30.10.2020 Platz für Kinder. Container schafft Raum für ESB-Betreuung an der Grundschule.

Links Container, rechts Grundschule

Endlich Entspannung in Sicht. Viele Eltern (und Kinder) in Harheim werden aufatmen. In den letzten Tagen ist eine 270.000 Euro teure Metall-Container-Anlage  an der Grundschule angeliefert worden und im Augenblicklick wird noch der rot-grüne Innenausbau fertiggestellt und alles betriebsfertig gemacht. Ab der nächsten Woche können dort in den zwei Räumen plus einem Büroraum weitere 40 Kinder Platz für die Erweiterte Schulische Betreuung (ESB) finden, nachdem im August bereits die Räume der ehemaligen Grundschule in Berkersheim – ebenfalls für eine ESB Gruppe mit etwa 30 Harheimer Kindern – hergerichtet wurden und jeden Tag die Kinder mit dem Bus dorthin und wieder zurück gefahren werden.  

Fast drei Jahre lang, von Anfang 2018, war die Nachfrage nach Betreuungsplätzen im Hort oder ESB-Bereich weit größer als das im Stadtteil vorfindbare Angebot. Vermutlich eine Folge des Neubezugs der Häuser im Baugebiet Harheim-Süd.

Noch arbeiten Handwerker in den Räumen für die Kinder

Da mussten Eltern bangen, ob sie für ihr Kind oder ihr Geschwisterkind ebenfalls in Harheim einen Betreuungsplatz bekommen, oder ob sie morgens das eine Kind nach H und das andere nach B, notfalls am anderen Ende der Stadt, bringen müssen. Oft genug eine logistische Meisterleistung, mit der familiäre Arbeitstage beginnen.

Seit Frühjahr 2018 hatte der Ortsbeirat versucht, auf allen möglichen Kanälen übergangsweise oder dauerhaft Lösungen für dieses Problem zu finden. Grundstücke wurden geprüft und verworfen, mal sollte eine Kindertagesstätte in ein ehemaliges Fitnessstudio gebaut werden, mal in den Innenhof einer Wohnanlage.

grün-rote harmonische Farbgebung

Jetzt, zwei Jahre danach, löst sich das Problem ausgerechnet im schwierigen Corona-Jahr. Erst Berkersheim, nun die zusätzlichen Container an der Grundschule. Allerdings darf nicht vergessen werden: Sowohl die Ex-Grundschule Berkersheim wie auch die Container in Harheim sind keine dauerhafte Lösung. Und solange man nicht mit wieder sinkenden Zahlen von Schülerinnen und Schülern rechnen kann, muss eine dauerhafte Lösung noch gefunden werden.

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22.10.2020 Heller Asphalt in Harheim. Mit neuen Ideen das Klima retten.

Straßenbelag mit heller Oberfläche. Dem Klima wegen.

Die Stadt Frankfurt hat sich ein ambitioniertes Ziel gesetzt. Das Klima soll gerettet werden. Bis zum Jahr 2030 sollen die CO2 Emissionen halbiert und spätestens 2050 sogar um 95% im Vergleich zum Jahr 1990 gesenkt werden. Nur ist die Stadt Frankfurt nach der aktuellen CO2 Bilanz hinter dem Plan und muss die Anstrengungen deutlich erhöhen. Die Grünen in Harheim schlagen dafür vor, einige Straßen des Baugebiets an Urnbergweg und Eckstraße mit hellem Asphalt als Straßenbelag zu versehen und mit Messungen zu untersuchen, ob sich Klima und Wohnklima so langfristig verbessern und CO2 eingespart wird. Heller Asphalt? Wo ist da der Trick?

Bevor das Baugebiet 910 zum Wohngebiet wurde, war es das Firmengelände der Bauunternehmung Weiler und der Asphalt und Mischwerke GmbH (AM). Und genau mit dieser Straßenbaufirma Asphalt und Mischwerke GmbH hat der Ex-Harheimer Bauunternehmer Lutz Weiler einen hellen Asphalt entwickelt, der wasserdurchlässig ist und zugleich die Sonne reflektiert. Nach Angaben von Bauingenieur Weiler reflektiert normaler schwarzer Asphalt 10% der Sonneneinstrahlung und speichert die anderen 90% der Energie in Wärme, die er nachts wieder an die Umgebung abgibt und so natürlich auch Wohnhäuser aufheizt. Der helle, farbige Asphalt dagegen reflektiert 25-30% der Sonnenenergie und sorgt so dafür, dass die Straßenoberfläche etwa 6-8°C kühler bleibt und die Wärmebelastung zurück ins All reflektiert wird. Daneben hat diese neue Art von Asphalt hinsichtlich der Wasserdurchlässigkeit ähnliche Eigenschaften wie ein Feld. Das Regenwasser versickert und wird nicht über die Kanalisation abgeleitet, wie es bei dem versiegelnden Asphalt der Fall ist.

