06.08.2020 Illegaler Müll? Schrottautos? Der Frankfurter Mängelmelder macht kurzen Prozess.

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Mithelfen für ein lebenswertes Stadtteilumfeld.

„Da könnte man doch, da sollte man doch …“. Kennen Sie das auch? Da steht seit Wochen oder Monaten ein altes Auto auf öffentlichem Parkraum und rottet vor sich hin bis dann irgendwann die Reifen platt, der TÜV abgelaufen ist und das Dienstsiegel weg. Da wachsen nächtens auf irgendwelchen Bürgersteigen oder an Straßenecken Container für Altkleider oder Altschuhe aus dem Boden, die anscheinend einem karitativen Zweck dienen aber letztlich nur eine Art Textilschrotthandel darstellen. Ein paar Meter weiter werden die Hinterlassenschaften von Grillfesten in Grünflächen entsorgt und wenns dick kommt sogar die alten ausgedienten Fliesen aus einem Bad der 50er Jahre samt das zugehörige Waschbecken. Illegale Müllentsorgung nennt man das. Der Müll ist schnell da, aber ihn wieder weg zu kriegen, das ist weniger einfach. Der Normalbürger weiß nämlich gar nicht, wer da zuständig ist. Das Kompetenzgewirr der Abteilungen in der Frankfurter Verwaltung ist schon für Experten mitunter schwierig zu durchschauen. Wäre schön, es gäbe die Zauber-APP. Den Tatort fotografieren und zusammen mit den Standortdaten an die Stadt Frankfurt gemailt, ein Zauberspruch dazu und – puff – das Problem verschwindet von alleine. Wenn es das nicht gäbe, dann müsste man es erfinden, war die Idee der Grünen in Harheim. Und deshalb hatten sie dem Magistrat den sanften Stubbs geben wollen, damit der sich um so eine APP kümmert. „Überflüssig. Gibt’s schon“ beschied den Vertretern der Harheimer Ökopartei der Harheimer Bürger Dr. Frank Somogyi, und empfahl den Grünen, sich den Mängelmelder FFM.de anzusehen. Ein kurzer Check in der Ortsbeiratssitzung: tatsächlich war fast der Hälfte der anwesenden Bürgern der Mängelmelder schon bekannt.

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Sieht aus der Ferne noch passabel aus, aber dann: Schrott !!

Um so besser, wenn man nicht erfinden muss, was man braucht. Aber wirkt der Mängelmelder auch so, wie man hofft. Die Grünen machen einen Testlauf. In der Bürgerstraße steht schon ungefähr seit Weihnachten ein betagter Mercedes-Benz. Von Weitem sieht er noch ganz brauchbar aus. Von nahem fallen der abgelaufene TÜV und die platten Reifen auf. Dieses Fahrzeug ist bestimmt seit Monaten nicht mehr bewegt worden. Es ist Samstag der 4. Juli, als der Mercedes abgelichtet wird und der erste Mangel mit der ID 26238 geht beim Mängelmelder FFM.de ein und wird umgehend bestätigt.

Am ersten Werktag gleich nach dem Wochenende wird der Antrag vom Servicecenter 115 an die „zuständige Stelle“ weitergeleitet und angekündigt, dass über den weiteren Verlauf per E-Mail informiert wird. Schon am nächsten Tag, dem 7. Juli meldet sich das Straßenverkehrsamt und fragt, ob das Fahrzeug noch über Kfz-Kennzeichen verfügt. Wir waren uns sicher, dass wir die Fotos mit dem Kennzeichen mitgeschickt hatten, aber was solls. Die freundliche Mitarbeiterin im Amt 36.33.2 bekommt die Fotos mit dem Kennzeichen noch einmal umgehend auf ihre Mail-Adresse zugeschickt. Dann ist erst mal Sendepause. Gut, das Straßenverkehrsamt hat auch noch anderes zu tun, und ich, der Mängelmelder, bin mittlerweile im Urlaub und entspanne, ohne an alte Mercedesse denken zu müssen.

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TÜV abgelaufen, Siegel abgekratzt. Mercedesstern und Kennzeichen sind aber noch dran

Knapp 15 Tage später – seit der Meldung des „Mangels“ sind genau 3 Wochen vergangen, komme ich auf den letzten Meters meines Urlaubs an der Mängelstelle in der Bürgerstraße vorbei. Von dem abgemeldeten Mercedes keine Spur mehr. Das ist aber echt flott gegangen.

