27.05.2018: Datenschutzgrundverordnung DSGVO: Deutschlands schlimmstes Gesetz verursacht Onlinepanik

Am Freitag, 25. Mai, ist europaweit die Datenschutzgrundverordnung in Kraft getreten. Ab sofort gehören die Daten einer Person nur ihr allein. Das im Europaparlament als Meisterwerk des Verbraucherschutzes bejubelte Gesetz war allerdings lange Zeit hart umstritten. Über mehrere Jahre hinweg mussten 4000 Änderungsanträge im Europaparlament bearbeitet werden – die höchste Zahl an Änderungsanträgen, die es jemals zu einer Vorlage gegeben hat. Leider haben die Parlamentarier möglicherweise übersehen, dass die große Zahl der Änderungsverlangen auch ein Indikator für die Undurchdringbarkeit und Verständlichkeit des Paragrafendschungelmusterwerks sein könnte.

Kerb

so ist das Foto nach der DSGVO noch zulässig.

Aber was hat ein Gesetzeswerk aus dem europäischen Parlament mit dem kleinen idyllischen Harheim zu tun? Eine ganze Menge. Es betrifft jeden.

Jeder, der ein Smartphone oder einen Computer mit Internetzugang hat, konnte in den letzten Tagen schon die ersten Auswirkungen spüren. Jede eMail-Adresse ist übergelaufen mit Mails bekannter oder auch unbekannter Firmen, die darauf hingewiesen haben, dass aufgrund der DSGVO Daten überprüft, bestätigt oder verifiziert werden müssen und die Anmeldung zu Newslettern unbedingt erneuert werden musste. Dass sich darunter auch eine beachtliche Anzahl unseriöser Datenabzocker gemischt hatte, die nur darauf warten, dass ihnen möglichst viele Menschen ihre Passwörter, ihre Adresse und die persönlichen Daten zum vermeintlich rechtlich vorgeschriebenen Datenabgleich freiwillig ins Haus schicken, das war erst auf den zweiten Blick erkennbar. Wieviele Internetnutzer werden sich gerade jetzt in Newsletter und für den Bezug von Gewinnspielangeboten eingetragen haben, die sie vorher noch nie gekriegt hatten.

Bei Whatsapp war das noch etwas einfacher. Die hatten unter dem Segel der DSGVO alle Nutzer vor die freie Wahl gestellt, die 38 Seiten Kleingedrucktes für die Zukunft zu akzeptieren oder aber von Whatsapp abgeschaltet zu werden.

Kein Grund zur Aufregung. Die Kerb kann man noch erkennen.

Von der DSGVO aber sind die Harheimerinnen und Harheimer in vielen Fällen mehrfach betroffen. Einmal als Betroffene, als Bürger, die jetzt ein Recht darauf haben, zu erfahren, wofür ihre personenbezogenen Daten im Internet gespeichert, ausgewertet und verarbeitet werden.

Aber viele Betroffene sind gleichzeitig Arbeitnehmer in Betrieben, kleine Handwerker, Selbständige, Künstler, Journalisten oder sie sind ehrenamtliche Vorstandsmitglieder in irgendeinem Verein. Die sind also nicht nur als „Betroffene“ betroffen, deren Daten geschützt sind, sondern gleichzeitig als „Verantwortliche“, die nachweisen müssen, dass Sie mit personenbezogenen Daten verantwortlich umgehen. Spätestens an dieser Stelle sind bei vielen noch gar nicht alle Warnlichter angegangen, die blinken müssten.

Was dürfen Vereine mit den Mitgliedsdaten noch machen? Darf eine Übungsleiterin die Namen der Teilnehmer eines Yoga-Kurses abgleichen, ob sie denn alle Vereinsmitglied sind? Darf auf der vereinsinternen Internetseite noch ein Bild veröffentlicht werden?

Schlimmer noch hat es die kleinen Handwerksbetriebe und Gewerbetreibenden getroffen. In einem Übermaß an Weisheit hat das EU-Parlament mit der DSGVO versucht, die großen global agierenden Datenkonzerne Google, Facebook und Microsoft an die Kette zu legen, wie der heilige Georg den Drachen. Für die kleinen Handwerker, den Fotografen, für den  Klempner gelten jetzt aber exakt die gleichen Regelungen. Da darf eine Adresse nicht einfach deswegen gespeichert werden, weil der Kunde mal nach einem Angebot gefragt hat.

