21.02.20: Bus 25 zum Frankfurter Berg? Zweiter Anlauf zur Veränderung des Linienverlaufs ist erfolgreich.

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Tja, der liebgewonnene 25er Kleinbus 

Nein, es ist noch nichts verändert. Der Bus 25 fährt erst einmal weiterhin im Falle der Niddabrückensperrung zum Frankfurter Berg, aber dann wieder regulär zum Berkersheimer Bahnhof. Aber….. Gespannte Nervosität unter den zahlreich interessierten Bürger*innen in der Januarrunde im Ortsbeirat. Nach einer fachunkundig zusammengebastelten Umfrage der örtlichen CDU haben 60% der Befragten – wer immer das auch war – sich dafür ausgesprochen, die Buslinie 25 zukünftig zum Frankfurter Berg zur S6 fahren zu lassen anstelle zum BERkersheimer Bahnhof. Da entlud sich Unmut und Zorn der Bürger*innen über den Häuptern der CDU Ortsbeiräte bis dann schließlich Fraktionssprecher Stefan Quirin mit einem besänftigenden „das ist doch nur eine Anfrage“ den Antrag zur Beruhigung der Bürger*innen zurückstellte. Eine Runde später, in der Februarsitzung, war erheblich mehr Ruhe im Dorfparlament und so konnte der gleiche Antrag im Windschatten zweier anderer Anträge durchgewunken werden. Also: der Magistrat soll die Vor- und Nachteile für die Fahrgäste darstellen und bewerten.

Wer eine Ahnung davon hat, wie schnell in der Stadt Frankfurt solche Anfragen zu praktisch spürbaren Auswirkungen führen, lehnt sich erst einmal entspannt zurück. Eine Buslinie einfach einmal einen anderen Weg fahren zu lassen, so eine Idee braucht von ihrer Licht-der-Welt-Erblickung bis zur Realisierung locker ein paar Jährchen. Also alles in Butter? Nein. Auch nicht.

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Schön war die Zeit ….25er Bus

Wer einen aktuellen RMV Fahrplan zur Hand hat, kann selbst einfach vergleichen, wo die Vor- und Nachteile einer geänderten Linienführung liegen. Der Bus 25 braucht auf der regulären Route von der Haltestelle Am Eschbachtal bis zum Berkersheimer Bahnhof (BB-Route) drei Minuten. Fährt der Bus 25 zum Frankfurter Berg (FB-Route), braucht er 13 Minuten, als 10 Minuten mehr, oder für die Statistikexperten der CDU: eine 333% längere Fahrzeit. Selbst wenn wir für den fairen Vergleich die zwei Minuten Reisezeit der S6 zwischen Berkersheimer Bahnhof und Frankfurter Berg abziehen, dauert die Fahrt immer noch 8 Minuten oder 266% länger.

Also halten wir fest: Buslinie 25 zum Frankfurter Berg bedeutet für die ÖPNV-User im schlimmsten Falle morgens und abends 16 Minuten mehr Reisezeit. Also 266% länger.

Nun hat sich in den letzten Wochen gezeigt, dass der Bus auf der FB Route zum Frankfurter Berg nicht nur einen wesentlich weiteren Weg zurücklegt, sondern auch noch regelmäßig sowohl in der Korffstraße in Harheim als auch im Harheimer Weg in Bonames in ziemlich dichten Verkehr gerät, weil auf den Straßen legal parkende Autos den Bussen im Weg stehen. Die CDU Harheim hatte deshalb schon beantragt, dass die Bonameser Anwohner im Harheimer Weg durch ein Halteverbot sanft dazu veranlasst werden sollen, für ihr Fahrzeug einen anderen Standplatz zu suchen, damit die Harheimer rechtzeitig zur S6 am Frankfurter Berg kommen. Die Situation in der Harheimer Korffstraße ist ähnlich. Die Kunden der Bäckerei und der Metzgerei parken regelmäßig und stehen der Buslinie 28 und den dazu gekommenen Bussen der Linie 25 im Weg. Also wird auch hier ein Halteverbot zu erwarten sein.