Fazit: perfekt, diese App gibt es schon und muss gar nicht mehr erfunden werden. Bei FFM.de muss man sich lediglich registrieren und dann können solche Müllablagerungen aber auch viele andere Mängel schnell und zielsicher melden, ohne darüber nachzudenken, wer dafür zuständig ist. Also am besten gleich die FFM.de APP runterladen.

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24.07.2020: Neu an der Pfarrwiese: analoge Parkhilfen sorgen für freie Gehwege.

Pfarrwiese

An der Pfarrwiese, neu! Jetzt sind die Parkflächen für Autos angezeichnet.

Immer mehr Fahrzeuge bei gleicher Straßenfläche? Logisch, dass es dann schwieriger wird, einen Parkplatz für das eigene Auto zu finden, sofern keine (Tief-)Garage da ist. Oder wenn die Garage als Abstellfläche für was anderes gebraucht wird. Von 2008 bis 2018 ist der Fahrzeugbestand in Frankfurt um 15% gestiegen. Das wird auch in Harheim so sein. Aber ohne, dass die Stellfläche mitgewachsen ist. So ist es keine Überraschung, dass Schwierigkeiten zunehmen, nach Feierabend für das eigene Gefährt einen Abstellplatz für die Nacht zu finden, der wenigstens in der Nähe der eigenen Haustüre liegt. Und genauso naheliegend ist, dass verzweifelte Parkplatzsucher dann das eigene Auto notfalls auch irgendwo hinstellen, wo es nicht so direkt erlaubt ist. Auf den Gehweg zum Beispiel. Das ist verboten. Jeder, der den Führerschein nicht gerade beim Jahrmarkt geschossen hat, weiß das. Aber was will man machen, wenn kein Parkplatz da ist, wo man ihn braucht?

Pfarrwiese

So wars bisher: Wenig Verständnis und wenig Platz für Fussgänger. Und für Kinderwagen schon mal gar kein Platz.

Und so kommt es irgendwann unvermeidbar zum anschwellenden Ärger und Konflikt, wenn die Menschen, die zu Fuß unterwegs sind, auf die Straße ausweichen müssen, denn der Gehweg ist zugeparkt. Besonders schwierig ist das für die Rollator-Generation oder Rollstuhlfahrer. Aber auch Kinder unter acht Jahren dürfen mit ihrem Fahrrad nicht auf der Straße sondern nur auf dem Gehweg fahren. Und Vorsicht, liebe Eltern: fährt ihr Kind alleine und auf der Straße statt Gehweg, sind Sie bei der Haftung ganz schnell dran, und das parkende Fahrzeug auf dem Gehweg ist keine Entschuldigung.

Nachdem es in dem südlichen Teil der Straße „An der Pfarrwiese“ (gegenüber Spielplatz in den Biegen) immer wieder zu Beschwerden von Anwohnern gekommen ist, dass die Gehwege zugeparkt sind, hatte der Ortsbeirat versucht, eine verträgliche Nachbarschaftslösung zu finden. Die Straßenverkehrsbehörden hatten den Vorschlag, eine verkehrsberuhigte Zone einzurichten, jedoch abgelehnt und als maximales Entgegenkommen Parkwinkel vorgeschlagen. Also die Markierung der Parkflächen für Autos. Nach mehreren Diskussionsrunden hatten sich die Ortsbeiräte darauf geeinigt, dass auf einer Seite der Straße diese Parkflächen markiert werden sollten und die Stadtteilpolitiker hoffen dabei, dass diese „analoge Parkhilfe“ dauerhaft zu Verständnis und einer Entspannung zwischen den autoparkenden und den fussgehenden Nachbarn führt. Die Alternative wäre gewesen: den Magistrat aufzufordern, regelmäßig den ruhenden Verkehr zu kontrollieren – sprich: regelmäßig kostenpflichtige Knöllchen unter die Scheibenwischer zu klemmen. Das aber wollte keiner der Ortsbeiräte.

Ein erster Blick ein paar Tage nach dem Markieren der Parkflächen zeigt, dass die parkenden Fahrzeuge nun tatsächlich wenigstens auf einer Seite nicht mehr auf dem Gehweg parken. Schön, wenn sich das auch in Zukunft so einbürgern würde.

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05.07.2020 Stimmt das: Evangelische Kirchengemeinde baut ein Jugendhaus für Harheim?

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evangelische Friedenskirche am Eschbachtal. Hier soll die neue Jugendfreizeiteinrichtung entstehen.