Knallhart trifft es besonders die Fotografen. Die EU-Abgeordneten sind sich einig darüber, dass auch Fotos, die mit einer Digitalkamera gemacht werden, personenbezogene Daten sind, wenn abgebildete Menschen eventuell identifiziert werden könnten. Seit Freitag müssen Fotografen nachweisen können, dass sie im Besitze einer Einwilligung ALLER Personen sind, die sie mit ihrer Kamera vielleicht auch nur versehentlich erwischt haben. Bilder eines Profifotografen von einer Hochzeit oder dem Kerbeumzug – was früher im Kunsturhebergesetz geregelt war, ist jetzt durch die DSGVO verboten. Für die Fotografen bedeutet das in vielen Fällen: Berufsverbot und Verlust der wirtschaftlichen Existenz.

So ganz nebenbei wurden im Europaparlament einige Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit auf den Kopf gestellt. Angeklagten Unternehmen muss jetzt nicht mehr ein Verstoß gegen eine Verordnung nachgewiesen werden. Die Unternehmen müssen ab sofort nicht nur nachweisen, dass sie die DSGVO stets eingehalten haben, sie müssen auch detailliert erklären können, wie sie für die Zukunft sicherstellen, dass alle Vorschriften eingehalten werden.

Die DSGVO ist damit der erste juristische Fall, in dem in Deutschland einem Berufsstand die Ausübung des gelernten Berufs grundsätzlich verboten oder unmöglich gemacht wird, den Fotografen. Vergleichbares ist nur bei der Abschaffung der Todesstrafe erfolgt. Damals ist die Tätigkeit der Henker unter Strafe gestellt worden.

Zurück nach Harheim: Auch in unserem Stadtteil gibt es Vereine, die bis jetzt noch nicht wissen, ob sie aus Sicherheitsgründen und aus Angst vor Abmahnungen die Internetseiten nicht besser abschalten. Die nicht wissen, ob sie einen Datenschutzbeauftragten brauchen oder nicht. Die nicht wissen, ob sie das Geburtsdatum der Mitglieder der E-Jugend-Mannschaft vor dem Spiel dem Schiedsrichter mitteilen dürfen, ohne die Einverständniserklärung beider Elternteile vorlegen zu können. Nein, nicht der Elternteile des Schiedsrichters, sondern des Spielers.

Viel Spass, EU. Was die Nationalisten in Europa nicht schaffen, das kriegen vielleicht die eigenen Abgeordneten hin, die den Kontakt zur Praxis längst verloren haben.

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24.05.2018: Eschbachbrücke, Folge 22. Was nicht passt wird passend gemacht.

Noch passt sie nicht so ganz, die schöne neue Brücke

Irgendwas muss schiefgegangen sein beim Wiedereinbau der Eschbachbrücke am Harheimer Stadtweg. Entweder haben sich die Ufer des Eschbachs bei einer unbemerkten Kontinentalverschiebung bewegt, oder die Metall-Brücke hat sich bei den ansteigenden Temperaturen zu sehr ausgedehnt, oder aber, es hat sich jemand vermessen. Die Brücke passt nicht. Schon bei der Wiederanlieferung sollen aufmerksame Beobachter nervöse Arbeiter gesehen haben, die sich nicht erklären konnten, was schief gegangen ist. Nun ist die Brücke zwar da. Aber sie ist gesperrt. Was nebenbei einige Eilige nicht weiter hindert, sich an der Absperrung vorbeizudrücken um auf die Brücke zu kommen und mit einem großen Schritt am Ende das andere Ufer zu erreichen. Wie geht das weiter? Weiss niemand. Im Augenblick wird noch gelegentlich gehämmert, gesägt oder geschraubt. Die Wiedereinweihung des schicken Bauwerks in anthrazitgrau ist aber vorläufig verschoben.

Der Weg durch die Büsche. Nicht ungefährlich aber kürzer

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21.05.2018: Gefahr aus dem Bach! Wie gefährlich sind die Keime im Eschbach?

Eschbach

Was da wohl alles im Eschbachwasser schwimmt?