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Berkersheimer Bahnhof

Halten wir fest: Buslinie 25 ist auf dem Weg zum Frankfurter Berg durch parkende Autos verspätungsgefährdet. Fährt der Bus wie bisher zum Berkersheimer Bahnhof liegt das Stau- und Verspätungsrisiko nahe bei Null.

Nun steht es also schon 2:0 fürs Ziel Berkersheimer Bahnhof für den 25-er Bus.

Nun kommt man doch ins Grübeln. Wo könnten denn eigentlich die Vorteile liegen, den Bus ausgerechnet zum Frankfurter Berg zu schicken. Die Sache klärt sich, wenn man berücksichtigt, dass in diesem Bus nicht nur Menschen fahren, die zur S6 kommen wollen, sondern auch ÖPNV-Benutzer, die vielleicht in Bonames in die U2 umsteigen wollen. Die können dann wählen zwischen dem 28er und dem 25er und haben den Vorteil, dass mehr Busse pro Stunde fahren und sie nicht so lange warten müssen. Ist nur dumm, dass das klassische Prisoners Dilemma eintritt: Dem zusätzlichen Vorteil der U2-Umsteiger steht der Nachteil der S6-Umsteiger mit den längeren Fahrtzeiten entgegen. Also ein Vorteil für die einen, der gleichzeitig für andere ein Nachteil ist. Das spricht nicht eindeutig für die eine oder andere Lösung, wir vergeben daher in der Bewertung keinen Punkt und es bleibt beim 2:0.

Dabei könnten wir das belassen und wenn der Magistrat mit viel Aufwand zum gleichen Ergebnis kommt, müsste er das so darstellen. Aber halt, da gibt es noch einen Pferdefuß an der Sache.

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Bus 25 am Berkersheimer Bahnhof

Der Experte bei der VGF wird ziemlich schnell erkennen, dass die neue Linienführung für den 25er Bus zum Teil identisch mit dem 28er Bus ist und zum anderen Teil mit dem 27er Bus. Ohne Problem können Fahrgäste in der Bonameser Hainstraße vom 25er (oder auch 28er) in den 27er wechseln und zum Frankfurter Berg fahren. Zwei Busse auf der gleichen Route? Das hat den Nachteil, dass vielleicht dann beide Busse nicht mehr ausgelastet sind. Und da auch die VGF das Geld nicht im Keller drucken kann, wird dem aufmerksamen Sachbearbeiter auffallen, dass die Buslinie 28, die aktuell am Lindenhof in Harheim endet, einfach bis nach Nieder-Erlenbach fortgeführt werden kann und dann ist die Linie 25 überflüssig.

Sie meinen, so etwas würde die VGF doch nieeeeee tun? Sie meinen, die ÖPNV-Bus-Fans werden auf die Barrikaden gehen, wenn ihnen ihr 25er Bus genommen wird? Hoffentlich täuschen Sie sich nicht. Denn die VGF könnte vorschlagen, durch die neue, verlängerte 28er-Busroute den 25er überflüssig zu machen und zum Ausgleich den 28er einfach häufiger fahren zu lassen. Das wiegt zwar den FB-Routen-Fans die Nachteile nicht auf, aber versüßt immerhin die bittere Pille für alle ein wenig.

Vielleicht hat die CDU Harheims bei dem Antrag so weit nicht gedacht. Das wäre eigentlich prima. Aber es könnte noch einen anderen Grund geben, den 25er nicht mehr zum Berkersheimer Bahnhof fahren zu lassen. Die Deutsche Bahn hat beim Ausbau der Bahnlinie auf vier Gleise gerade massive Probleme nicht nur mit dem 25er Bus und dessen Fahrgästen (wo soll der Bus mal halten und wenden können, wie kommen Fahrgäste vom Bus auf den S6-Bahnsteig), sondern insgesamt mit dem Problem wie Menschen über die Bahngleise in den Nachbarstadtteil kommen. Augenblicklich sieht es nach einer teuren Omega-Brücke aus. Wie aber ist es, wenn da gar kein 25er Bus mehr hochfährt und irgendwo halten oder wenden muss. Die paar übriggebliebenen Fahrgäste, die dort auch ohne Busanschluss unbedingt ein- oder aussteigen wollen, die kriegt man auch mit einer Behelfsbrücke auf den Bahnsteig. Nur den Radfahrern eine schicke Omegabrücke für 10 oder 12 Milliönchen hinzustellen, das wird ernsthaft niemand machen. Für dieses Geld kriegt man in der Innenstadt mindestens 3 Kilometer Radweg gebaut. Und wenn das Niddatal für den Kfz-Verkehr gesperrt bleiben soll, dann macht doch die Omegabrücke keinen Sinn mehr.