Unglaubliche Nachrichten verbreiten sich schneller als das Coronavirus: Der Stadtteil Harheim soll tatsächlich bald ein Jugendhaus bekommen. Aber stimmt das auch?  Können endlich auch in Harheim bald halbwüchsige Jugendliche nach einem Verschönerungsfeldzug mit der Graffitifarbdose zu günstigen Preisen alkoholische Getränke an der rauchgeschwängerten Theke im Jugendhaus holen und über Eltern, Lehrer oder andere Respektspersonen herziehen, solange die laute Musik Gespräche überhaupt zulässt? Die klare Antwort von Pfarrerin Petra Lehwalder von der evangelischen Kirchengemeinde: Im Prinzip ja. Aber bestimmt nicht so.

Denn erstens wird „bald“ frühestens im nächsten Jahr sein. Es handelt sich auch nicht um ein Haus, sondern Räume im Untergeschoss der Kirche mit eigenem Eingang. Theke stimmt. Alkoholische Getränke und Zigarettenrauch nicht. Das gab es schon vor 20 Jahren in solchen Etablissements nicht mehr und wurde zusammen mit dem in die Jahre gekommenen und angestaubten Begriff „Jugendhaus“ zum Sperrmüll der Geschichte gebracht. Das neue offene Kinder- und Jugenddings soll allen Harheimer Kindern und Jugendlichen unabhängig ihres Geschlechts, ihrer nationalen, ethnischen, religiösen, kulturellen oder sozialen Herkunft sicheren Raum bieten für Zusammensein, Spiele, Workshops, für Gespräche und bei Bedarf eben auch für ein offenes Ohr und Unterstützung in persönlich schwierigen Momenten durch erfahrene Betreuer*innen.

Lehwalder

So könnte es dann auch in der offenen Jugendeinrichtung in Harheim aussehen. Leider hat Pfarrerin Petra Lehwalder zu wenig Zeit für Billard., denn so eine eine offene Jugendeinrichtung ins Leben zu rufen, ist zeitaufwändig.

In Harheim bieten zweifellos Vereine interessante Freizeitmöglichkeiten im Sport- oder Musikbereich, aber offene Begegnungsmöglichkeiten für junge Menschen sind rar und haben sich weitgehend auf die Skateranlage an der Spielstraße und ein paar vereinzelte Sitzbänke beschränkt. Einfach mal irgendwo chillen, so einfach geht das nicht. Schon gar nicht in der kalten Jahreszeit.

Im Kijuclub in Nieder-Erlenbach funktioniert das ganz gut. Und deswegen will die Kirchengemeinde das Angebot auch auf Harheim ausdehnen. In der evangelischen Kirche in Harheim sollen Räumlichkeiten im Untergeschoss renoviert werden, mit Theke bestückt, mit Sitzmöbel und vielleicht Billard ausgerüstet. „Sitzmöbel, das könnte natürlich auch eine gut erhaltene Couch sein, die gespendet wird“ meint Pfarrerin Lehwalder, „nur bitte nicht in weiss“. Natürlich kommt auch einer der zwei Tischkicker aus Nieder-Erlenbach zurück nach Harheim.

Allerdings müssen Kinder und Jugendliche augenblicklich noch etwas Geduld haben, denn  der Antrag läuft noch und die evangelische Kirchengemeinde als Träger wartet auf die Betriebserlaubnis. Sobald die vorliegt, wird nach ausgebildetem Personal gesucht und ein Konzept entwickelt. Aber dann geht es los: Mehrmals in der Woche werden zu bestimmten Öffnungszeiten junge Menschen einen himmlischen Platz fürs Zusammenkommen haben und gleichzeitig von verantwortungsvollen und hilfsbereiten Ansprechpartnern begleitet werden. Diese Idee ist nun eigentlich 25 Jahre alt. Schön, dass es mit der Initiative der evangelischen Kirchengemeinde endlich klappt.

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03.07.2020 Gute Nacht, Marie! Fleißige DB arbeitet Tag und Nacht am Ausbau der S6