Seit 2017 in der Uniklinik Frankfurt ein Mann gestorben ist, bei dem der multiresistente Erreger Klebsiella pneumonieae gefunden wurde, der mit hoher Sicherheit aus dem Eschbach stammt, waren Anwohner des ansonsten idyllischen Gewässers alarmiert und verunsichert. Auch die Tatsache, dass der arme Mann gar nicht an dem Erreger zu Tode kam, sondern aus anderen Ursachen. Ist der Eschbach jetzt gefährlich? Darf man da noch Kinder drin spielen lassen? Hunde? Darf man da drin angeln? Sollte man die Obereschbacher Kläranlage am Besten schließen und die Taunuskliniken dazu, weil, eigentlich können die Erreger doch nur daher kommen?

Eschbach

Ist die Kläranlage in Obereschbach verantwortlich für die Keime?

Prof. Dr. Ursel Heudorf, die Hygieneexpertin des Frankfurter Gesundheitsamtes, hatte also einiges zu tun, bei ihrer Aufklärungstour, die sie auch ins Harheimer Bürgerhaus zur Ortsbeiratssitzung geführt hatte. Zuerst einmal überraschte sie die Zuhörer mit der gruseligen Nachricht, dass in jedem menschlichen Verdauungstrakt Millionen von Erregern leben, die Verdauung erst möglich machen. Und so lange Erreger da bleiben, wo sie hingehören, machen sie auch keine Probleme. Auch die mulitiresistenten Erreger (MRE), die gegen verschiedene Antibiotika resistent sind, führen zu keinen Schwierigkeiten, wenn sie auf normalem Wege ausgeschieden werden. Gefährlich wird es nur, wenn diese Erreger ins Blut gelangen, zum Beispiel über eine Verletzung. Dann sind Antibiotika dagegen wirklungslos. Die Gesundheitsexpertin beruhigte aber die Zuhörer. Normalbürger fangen sich wirklich gefährliche Erreger häufig auf Auslandsreisen ein. Und die multiresistenten Erreger stellen hauptsächlich in Krankenhäusern ein Problem dar. Aber nicht im alltäglichen Leben der Menschen.

Eschbach

Hände waschen nach dem Klo, vor dem Essen und nach dem Spielen am Bach

Was den Eschbach betrifft, da ist das Gewässer in einer langen Liste von Bächen und Flüssen in der Bundesrepublik Deutschland aufgeführt, die eben zum Beispiel mit unappetitlichen Fäkalkeimen belastet sind. Natürlich sind die im Abwasser und können aus den Kläranlagen nicht völlig rausgefiltert werden. Auch durch die Landwirtschaft, durch Gülle und Mist, und durch wildlebende Tiere finden Fäkalkeime und auch multiresistente Erreger den Weg in Bäche und Flüsse. Im Eschbach ist die Belastung so gross, dass das Wasser nicht zum Trinken geeignet ist. Weder für Mensch noch für Tier. Also, so empfiehlt Frau Dr. Heudorf, sollte man genau die Regel befolgen, die man schon als Kind gelernt hat: Hände waschen nach dem Klo und vor dem Essen. Ganz besonders, wenn die Hände zuvor mit Wasser aus dem Eschbach in Berührung gekommen sind. Das Wasser eignet sich auch nicht fürs Gießen der Salatbeete im Kleingarten. Und vom Schwimmen in Eschbach und Nidda sollte man ohnehin Abstand nehmen. Was ist mit den geangelten Fischen? Auch kaum ein Risiko, meint Dr. Ursel Heudorf, solange die Fische fachgerecht ausgenommen und gewaschen werden. Aber bitte nicht mit Wasser aus dem Eschbach.

So vollkommen beruhigend sind die Nachrichten der Gesundheitsexpertin nicht. Aber weil sie ruhig und besonders für Laien sehr verständlich schwierige Sachverhalte erklärt hat, wird sie dankbar mit viel Applaus verabschiedet.

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17.05.2018 Happy birthday MF93! Ein Verein wird 25. Andere Menschen haben auch seltsame Hobbys

MF93

Auch die Freunde aus Bonames gratulieren

Vom Image her hatten die Harheimer Motorradfreunde schon immer ein Problem. Die meistens in schwarzes Leder gekleideten „Rocker“ waren ja anfangs schon auf 500 Meter gegen den Wind kriminell, faul und asozial, aber mindestens moralisch so integer wie die Hells Angels im Dunkeln. Aber dann auch noch ausgerechnet im etwas im biederen und bürgerlichen gartenzwergidyllischen Harheim! Und diese Abneigung wurde durchaus auch erwidert. Die Fans der schweren Maschinen wollten grundsätzlich mit Vereinsmeierei der Anderen nichts zu tun haben. Einfach nur mit Gleichgesinnten im Fahrtwind die Haare föhnen und ihrem Hobby fröhnen und gelegentlich mit ein oder zwei Bierchen durchspülen. Born to be wild.

