30.06.2022 Aufgepasst: Viele Autoaufbrüche und Fahrraddiebstähle in Harheim

Fahrräder bitte an die Kette legen

„My home is my castle“ davon sind viele Harheimerinnen und Harheimer überzeugt, umso mehr, als dieser schöne friedliche Stadtteil weit weg von den Kriminalitätshotspots Frankfurter Tatorte liegt. Leider aber trügt zurzeit die Hoffnung auf diese paradiesische Idylle, denn aktuell werden häufig Autos aufgebrochen und vorzugsweise teure E-Bikes geklaut. Und das beschränkt sich nicht nur auf mangelhaft oder versehentlich gar nicht abgeschlossene Fahrräder. In den friedlichen Wohnlagen in der Bürgerstraße oder Im Niederfeld werden erstaunlich dreist nachts angekettete hochwertige Fahrräder aus abgeschlossenen Garagen entwendet und Nachbarn wundern sich, wenn morgens Menschen mit schwerem Pedelec unterm Arm zu Fuß zu einem Transporter unterwegs sind. Die wichtige Erkenntnis: Das Rad nur mit einfachem Ringschloss in der Garage abstellen, das reicht nicht aus. Denn die Diebe dringen gerne durch die normal nicht abgeschlossene Tür auf der Rückseite ein oder machen auch schon mal das Schloss am Garagentor per Schraubendreher oder Akku-Flex auf.

Dank Schloß: Der Sattel ist zwar weg, aber das Rad ist noch da.



Ähnlich ist das mit Autoaufbrüchen. Unlängst wurde in den frühen Morgenstunden am Römerbrunnen bei zwei abgestellten Autos mittels Kanaldeckel die Seitenscheibe eingeschlagen und der Wagen von zufällig auf dem Beifahrersitz liegenden Dingen leergeräumt. Meistens ist der angerichtete Schaden viel höher als der Wert der geklauten Sachen.

Sich dagegen schützen ist schwer. Zwar können Autos mit Alarmanlagen nachgerüstet werden, aber bis es der im Tiefschlaf liegende und vom splitternden Glas geweckte Besitzer schließlich zu seinem Fahrzeug schafft, sind der oder die Täter längst zwei Straßen weiter. Besitzer*innen hochwertiger Fahrräder sollten dafür sorgen, dass ihre Bikes in der Garage mit einem soliden Schloss an einer genauso soliden Öse festgekettet sind. Auch hier können Fahrräder mit preiswerten Alarmanlagen geschützt werden, deren nerviges Piepen immerhin den Täter zur Flucht veranlassen können, sobald er merkt, dass die Sache der widerrechtlichen Fahrrad-Aneignung vielleicht doch eine schwierige Nummer werden könnte.

Anschließen ist sicherer als nur abschließen..

Apropos Nummer. Merken Sie sich die 110 und rufen Sie dort auch nachts an, wenn sie Glas splittern oder Hammerschläge wummern hören. Es könnte auch Ihr Fahrrad oder Auto sein, das soeben von Fesseln befreit neue Besitzer kriegt.

Ein letzter wichtiger Tipp: erstaunlich häufig erwecken die Raubzüge den Eindruck, als hätten sich die Täter gut über ihre Zielobjekte informiert. Die wissen offenbar recht genau, welche Garagen wie ein Safe verschlossen sind, und welche nicht. Den Schlüssel zum unknackbaren Panzerschloss in der Garage an einen Haken hängen, mag einfach und bequem sein. Wirkt aber auf gut ausgebildete Kriminelle wie eine schriftliche Einladung.