Das ist zwar kein direkter Nachteil für die Benutzer von Bus und Bahnen. Sondern für die Radfahrer. Aber wen interessieren die denn eigentlich.…..

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15.02.2020 Konsequenzen. Was aus der Suche nach Werten werden kann: Jusos zeigen Harheims Ortsvorsteher Immel (CDU) an.

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Demonstrierende Jusos vor dem friedlichen Bürgerhaus? Geht gar nicht.

Dabei ging´s doch nur um Werte. Die Frankfurter Jusos haben den Harheimer Ortsvorsteher und CDU-Stadtbezirksverbandsvorsitzenden Dr. Frank Immel wegen übler Nachrede angezeigt. Nächste Stufe auf der Eskalationsleiter von einer anfangs eher unverfänglichen Einladung zu einem friedlichen Diskussionsabend über politische Werte zu der später nachfolgenden Absage mit der Begründung, in Harheim könnte wegen einer Demonstration mit Lautsprecherwagen das Eigentum von Bürgern durch das „linksradikale Demonstrationspersonal“ gefährdet sein. Mittlerweile bahnt sich an, dass da noch erheblich mehr Porzellan in Scherben geht, als beabsichtigt. Wie konnte es eigentlich nur soweit kommen? Schauen wir doch einmal zurück….

Die CDU-Harheim läd zu einem Impulsvortrag mit anschließender Diskussion zum Thema „Wie kann die CDU Volkspartei bleiben“ den Bundesvorsitzenden der WerteUnion, Alexander Mitsch ins Harheimer Bürgerhaus ein. Über die Notwendigkeit für diese Veranstaltung wollen wir nicht weiter nachdenken. Ob die Auswahl des Referenten glücklich war oder nicht, aber schon.

Innerhalb und außerhalb der CDU hatte sich der Experte in Sachen Werte zielstrebig den zweifelhaften Ruf erarbeitet, in der Grauzone zwischen CDU und AfD sowohl die eine als auch die andere Partei und deren Positionen lieb zu haben und Wert zu schätzen. Selbst innerhalb der CDU hatte Mitsch zahlreiche Freunde gefunden, die einen Rücktritt der Bundeskanzlerin Angela Merkel gewünscht und gefordert haben. Zahlreiche rechtslastige Aussagen zu Flüchtlingen und Asylbewerbern lassen sich im Internet leicht googeln. Wir zitieren diese Sätze nicht.

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Mit Lautsprecherwagen vor dem Bürgerhaus friedliche Bürger stören? Neeee…..

Nachdem in Thüringens Ministerpräsidentenwahl die Werte Ehrlichkeit, Geradlinigkeit und Aufrichtigkeit Schaden gelitten hatten, geriet auch CDU-Wertefachmann Alexander Mitsch ein wenig in die Schusslinie, der die Wahl des FDP Kandidaten Kemmerich mit den AfD Stimmen auf das herzlichste bewunderte und begrüßte. Was arge Kritik aus der Bundes CDU nach sich zog und den Vorschlag, der Werteunion doch endgültig den Stuhl vor die Tür zu stellen, weil die CDU keine AfD Hilfstruppe benötige und schon gar keine, die die Werte der CDU nicht teilt. (Christian Bäumler, Bundesvize des CDU-Arbeitnehmerflügels)

Als zeitgleich noch öffentlich wurde, dass Alexander Mitsch neben der CDU auch die AfD mit finanzieller Unterstützung förderte – wenn auch eher in symbolischer Höhe – wäre vielleicht noch Zeit gewesen, einmal darüber nachzudenken, ob der Gastredner in Harheim noch die richtige Besetzung ist. Zumal sich der Widerstand gegen diese Veranstaltung bei weitem nicht nur auf Linksradikale beschränkt hatte, sondern auch innerhalb der Frankfurter Christdemokraten auf Abneigung stieß. Nur hatte vielleicht eine passende Begründung  gefehlt, den Redner Mitsch und die rechts wegrutschende Wertedebatte diskret zu entsorgen.