Dass aber eine lockere Ansammlung von Gleichgesinnten schon scheitert, eine Genehmigung für irgendetwas überhaupt zu kriegen mag eine andere Sichtweise gefördert haben. Und so ist auf dem langen Weg aus der anfänglichen wilden Rockerschar eine Fahrt und eine Reise ins Harheimer Vereinsleben passiert. Wenn die Pudelzüchter einen Verein haben, die Kerbeburschen, die Filzballklopper und die katholische Jugend, weshalb sollten nicht auch Motorradmaniacs sich für ihre Freizeitbeschäftigung eine formale Grundlage geben.

Wie schnell doch die Zeit vergeht

Der anfängliche Widerwille, sich auch noch an den möglicherweise öden Sitzungen des Vereinsrings zu beteiligen und sich mit den schrägen Vögeln der anderen Exotentruppen abzustimmen, verflüchtigte sich langsam wie der Alkohol aus dem Vodkaglas. Jetzt ist der Verein der Motorradfreunde längst mitten in Harheim angekommen. Keiner hat mehr Angst vor den behelmten und aus Sicherheitsgründen in Leder gekleideten Biker. Aus dem anfänglichen Bauwagen ist ein behagliches Clubhaus geworden, an dessen Theke sich auch Nichtmitglieder mal einen einschenken lassen oder die ganze Hütte samt Theke für den Kindergeburtstag mieten. Die sorgsam gepflegte Anlage steht so nebenbei und ohne dass die Motorradfreunde groß darüber reden immer mal wieder Schulklassen oder Kindergartengruppen zur Verfügung. Oder eben auch einer Gruppe von dementen Senioren, die dort mit ihren Betreuern einfach einmal zusammenkommen können. Das individualistische „Born to be wild“ steht vielleicht noch auf einer nostalgischen Emaille-Tafel. Aber als Motto wurde das längst abgelöst durch ein viel gelasseneres „Leben und leben lassen“.

Die Motorräder hatten leider nicht mehr aufs Bild gepasst.

Bei der offiziellen nicht-akademischen akademischen Feier haben sich Motorradclubs vieler anderer Gruppen bedankt für die langjährige Freudschaft und Verbundenheit. Und genauso die Harheimer Feuerwehr, der KJV, der Pudelclub, der Vereinsring. Für die „Zusammenarbeit“. Das, was so förmlich und ausgeleiert klingt, ist keine Floskel. Die Motorradfreunde unterstützen die anderen Vereine, wenn Sie gebraucht werden. So, wie die anderen Vereine die Motorradfreunde unterstützen. An diesem Abend, und selbst am nächsten Tag, dem höhepunktischen Jubiläumsmotorradfreundetreffen, waren immer wieder Kerbeburschen, Feuerwehrfreiwillige und andere helfende Hände dabei, das lederschwarzgekleidete Doppeldutzend der MF93-Biker an der Theke oder am Grill abzulösen und zu unterstützen. Typisch Harheim.

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12.05.2013 Besser als ESC, besser als Fussball: 25 Jahre Motorradfreunde Jubiläumsparty.

MF93 Motorradfreundetreffen 2018

HaPPy BirtHDay, MF93 !!