Fakten:
Glasbruch? Verdächtige Geräusche in der Nacht? Rufen Sie die 110 oder direkt das 14. Polizeirevier unter 069 75511400

Tipps gegen Fahrraddiebstahl
Auch wenn gegen viel kriminelle Energie Fahrrad-Diebstahl nicht 100% verhindert werden kann, kann das Klauen von Fahrrädern erschwert werden. Fachleute gehen davon aus, dass 10% des Fahrradwertes in Sicherheit investiert werden sollte. Sparen Sie also besser nicht am falschen Platz.
1. Immer anschließen. Auch wenn nur mal kurz in den Netto
2. Einfache und leichte Fahrradschlösser sind einfach und leicht zu knacken.
3. Fahrrad gut sichtbar an einem gut einsehbaren Ort abstellen
4. Wenn möglich: schließen Sie Ihr Fahrrad mit einem stabilen Schloss immer irgendwo an.
5. Alarmschlösser oder zusätzliche Alarmanlagen schrecken Diebe ab.
6. Lassen Sie ihr Rad beim ADFC oder bei der Polizei codieren.
7. Eingebaute GPS-Tracker erleichtern die Ortung, wenn das Rad geklaut wurde.

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26.06.2022 Tradition? Oder schon Kult? Das Bornfest.

Wellness-Bornfest

Wetter und Stimmung ist gut, Zelt. Grill, Weinhütte und Theke stehen da, wo sie immer stehen. Kinder vergnügen sich mit Quietscheentchen im Born oder auf der Spielwiese, während Eltern sich an der Theke mit Flüssignahrung eindecken, Pommes sind wie immer spätestens 19 Uhr alle, da muss man sich ranhalten, und selbst wenn der Offenbacher Wetterdienst für Harheim boshaft Regen ab 16 Uhr ankündigt – wenn der KJV am Born fest feiert, regnet es einfach nicht. Als hätten die katholischen Jugendvereinler ein ganz besonders inniges Verhältnis zum Chef der Wetterzentrale. Grundsolide Voraussetzungen also für einen gelungenen Sommertag bei schönstem Wetter mit kühlen Getränken in Reichweite und zusammen mit Freunden und Nachbarn. Kurz: Harheimer Wellnesskur.


Am Nachmittag werden unter historischen Fahnen langjährige Mitglieder geehrt. 50 Jahre – das ist schon eine Flasche Wein und eine Urkunde wert. Aber 50 Jahre Mitgliedschaft – das ist noch gar nix bei diesem Verein mit 112-jähriger Tradition und dem so furchtbar altmodisch klingenden Namen. Denn danach kommen die Ehrungen für 65 Jahre Mitgliedschaft. Jakob Brauburger, Winfried Schmidt, Diethard Fries und Otmar Fries holen sich gleich zwei Flaschen Wein und die Urkunde ab. Wahrscheinlich hatten die schon am Tag ihrer Taufe den Mitgliedsantrag unterschreiben. War das alles? Neiiin. Hier kommen noch Egbert Fries und Reinhold Mull, 70 Jahre Mitgliedschaft, bevor die flinken Mädels vom Nachwuchsballett die Bühne entern, den alten Herren vorsichtig die Stufen herunterhelfen, und dann ihre Beine und Arme wirbeln lassen, dass selbst der heilige Aloisius auf der Fahne verstohlen mitwippt. Der KJV ist also doch ein Jugendverein. Aber katholisch?

Michael Fries, der Vorsitzende, zuckt mit den Schultern. Konfession? Selbst Moslems soll es unter den Mitgliedern geben. Evangelische sowieso. Spielt keine Rolle. Draußen sitzen im Schatten entspannte Menschen friedlich zusammen, boostern sich mit konfessionsunabhängigem Äppler, traditionellem Steak und jugendlicher Bratwurst und lassen sich auf bodenständige Entschleunigung ein. Hach, was könnte es in so einem Moment Schöneres geben, als eben: Bornfest.

der katholische Jünglingsverein.




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19.06.2022 Hoppla – Schlaglöcher im Eschbachtal

Kleinbiotop, Urban Gardening oder einfach nur Schlagloch?