Dann überschlagen sich die Ereignisse. Bedingt durch die Thüringer MP-Wahl verstärkt sich die Abneigung gegen den Werteprediger auch in Frankfurt und die Jusos melden eine Demo vor dem Harheimer Bürgerhaus an. Mit Lautsprecherwagen.

Vielleicht wird der Harheimer CDU nun doch bewusst, welche Sprengkraft sich in Werten verbergen könnte. Dankbarerweise liefert die Demo-Anmeldung der Jusos aber jetzt die Begründung für die Absage der demokratischen Wertebutterfahrt. Drastische Horrorszenen vom marodierenden schwarzen Block vor dem Bürgerhaus in den Schafgärten werden herbeigeredet. Weil „hysterisches Geschrei … auf linken Plattformen“ drohe und eine Demo sogar mit Lautsprecherwagen genehmigt worden wäre, und weil sich die CDU plötzlich wegen Gefahren für die Bürger und deren Eigentum sorgt, wird die Veranstaltung abgesagt. Jetzt denkt niemand mehr nach, ob die Gefahren für Bürger und deren Eigentum vielleicht gerade erst durch die unverfängliche Wertediskussion erzeugt worden sind.

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Die richtigen Werte?

Gleichzeitig mit der Harheimer CDU gibt der Frankfurter CDU Kreisvorsitzende Jan Schneider bekannt, dass die Veranstaltung abgesagt sei und rückt das Wertebild wieder gerade: „Mir war von Anfang an nicht klar, was diese Veranstaltung bringen sollte. Wir brauchen die Werteunion nicht ….“. Schneider sieht also keinen Bedarf an Wertediskussion, die Harheimer Christdemokraten dagegen immer noch. Wer ist jetzt Teil des Problems und wer Teil der Lösung?

Und warum nun die Strafanzeige der Jusos? Die SPD-Jugend hatte die Kundgebung in Harheim ordnungsgemäß angemeldet aber fühlen sich durch die Worte „… wegen des sich ankündigenden, linksextremen Demonstrationspersonals“ übelst beleidigt, weil die Harheimer CDU die Antragsteller einer legalen Demonstration im Vorfeld als gewalttätig bezeichnet haben könnte. Üble Nachrede nennt man das im Amtsdeutsch.

Das ist schon recht schwierig mit den Werten. Aus dem Skandälchen kann doch noch mit etwas unbedachter Pflege ein ausgewachsener Skandal werden. Vielleicht aber verstärkt die Strafanzeige sowohl in der Harheimer als auch in der Frankfurter CDU tatsächlich die Besinnung auf christliche und demokratische Werte. Vielleicht auch nicht. Es wäre nicht der erste Fall im Frankfurter Norden, in dem ein Mitglied der CDU plötzlich die neue Werteheimat in der AfD entdeckt.

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12.02.2020: Schon wieder! CDU Harheim stimmt gegen Barrierefreiheit.

Brücke

Das ist NICHT barrierefrei

Liegt es nur daran, dass die Grünen Antragsteller sind? Oder haben die CDU-Ortsbeiräte die komplizierte Sachlage am Berkersheimer Bahnhof nicht verstanden? Wir wissen es nicht und es bleibt ein Rätsel. Dabei ist es gar nicht so schwer. Es geht um den Berkersheimer Bahnhof und den Ausbau auf vier Gleise. Und es geht um die Frage, wie Fußgänger und Radfahrer die Gleise überqueren können oder wie sie auf den Bahnsteig kommen. Denn der beschrankte Bahnübergang wird in absehbarer Zeit für immer geschlossen und beseitigt. Und die 30 Jahre alte steile provisorische Holzbrücke wird abgeräumt, weil zu kurz.

