit ihren Mitarbeiterinnen auf Wanderschaft ginge.

Achtung Bienen

So, nun wird wieder zugemacht…

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