DB

Die Bahn braucht viel Schotter…

Während der Ferienzeit wird wegen dem Gleisausbau vom Freitag, 3. Juli bis zum 17. August  zwischen Berkersheim und Frankfurter Berg Gründungen für neue Oberleitungsmaste hergestellt. Die Arbeiten finden nach Angaben der Deutschen Bahn tagsüber aber auch nachts statt. Dabei kann es „..in den genannten Zeiträumen…“, – das bedeutet also rund um die Uhr, zu Geräuschentwicklung und Baulärm kommen. Die Deutsche Bahn ist bemüht, die Störungen so gering wie möglich zu halten. Aber „trotz allem lassen sich Beeinträchtigungen und Veränderungen im Bauablauf nicht gänzlich ausschließen“. Schon vor etwa zwei Wochen hatte die DB bekanntgegeben, dass für die Anpassung des Gleisbetts rund 4.000 Tonnen Kies pro Woche angeliefert werden müsse und diese Anlieferung nicht mit LKW, sondern per Bahn erfolgen wird. Vom Zwischenlager Friedberg aus transportiert der Zug mit 20 Waggons dabei pro Einsatz rund 1000 Tonnen, die vor Ort abgekippt und tagsüber verbaut werden. Auch hier kann es zu Lärmbeeinträchtigungen auch in der Nacht kommen. Soweit die schlechte Nachricht. Die gute Nachricht in dieser Sache ist jedoch, dass sich die DB entschlossen hat, das Material nicht mit 800 LKW-Fahrten pro Woche über Frankfurter Berg, Berkersheim und eben auch Harheim anzuliefern, was so unterm Strich vermutlich die weit weniger störende Lösung für die Bewohner im Bereich der Gleise bedeutet. Während der Ferienzeit wird wegen dem Gleisausbau vom Freitag, 3. Juli bis zum 17. August  zwischen Berkersheim und Frankfurter Berg Gründungen für neue Oberleitungsmaste hergestellt. Die Arbeiten finden nach Angaben der Deutschen Bahn tagsüber aber auch nachts statt. Dabei kann es „..in den genannten Zeiträumen…“, – das bedeutet also rund um die Uhr, zu Geräuschentwicklung und Baulärm kommen. Die Deutsche Bahn ist bemüht, die Störungen so gering wie möglich zu halten. Aber „trotz allem lassen sich Beeinträchtigungen und Veränderungen im Bauablauf nicht gänzlich ausschließen“.

DB

Tonnenweise, aber nicht leise.

Schon vor etwa zwei Wchen hatte die DB bekanntgegeben, dass für die Anpassung des Gleisbetts rund 4.000 Tonnen Kies pro Woche angeliefert werden müsse und diese Anlieferung nicht mit LKW, sondern per Bahn erfolgen wird. Vom Zwischenlager Friedberg aus transportiert der Zug mit 20 Waggons dabei pro Einsatz rund 1000 Tonnen, die vor Ort abgekippt und tagsüber verbaut werden. Auch hier kann es zu Lärmbeeinträchtigungen auch in der Nacht kommen. Soweit die schlechte Nachricht. Die gute Nachricht in dieser Sache ist jedoch, dass sich die DB entschlossen hat, das Material nicht mit 800 LKW-Fahrten pro Woche über Frankfurter Berg, Berkersheim und eben auch Harheim anzuliefern, was so unterm Strich vermutlich die weit weniger störende Lösung für die Bewohner im Bereich der Gleise bedeutet.

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30.06.2020 Flugplatz Niddabogen: Drei Störche vor dem ersten großen Flug


Störche

eins, zwei, drei … und los….

Während die Storchenwohnung am Naturschutzgebiet Harheimer Ried nach kurzem Techtelmechtel zweier Störche wieder verlassen worden ist, hat sich der geschlüpfte Nachwuchs von Familie Storch im Niddabogen prächtig entwickelt. Tagein, tagaus blicken die Jungvögel aus luftiger Höhe auf die Felder zwischen Harheim und Bonames und wahrscheinlich träumen sie nachts von den leckeren Fröschen und Mäusen, wenn sie denn wissen würden, wie sie von da oben heil runterkommen können. Je größer und fetter die Vögel von dem gemästet werden, was die fleißigen Eltern abliefern, desto kleiner und enger wird die kleine runde Penthouse-Vogelwohnung mit unverbaubarem Ausblick.

Störche

Never look back ….

Flugübungen der Jungvögel konnten bislang noch nicht eindeutig gesehen werden, lang wird es aber nicht mehr dauern, und sie fahren ihre Tragflächen mal zur Übung aus und stellen sich mental schon mal auf den Jungfernflug ein. Spätestens, wenn die elterliche Futterversorgung nicht mehr regelmäßig ankommt, werden sie fliegen müssen. Lange wird es nicht mehr dauern. Normalerweise ist erste Flugstunde irgendwann im Juli. Wer es nicht verpassen will: Einfach in den Niddabogen gehen und ein Fernglas mitnehmen und Natur live und draussen geniessen.

Störche

Kacke, gehts da aber weit runter….

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