Im Endzustand sollen dort zwei Brückenbauwerke entstehen, nämlich die Omegabrücke, für  Fahrzeuge, Radfahrer und landwirtschaftlichen Verkehr und zusätzlich ein Brückenbauwerk für Fußgänger und Radfahrer, um auf den Bahnsteig zur S6 zu gelangen. Über diese Brücke könnten die Gleise ebenfalls überquert werden. Wann die Omegabrücke einmal stehen wird, ist unklar, sie ist bis jetzt weder geplant, noch beschlossen. Das kann 10 oder 15 Jahre dauern. Die Brücke für Fußgänger zu den Gleisen wird gebaut, sobald die Verlegung der zusätzlichen Gleise abgeschlossen ist. Aber: was ist während der Bauzeit? (Die provisorische Holzbrücke ist bald nicht mehr da).

Barrierefrei?

Auch das ist nicht barrierefrei: 80 cm breiter kombinierter Fahrrad- und Gehweg an der Niddabrücke

Die DB Netze AG hat angegeben, dass die Holzbrücke während der Bauzeit durch eine provisorische Metallbrücke ersetzt wird. Da das eine provisorische und baustellenbedingte Einrichtung ist, wird sie nicht barrierefrei sein. Menschen mit Kinderwagen, schwerem Gepäck, Rollator, im Rollstuhl werden also nicht in jedem Falle auf den Bahnsteig gelangen oder die Schienen überqueren können. Wenn die Stadt Frankfurt diese Brücke unbedingt barrierefrei haben will, soll die Stadt Frankfurt auch die Kosten übernehmen.

An dieser Stelle kann man den Unterschied zwischen Optimisten und Pessimisten sehr leicht erklären. Optimisten sind Menschen, die auf die Aussagen von DB und Stadt Frankfurt grundsätzlich vertrauen. Als Pessimisten lassen sich Menschen bezeichnen, die aufgrund der schlechten Erfahrungen mit DB oder den kommunalen Magistratsmenschen mit Vertrauen sehr sparsam umgehen. Wenn die neue provisorische Metallbrücke auch nur halb so lange steht, wie das Vorgängermodell aus Holz, dann haben Kinderwagenschieber, Rollatorenbeweger, Radfahrer und Rollifahrer eben geloost.

Und genau aus diesem Grund haben die Grünen beantragt, dass auch diese – als provisorisch bezeichnete – Brücke barrierefrei sein muss. Diesen Antrag hatte CDU und BFF am 18.3.2019 abgelehnt. Der Antrag wurde von den Grünen aktuell erneut gestellt und ist am 10.2.2020 genauso überraschend von CDU und BFF wieder abgelehnt worden.

In der Diskussion beharrte der CDU-Ortsvorsteher Dr. Frank Immel und der CDU-Fraktionssprecher Stefan Quirin darauf, dass die CDU selbstverständlich immer für die Barrierefreiheit der Brücken gewesen sei und CDU-Ortsvorsteher Immel listete sogar die entsprechenden Anträge einzeln auf. Eine Begründung, weshalb die CDU nun wiederholt gegen die Forderung nach Barrierefreiheit stimmt, wurde nicht gegeben.

Wo sie das nachlesen können? Nein, greifen Sie nicht zu Grimms Märchen. Viel einfacher geht das mit Parlis, die Links sind hier:

Antrag der Grünen vom 18.03.2019

und

Antrag der Grünen vom 10.02.2020

 

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11.02.2020: Endlich. Gute Nachrichten: Grundschulbetreuung für viele Harheimer Kinder in Aussicht.

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grösste Kinderbetreuungseinrichtung in Frankfurt – aber nicht genügend Plätze für Harheimer Kinder?