Offenbacher Teststrecke in der Oberen Grenzstraße

Damit spricht eine Menge für den neuen Straßenbelag. Vielleicht zeigt ja bald ein Praxisversuch, ob die neue Straßenoberfläche hält, was sie verspricht und mit dazu beiträgt, das Wohnklima im Sommer erträglich zu halten. Der nächste Sommer kommt bestimmt und die Natur wartet nicht bis die Frankfurter ihre Klimaallianz auf die Reihe gekriegt haben. In Offenbach sind sie schon etwas weiter. Dort gibt es in der Oberen Grenzstraße bereits eine Teststraße mit hellem Asphalt.
Vielleicht also jetzt auch bald in Frankfurt Harheim am Urnbergweg? Das wäre der ideale Ort für diesen Test. Schließlich kennt sich Lutz Weiler hier schon bestens aus.


Fakten und Quellen
Informationen zum Frankfurter Masterplan 100 https://www.masterplan100.de/home/
Informationen zum hellen Asphalt: https://www.klimaphalt.de/

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20.10.2020 Das Dreamteam für die Ortsbeiratswahl: Die Grünen in Harheim haben eine volle Kandidat*innenliste

Neun Kandidat*innen, fünf Frauen und vier Männer, stehen auf der Vorschlagsliste von Bündnis90/Die Grünen der Stadtteilgruppe Harheim für die Wahl des Ortsbeirats am 14. März 2021. Coronabedingt mit Luftfilter, Stoßlüftung und ausreichendem Abstand hatte am Montagabend im alten Rathaus Kreisvorstandssprecher der Frankfurter Grünen Bastian Bergerhoff die Wahlhandlung eröffnet und routiniert für den ordnungsgemäßen und unfallfreien Verlauf der Wahl gesorgt. In einer ruhigen und von viel Teamgeist geprägten Sitzung ohne Kampfkandidaturen hat die Stadtteilgruppe eine Liste aus Mitgliedern und Unterstützer*innen aufgestellt, in einzelnen Wahlgängen abgestimmt und beschlossen. Auf den Top Positionen sind gewählt der Fotograf und langjähriges Mitglied im Ortsbeirat Helmut Seuffert, die Diplom-Übersetzerin und Ortsbeirätin Sabine Lubkowitz, die Pädagogin Simone Machauer und die IT-Testmanagerin Dr. Ute Spoerel. Auf den weiteren Plätzen folgen Martin Prescher, Ralf Wendenhorst, Maren Brösamle, Ralf Kleinschmidt und Elisabeth Schwarz-Gangel. Die Grünen liegen im Trend. Dank dem gestiegenen Interesse und den wachsenden Mitgliederzahlen ist es zum ersten Mal seit dem Bestehen der grünen Stadtteilgruppe in Harheim gelungen, die Vorschlagsliste mit neun Kandidat*innen zu besetzen.  

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16.10.2020: Weniger LKWs durch Harheim. Baustellenzufahrt an der B3 für den Bahnausbau kommt bald.

Die B3-Brücke über die Nidda

Kommt sie, oder kommt sie nicht, die von der DB Netze AG lange versprochene Baustellenabfahrt an der B3 für den Schwerlastverkehr? Lange Zeit schien es, als habe sich das Interesse der Deutschen Bahn an dieser Zufahrt verflüchtigt und die 70, 80 oder mehr LKW-Bewegungen täglich würden über Harheim, die ertüchtigte Niddabrücke und dann durchs Niddatal fahren. Nun aber – zumindest für Harheim – gute Nachrichten, die mit Verkehrsbehinderungen auf der B3 beginnen:

„Auf der B3 wird seit Montag, 21. September 2020 zwischen dem Preungesheimer Dreieck und Bad Vilbel-Massenheim in Höhe der Niddabrücke eine knapp ein Kilometer lange Baustelle eingerichtet. Die Fahrstreifen sind in beiden Fahrtrichtungen verengt und die Geschwindigkeit im Baustellenbereich ist reduziert. Die geänderte Verkehrsführung auf der B3 bleibt voraussichtlich bis Anfang/Mitte 2022 bestehen.

Die Baustelle ist erforderlich, weil die B3 an dieser Stelle eine Behelfsabfahrt erhält. So kann der Baustellenverkehr für den S6-Ausbau über neue Baustraßen und eine temporäre Hilfsbrücke über die Nidda direkt zur darunter gelegenen Eisenbahnbaustelle gelangen. Die Behelfsabfahrt an der B3 ist Teil des mit den Städten Frankfurt am Main und Bad Vilbel abgestimmten optimierten Logistikkonzepts für den Ausbau der Bahnstrecke.“

Hier wird die DB für den LKW-Baustellenverkehr eine Abfahrt bauen

Nach Angaben der DB muss der bestehende Bahndamm gesichert und stabilisiert werden und über die neue Baustellenabfahrt werden Baugeräte und Material angeliefert. Auch der Harheimer Ortsbeirat hatte die B3-Baustellenabfahrt immer wieder eingefordert, um den LKW-Verkehr durch Harheim zu verhindern.






Fakten und Quellen
Informationsseite der DB Netze: https://www.s6-frankfurt-friedberg.de/nachrichtenleser/geaenderte-verkehrsfuehrung-auf-der-b3.html

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12.10.2020 Neue Nachbarn für Ikea. Im GrüngürtelPark Nieder-Eschbach wird ein neues Gewerbegebiet geplant.