Ob noch eine Restauswirkung des letzten Winters? Oder einfach übersehen bei den alljährlichen Schlaglochauffüllungen. Zwei dicke Schlaglöcher zieren die Straße am Eschbachtal und sorgen bei Fahrradfahrenden und bei tiefer gelegten Autos für heftige Erschütterungen. Eigentlich hätte fast der gesamte flickenteppichartige Abschnitt Am Eschbachtal zwischen Hausnummer 2 und Hausnummer 40 eine Schönheitskur dringend nötig. Ein paar Meter weiter in Alt-Harheim ein ähnliches Bild. Fehlende Pflastersteine sind zwar teilweise wie Löcher in Zähnen mit Betonmasse aufgefüllt worden, aber an anderen Stellen ist das Pflaster schon wieder lückenhaft. Hier zwar weniger eine Gefahr für tiefergelegte Autos, eher eine Stolperstelle für Straße querende Menschen zu Fuß. Was ist da los? Die Straßenausbesserungen waren doch früher nie ein Problem.

Pflaster ausbessern? Dazu braucht man Fachleute

Leider hat aber auch die Stadt Frankfurt mit Lieferengpässen und Preissteigerungen bei Baustoffen zu kämpfen. Bauarbeiten werden oft plötzlich sehr viel teurer und müssen unter Umständen neu ausgeschrieben werden, und das bremst auch den Straßenbau einfach auf, da die Materialien nicht wie das Toilettenpapier beim Netto aus dem Regal zu kriegen sind. Versuchen Sie mal selbst im Augenblick einen Handwerker zu kriegen, wenn ihr Wasserhahn tropft oder die Heizung leckt. Also hilft nur ein bisschen Geduld und Gelassenheit. An diesen Stellen darf man ohnehin nicht schneller als 30 km/h fahren.

Die Harheimer Schotteravenue

Allerdings schiebt sich dann auch die Schotteravenue wieder in Erinnerung, dieser Abschnitt Wirtschaftsweg zu Familie Storch und zum Nordpark Bonames, der im April 2021 ohne Rücksicht auf den Freizeitverkehr mit Fußgänger- und radfahrfeindlichem Schotter belegt worden war, und auch hier warten viele kleine und große Harheimerinnen und Harheimer auf Nachbesserung, die im Dezember 2021 zugesagt worden war. Seitdem wissen die Harheimer*innen, dass der Weg irgendwann nachgebessert wird. Aber eben nicht wann. Möglicherweise wird diese „Maßnahme“ in der Prioritätenliste immer wieder weiter nach hinten geschoben, da es sich ja nur um Fußgänger*innen und Radfahrer*innen handelt. Oder aber, das Amt für Mobilität und Gesundheit setzt voll auf den Zahn der Zeit, denn wie schrieb der Verfasser prosaisch „…Die Oberflächenstruktur ändert sich durch die Nutzung und Witterung und wird feiner“. Klar. Irgendwann werden Felsen zu Sand.

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16.06.2022 Fronleichnam – was ist das denn?

kleine Tischchen, geschmückt mit Kerzen, Madonnenfiguren und solche Sachen.

Viele Hessinnen und Hessen haben sich bestimmt gefreut über den Feiertag. Was für eine wunderbare Gelegenheit, mal auszuschlafen und bis spätmittags faul in der Sonne zu braten und dann den Grill anzuheizen. Irgendwie Glück gehabt. Denn Fronleichnam ist nur in Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland und eben in Hessen flächendeckend Feiertag. In Sachsen und Thüringen kommen noch ein paar Gemeinden mit überwiegend katholischer Bevölkerung dazu. Bei den Menschen in den anderen Bundesländern war der sonnige Donnerstag ein ganz normaler Arbeitstag oder Schultag. Schrecklich.

Aber was ist „Fronleichnam“ eigentlich? Die Bezeichnung leitet sich von mittelhochdeutsch vrône („was den Herrn betrifft“) und lîcham („Leib“) ab. In der katholischen Liturgie heißt das Fest „Hochfest des Leibes und Blutes Christi“ und klingt somit schon ein bisschen schaurig. Fronleichnam hat eine lange Tradition. Laut Wikipedia wurde das Fest der leiblichen Gegenwart Christi erstmals 1247 im Bistum Lüttich gefeiert und 1264 vom Papst Urban IV. zum Fest der Gesamtkirche erhoben. Sie wollen immer noch weitere appetitliche Details von Fronleichnam wissen?