Diese Nachricht hatte alle auf dem falschen Fuß überrascht, und nein, es ist nicht der 1. April. Wenige Stunden vor den ersten mit Spannung erwarteten Wortduellen im Ortsbeirat hatte Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) in einer trockenen Pressemitteilung veröffentlicht: „Grundschulbetreuung für Harheimer Kinder steht vor der Lösung: Die alte Grundschule in Berkersheim wird für die Erweiterte Schulische Betreuung ESB der Harheimer Schüler genutzt“.  Ab dem kommenden Schuljahr soll in der leerstehenden alte Grundschule in Berkersheim die Harheimer Schülerinnen und Schüler in einer Art Außenstelle der ESB betreut werden und ein Shuttlebus werde die Kinder jeden Tag in den Nachbarort Berkersheim und wieder zurück nach Harheim bringen. Und weiter ließ die Dezernentin wissen, dass bisher alle Ideen vor Ort aus räumlichen Grünen gescheitert seien.

Aber war da nicht noch was mit dem geplanten neuen Hort in der Haintalstraße, im ehemaligen und seit Jahrhunderten leerstehenden HL, den das Rote Kreuz übernehmen wollte? Auch darauf weiß die Bildungsdezernentin eine Antwort: „Bis der Hort des DRK in Harheim eröffnen wird, benötigen wir eine tragfähige Zwischenlösung“. Also, der DRK-Hort im Ex-HL ist nicht gestrichen, sondern zieht sich nur ein bisschen in die Länge.

Grundschule

Container auf den Schulhof für ESB?

Immer noch betretene Gesichter in der Ortsbeiratssitzung. Die Stimmung der Eltern in der Bürgerfragestunde schwankt zwischen Hoffnung und Verzweiflung. Endlich ein Platz für das Kind in Aussicht, aber dann ausgerechnet in Berkersheim?  Kinderbeauftragte Heidi Sehl verdeutlicht noch einmal dass die fehlenden Plätze für die Kinderbetreuung in Harheim mittlerweile historische Höchststände erreicht haben. Alleine 55 Hortplätze fehlen vor Ort, dazu kommen viele fehlende U3 Plätze dazu. Trotzdem sind sich viele unsicher, ob sie sich eher freuen oder doch eher unzufrieden sein wollen. Wie so oft: ist das Glas nun halb voll, oder halb leer. Spontane Ideen werden geäußert. Ein Vater schlägt vor, das Bürgerhaus zu nehmen. (Nur sollte man vielleicht mal den Wirt vorher fragen…).

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Der alte HL. Steht seit Jahren leer und wartet auf den Umbau um zur Kinderbetreuungseinrichtung zu werden

In dieser Situation berichtet der CDU Fraktionssprecher Stefan Quirin über seinen engen Kontakt zum Schulamt und Bildungsdezernat und seine Bemühungen seit 2018, eine Containerlösung für die Harheimer Schule zu beschaffen. Die Container wären bereits so gut wie bestellt und könnten kurzfristig auf dem Schulgelände aufgestellt werden, das hätte der Baudezernent Jan Schneider in Aussicht gestellt, und Quirin lässt es sich auch nicht nehmen, mit einem Seitenhieb die anderen Fraktionen aufzufordern, auch endlich einmal auf ihre Stadtverordneten im Römer einzuwirken. Am besten wäre ein Spontanantrag, die sofortige Containerlösung zu fordern. Die arg in den Senkel gestellten Ortsbeiräte der anderen Fraktionen wollen aber nicht hektisch aus der Hüfte schießen und wundern sich, weshalb angesichts der angeblich so vielen Gespräche Quirins mit den Entscheidern im Schuldezernat in den vergangenen 23 Monaten nichts greifbares herausgekommen sei und über die so naheliegende Containerlösung auch niemals etwas berichtet wurde.