Rechts Ikea, links soll das neue Gewerbegebiet hin

Was man halt alles in Koalitionsvereinbarungen reinschreibt, wenn das Papier geduldig genug ist. Zum Grüngürtel zum Beispiel: „[Er] … wird vor Bebauung geschützt und wo möglich erweitert, zum Beispiel indem wir die Fläche des künftigen „GrünGürtelPark Nieder-Eschbach“ sukzessive dem GrünGürtel zuschlagen.“ Reingeschrieben und unterzeichnet haben das CDU, SPD und die Grünen im Jahr 2016 im Frankfurter Römer. Jetzt, nicht mal fünf Jahre später ist es mit dem „Wir“ und der freundlichen Koalitionsstimmung vorbei, keiner kann sich mehr gerne erinnern, und wenn man schon keine Wohnsiedlung im Frankfurter Norden auf diesen nutzlosen Grünflächen bauen kann, die nur fürs Zuckerrübenanbauen taugen und die ja geradezu nach Versieglung und Bebauung schreien, dann wenigstens ein Gewerbegebiet. Dreißig Hektar Grünfläche aus dem genannten GrünGürtelPark Nieder-Eschbach sollen erst mal versiegelt und dann ein Gewerbegebiet drauf gebaut werden. Planungsdezernent Mike Josef (SPD) hat das vorgeschlagen. Frankfurt braucht ein neues Gewerbegebiet, meint er. Der Planungsdezernent braucht vielleicht auch noch ein paar Ergebnisse vor der nächsten Kommunalwahl.

noch ist Ikea von Grün umgeben

Aber keine Panik. Es soll ja gar nicht gleich bebaut werden. Es soll nur geprüft werden, ob das Stück GrünGürtelPark zur Bebauung mit Gewerbe taugt. Ausgewiesene Kenner der Materie wissen allerdings, dass solche Prüfaufträge gerne an solche Ingenieurbüros vergeben werden, die auch das gewünschte Ergebnis liefern. Ist der Prüfauftrag vergeben, ist die Sache so gut wie geritzt. Aber kann man denn so einfach Grünfläche und Ackerflächen in Gewerbegebiet umwandeln? Ja schon. Das ist in Hessen in der Kompensationsverordnung geregelt. Solche verlorengegangene Grünflächen müssen nur ausgeglichen werden.

Welch genialer Deal zeichnet sich hier nun ab! Damit der GrünGürtelPark bleiben darf wie er ist, wird ein Stück zukünftiges Gewerbegebiet rausgeschnitten und zum Ausgleich bleibt der Rest GrünGürtelPark. Ins Amtsdeutsch übersetzt klingt das so: „..[Es wird sichergestellt, dass]…Freiflächen in ausreichendem Umfang erhalten bleiben, um insbesondere deren klimatische Funktion aufrechtzuerhalten und als GrünGürtelPark Nieder-Eschbach gesichert werden“. Praktisch übersetzt ist das so, wie wenn ich von Ihrer Geburtstagstorte zwei Stück wegnehme, und Ihnen unter viel Tamtam großzügig und gönnerhaft die restlichen zehn Stück an Ort und Stelle zurückgebe. Immerhin können wir uns den Angstschweiß von der Stirn wischen: von den klimatischen Funktionen der Grünflächen hat der Magistrat offenbar schon mal gehört, der sich gelegentlich Gedanken macht, wie man die im Sommer überhitzten Wohnquartiere in den teuren Innenstadtlagen temperaturmäßig gebändigt kriegt. (Wieviel Fassaden müssen für 30 Hektar verlorene Grünfläche begrünt und wieviele Straßenbäume gepflanzt werden?.)

So sieht es auf der anderen Seite von Ikea aus: landwirtschaftlich genutzte Grünflächen

Damit das aber nicht so arg auffällt, dass auch Frankfurts Planungsdezernat eifrig mithilft, klimatisch wichtige Grünflächen zu versiegeln, bietet man einen ortsnahen Ausgleich an. „Mögliche Eingriffe in den Geltungsbereich des Rahmenplans GrünGürtelPark Nieder-Eschbach müssen qualitativ und zusammenhängend im Frankfurter Norden (Ortsbezirke 13, 14, 15) ausgeglichen werden.“

Wie darf man sich das vorstellen? Wird dann für die 30 Hektar Grünfläche, die in Nieder-Eschbach für weitere SuperStores versiegelt werden, entsprechend 30 Hektar versiegelte Fläche in Nieder-Eschbach, Nieder-Erlenbach und Harheim entsiegelt und renaturiert? Gibt’s da überhaupt so viel ausgleichgeeignete Fläche?


Fakten und Quellen
Die genannten Quellen zum Nachlesen sind unten verlinkt:

Magistratsvorlage M 154

Plan vom GrünGürtel-Park Nieder-Eschbach

Koalitionsvertrag 2016 zwischen CDU, SPD und GRÜNE
(Die Vereinbarung über den „GrünGürtelPark Nieder-Eschbach“ finden Sie auf Seite 28):



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