Geschafft! Als Mikel Beebeecee Samstagnacht um genau 25 Uhr den Schlussakkord aus seiner Gibson Les Paul herauszauberte war das Publikum nach fast vier Stunden Rockdauermucke durchvibriert von Kopf bis Fuss und vom Tanzen so beseelt und zu erschöpft, um noch eine weitere Zugabe einzufordern. Zudem schürte Clubpräsi Jürgen Stöger die Hoffnung, dass nach dem zweimaligen Traditionsbruch im nächsten Jahr vielleicht noch ein weiteres Mal die Tradition gebrochen werden könnte. Musikkapellen bei den Motorradtreffen werden nämlich maximal zweimal gebucht. „BBC Rock“ war 2015 als Ersatzgruppe kurzfristig eingesprungen. Hatte sich aber dann dermaßen in die Herzen der Motorradfreunde und Motorradfreundefans gespielt, dass nach dem zweiten Auftritt 2016 der Stöger Jürgen die Musiker gleich wieder fürs nächste Jahr buchte, vielleicht weil er befürchtete, die angeheizten Rockfans würden sonst nach Ende des Konzerts aus Enttäuschung Beschädigungen am Mobiliar hinterlassen. Und wenn man die Tradition einmal bricht, dann tut auch ein zweites Mal nicht weher, weswegen man Mikel Beebeecee und seine Combo nach dem dritten Auftritt 2017 dann auch beim 25-Jährigen Jubiläumsmotorradtreffen unbedingt wieder dabei haben wollte. Tatsächlich sieht man bei BBC Rock auch nur mit den Ohren gut und fühlt die Bässe. Schließt man die Augen, fällt spätestens nach dem dritten Bier keinem mehr auf, dass da gar nicht ACDC, Queen, Sweet oder Bon Jovi auf der Bühne steht, sondern der stimmgewaltige Mikel an der Gitarre mit Birdy am Bass selbst noch die 1987 aufgelöste Kultband Journey vom Tode wiederauferstehen lässt. Aber, gut, was soll man nach dem vierten Gig von BBC-Rock auf dem Festivalgelände am Grundweg beim Motorradfreundetreffen eigentlich noch sagen. Da kommen die Biker teilweise aus der ganzen Welt, vom Land der Könige über NRW bis aus SachsenAnhalt über 300 km weit hergefahren. Und das ganz bestimmt nicht, wenn ihnen BBC-Rock auf den Zeiger gehen und sie lieber Helene Fischer oder ESC Übertragung sehen wollten. Wer BBC Rock immer noch nicht gehört hat, hat eben was im Leben verpasst und jetzt vielleicht sogar eine fünfte Chance im nächsten Jahr.

MF93 Motorradfreundetreffen 2018

Tanzen bis es dem Morgen graut.

Dabei war der Samstagabendevent nur einer von vielen Höhepunkten des gefühlt wochenlangen sonnenbeschienenen 25-Jahre-MF93-Jubiläumsmotorradtreffen. Während um Harheim herum die Stürme tosten und Unwetter tobten, blieb der Grundweg 93 in Harheim von solchem Zeug verschont und feierte munter bei zartem Sonnenschein im Tiefenentspannmodus. Die beste Aschaffenburger Pizza nördlich von Berkersheim – ausverkauft. Worscht und Gyros und Kesselgulasch trotz Nachschub – ausverkauft. Allein die Bierzapfanlage, an der man endlich die pinken Zapfhandschuhe stilecht passend zur Haarfarbe des Bedienungspersonals aufgetrieben hatte, und die JackyCola Quelle schienen unerschöpflich zu fließen, als hätten die MF93 Biker eine Mineralbierquelle unter dem Clubgelände angebohrt oder eine Pipeline nach Tennessee. Geradezu historisch wertvoll dazu die Fotoausstellung „25 Jahre MF93“, in der Irres und Wirres aus der wechselvollen Clubgeschichte geordnet in rund 1300 Fotos bestaunt werden konnte.

MF93 Motorradfreundetreffen 2018

Eingang zur grössten Harheimer Fotoausstellung ever.

„Hammerhard geil“ war deshalb das häufigste Kommentar, als die letzten lokalen Gäste in den frühen Morgenstunden des Sonntags die Landesgrenzen des MF93 Territoriums auf dem Nachhauseweg überquerten. Megarelaxed, wie friedlich kuttenbestückte und martialisch anmutende Motorradfreunde aus Nah und fern gemeinsam feiern können! Das könnte mal ein Modell für die Weltgemeinschaft sein. Die Gäste von weiterher, die konnten sich auf dem clubeigenen 1000-Sterne-Campinggelände ausruhen, bevor sie am Morgen immer noch neben dem Tinnitus mit BBCs Rockhymnen im Ohr und einem Schuss Restalkohol im Blut rechtzeitig vor dem Eintreffen des Abbautrupps ihre BlubberHarleys und andere liebgewordene Maschinen wieder angetreten haben zur Rückfahrt ins 330 km entfernte Vreden oder die 390km nach Spergau. Oder sonstwohin in dieser schönen Welt. Gute Fahrt. Und bis zum 1. Juni 2019. Zum nächsten MF93 Motorradfreundetreffen.

(mehr Fotos gibts hier)

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