Die von erregten Emotionen befreite Sachlage sieht nämlich deutlich nüchterner aus. Am 12. März 2018 hatte die CDU Harheims beantragt, Mittel zur kurzfristigen Schaffung von ESB Plätzen zur Verfügung zu stellen. Von Containern war damals gar nicht die Rede. Ein Monat danach, am 9. April 2018, waren die Grünen im Ortsbeirat die ersten, die das Raumproblem in den Fokus rückten mit einem Antrag, kurzfristig die Räumlichkeiten zu schaffen, damit die ESB-Plätze eingerichtet werden können. Ein Antrag, den die CDU im Ubrigen abgelehnt hatte. Die Aussage: Die CDU Harheim wollte den Antrag verhindern, der Magistrat solle Räumlichkeiten für die ESB schaffen ist daher keineswegs ein Märchen, sondern bittere Realität und man darf darüber rätseln, ob parteipolitische oder sachliche Gründe zur Ablehnung geführt haben.

Den Antrag der CDU für zusätzliche Mittel beantwortete der Magistrat ablehnend, der Versorgungsgrad der ESB in Harheim mit 68% läge weit über dem städtischen Durchschnitt.
Der Antrag der Grünen war genauso erfolglos. Die Erhöhung der Betreuungskapazitäten der ESB sei in der Grundschule Harheim leider nicht „abbildbar“.

Ab diesem Zeitpunkt jedoch berichtete die Kinderbeauftragte Heidi Sehl immerhin gelegentlich von den Bemühungen von Stadtschulamt und Bildungsdezernat, Räumlichkeiten zu finden und die Ex-HL-Lösung unter Regie des DRK hatte sich konkretisiert. Nur bedauerlicherweise nicht in dem Tempo, in dem sich die Harheimer Situation verschlimmert hatte.

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Container als Lösung?

Und nimmt man vertrauensvoll die Erfolgsmeldung des CDU-Fraktionssprechers, die Container für Harheim würden bereits bereitstehen, als zutreffend an, bleiben immer noch genügend Fragen übrig. Das Baudezernat beschafft die Container – aber will das Bildungsdezernat, die Schule und das Kinderzentrum denn überhaupt Container auf dem Schulhof und wer wird die Kinder betreuen. Zudem ist von einem Container die Rede, in dem etwa 20 Kinder betreut werden können. Wo gehen nun die anderen 25 immer noch hortlosen Schülerinnen und Schüler hin? Vielleicht lösen die Container eben nur ein Teil des Problems.

Immerhin fanden die Ortsbeiräte dann doch noch zu einem Kompromiss: Zur nächsten Sitzung sollten die Bildungsdezernentin und der Baudezernent eingeladen werden, um ihre Lösungen den Eltern, Bürgern und Ortsbeiräten vorzustellen. Endlich eine vernünftige und erfolgversprechende Lösung. Wer die zwei Dezernenten kennt, weiß, dass sie seit Jahren eng und vertrauensvoll zusammenarbeiten.

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09.02.2020: Endlich. Gute Nachrichten: Harheim hat wieder eine Bank.

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Bald ist die neue Bank funktionsfähig.

Harheim hat wieder eine Bank! Noch ist sie im Bau aber in Kürze wird sie voll funktionsfähig sein und auf der kleinen Grünanlage und dem Spielplatz an der Maßbornstraße in der Nähe der Kindertagesstätte in den Aspen auf Sonnenschein und die neuen Besetzer oder Besitzerinnen warten.  Im Augenblick sind die Zeiten auch noch zu stürmisch für beschauliches Auf-der-Bank-Sitzen. Die Bank ist an dem kleinen Bolzplatz mit Fussballtor aufgestellt, und sie steht natürlich so, dass man dem Gekicke den Rücken zukehrt und dafür mit Panoramaaussicht auf die Hinterseite des Netto-Marktes. Ungeklärt ist im Augenblick noch, welchem Umstand der Stadtteil die Bank zu verdanken hat. In der Vergangenheit war das Grünflächenamt mit den Bänken legendär sparsam umgegangen. Möglicherweise könnte die Aufstellung der Bank auf einen lange zurückliegenden oder vergessenen Antrag im Ortsbeirat zurückgehen. Hoffnung macht es immerhin, dass vielleicht im Windschatten der Arbeiten auch die im Jahr 2017 von der CDU-Fraktion beantragte und zugesagte Tischtennisplatte noch rechtzeitig zur warmen Jahreszeit aufgestellt wird.

Die Harheimer Bank

Harheimer Bank

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