Fronleichnamsaltar

Die Anregung zur Schaffung dieses Festes geht auf die heilige Juliana von Lüttich zurück. Die hatte nämlich in einer Vision den Mond gesehen, der an einer Stelle verdunkelt war. Christus hatte ihr erklärt, dass der Mond das Kirchenjahr bedeute, der dunkle Fleck das Fehlen des Festes des Altarsakraments. (hm, das haben wir jetzt nicht ganz verstanden, aber egal). Dabei dürfen wir nicht vergessen, dass sicher auch die heilige Juliana von Lüttich damals davon ausgegangen ist, dass die Erde eine Scheibe ist, um die Sonne, Mond und Sterne irgendwie ständig kreisen. Die konnte noch gar nicht wissen, dass der Mond eine Kugel ist und eine ständig dunkle Rückseite hat. Und selbst wenn sie das geahnt hätte, war sie sicher gut beraten, diese Informationen für sich zu behalten. Sonst hätte Fronleichnam bestimmt keine so interessante Karriere gemacht. Aber nun wird etwas klarer, weshalb es den Feiertag braucht. Wer die wahre Geschichte der Fronleichnamsentstehung und Bedeutung verstehen will, hat eine umfangreiche Literaturliste durchzuarbeiten. Dafür ist ein einziger Feiertag viel zu kurz.

Andererseits – überspringen wir die Wirrungen und den theologischen Überbau – bleibt im überwiegend katholischen Harheim immer noch genug Tradition übrig: An Fronleichnam stellt man eben kleine Tischchen mit Kerzen, Madonnenfiguren und solchen Sachen vors Haus, geht zum Fronleichnamsgottesdienst mit live Musik vom Harheimer Musikverein und läuft unter dem Schutz der Harheimer Freiwilligen Feuerwehr bei der anschließenden Prozession mit. Ohne wenn und aber. So ist das einfach. Dabei trifft man Verwandte, Freunde, Nachbarn, denen man einen schönen Feiertag wünschen kann und ebenso segensreiche Wünsche zurückbekommt. Wäre Harheim nicht viel ärmer ohne solche Traditionen?



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12.06.2022 In Harheimonie vereint. Der Musikverein gibt (endlich wieder) ein Jahreskonzert.

In Harmonie vereint

Der MVH Musikverein Harheim ist endlich wieder da. Live. Draußen. Und quasi umsonst. Von Corona ist an diesem schönen Junisonntag nichts mehr zu sehen, die Masken haben sich weitgehend in Hand- und Jackentaschen ganz nach unten durchgearbeitet. Endlich mal wieder ohne Plexi-Scheiben und ohne Mindestabstand ein bisschen Nähe spüren, ein bisschen Harmonie. Ist das letzte MVH-Konzert wirklich schon drei Jahre her? Waren tatsächlich zwei volle Jahre lang keine Proben so wie früher möglich? Der MVH hat durchgehalten. Proben im Internet, Proben mit kilometerweitem Abstand, Proben im Freien auf dem Vereinsgelände der Motorradfreunde. Um dann endlich wieder gemeinsam Musik zu machen.

This is the Life!

A good start, von der Sonne beschienen, und gleich nach den ersten Takten stellt sich langsam und immer stärker das Musikverein-1913-Harheim-eV-feeling ein, als würden sich die Musikerinnen und Musiker ein zweijähriges Coronatrauma aus dem Leib und von der Haut spielen wollen, endlich wieder befreit, der Wind of Change, der Wechsel, das Hochschalten in den Harmonie-Modus. Und spätestens mit der von MVH-Klarinettist Christian Weber arrangierten Amy Macdonald Collection ist der Harheimer Musikverein, der weltbeste Musikverein im Frankfurter Norden, wieder punktgenau angekommen und vereint: in Harheimonie. This is the life!   

MVH – der weltbeste Musikverein im Frankfurter Norden


  

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