07.09.2018: Harheimer Mordanschlag von 2010 aufgeklärt?

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Tatort Harheim

Mordanschläge, Gewaltverbrechen und Schüsse – dafür ist das idyllische Harheim nun wirklich nicht bekannt. Eher für eine friedliche, paradiesische, ruhige Wohngegend. Aber am 10. Februar 2010 bekommt das Idyll jäh Risse. Schüsse knallen, Blut fließt und mit Tatütata kommt der Kommissar zum Tatort in der Hermannspforte. Am frühen Vormittag kurz vor neun Uhr hatte ein unbekannter Mann einen Harheimer Rechtsanwalt beim Verlassen seines Hauses aus kurzer Entfernung ins Bein geschossen. Ein glatter Durchschuss mit Kaliber 7,65 mm.

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Patronenhülse

Tagelang, wochenlang räteselt die Harheimer Nachbarschaft darüber, was der Hintergrund sein könnte. Die Vermutung liegt nahe, dass es etwas mit dem beruflichen Hintergrund des Mannes zu tun hatte. Ein Warnschuss vielleicht. Die ganze Familie des Anwalts steht wochenlang unter Beobachtung und unter Polizeischutz. Einen Täter kann die Polizei allerdings nie fassen.

Mordanschlag_FFF_Ueberfall-Harheim_46379Jetzt, acht Jahre nach der Tat, weiß man mehr. Der Anwalt arbeitete 2010 an einer Klage gegen den für seine patent gefalteten Stadtpläne bekannten Falk-Verlag. Eine Klage, bei der es offenbar um eine ganze Menge Kohle ging, nämlich um über 200 Millionen Euro. Also ein Vielfaches des Ortsbeiratsetats des kleinen Stadtteils. Wochen vor der Tat war bei dem Anwalt schon eingebrochen worden und er hatte Drohanrufe bekommen, die sich interessanterweise nach Hamburg zurückverfolgen ließen, zum damaligen Firmensitz der Falk GmbH. Nun reichen die Verdachtsmomente offenbar für einen Haftbefehl gegen Alexander F. aus, und er sitzt in Hamburg nun in Untersuchungshaft. Er soll den Auftrag für den Warnschuss gegeben haben. Wer geschossen hat ist immer noch unklar.

Der Anwalt selbst ist mit seiner Familie schon vor Jahren aus Harheim weggezogen. Die Erinnerung an den Krimi bleibt aber in der Nachbarschaft.

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04.09.2018: Harheim sammelt für einen öffentlichen Bücherschrank

Bücherschrank

Ein offener Bücherschrank auch für Harheim

In fast allen Stadtteilen Frankfurts gibt es offene, öffentliche Bücherschränke. Insgesamt 65 Stück. Also massive Bücherschränke in der die einen Buchliebhaber Bücher reinstellen, die zum Wegwerfen viel zu schade sind und andere Leseratten wiederum Bücher rausnehmen können, die sie gerne lesen würden. Nur in Harheim gibt es keinen. Warum eigentlich?

Grund dafür ist, dass diese Bücherschränke in Frankfurt nicht von der Stadt bezahlt werden. Wenn es also nicht großzügige private Spender gibt, müssen die Ortsbeiräte einen Bücherschrank aus ihrem eigenen Etat bezahlen, wenn sie einen haben wollen. Eine alte ausgediente Telefonzelle? Ein alter Esszimmerschrank? Nein – wo kämen wir hin, wenn als öffentlicher Bücherschrank einfach irgend etwas genommen werden könnte. Natürlich muss so ein Schrank fest im Boden verankert sein, damit er nicht von alleine wegläuft und außerdem erheblichen Widerstand gegen sinnlos waltende rohe Vandalismuskräfte bieten können. Daher darf in Frankfurt nur ein einziges Modell aufgestellt werden. Und das kostet knapp 7000 Euro. Viel Geld für einen kleinen Ortsbeirat wie Harheim, der jährlich für seinen Etat für alle Projekte im Stadtteil nur etwa 2.400 Euro bekommt.

Deshalb hat der Harheimer Ortsbeirat eine Crowdfunding Spendensammelaktion ins Leben gerufen. Jeder, der diese Idee mit dem Bücherschrank unterstützen will, kann seinen Beitrag entweder an den Vereinsring Harheim überweisen oder über eine Crowdfunding Plattform im Internet einzahlen. Alle Spender, die 100,00 € oder mehr spenden, werden auf einer Tafel am Bücherschrank für alle sichtbar erwähnt.

Sobald genügend Geld eingegangen ist, soll der Schrank auf dem alten Kirchplatz vor dem Bürgeramt aufgestellt werden. Eine gute Sache also. Flyer, die zur Unterstützung aufrufen, sind in den letzten Tagen in die Briefkästen Harheims geworfen worden. Die Aktion kann also beginnen.

Hier sind die Spendenmöglichkeiten:

Vereinsring Harheim e.V. Stichwort „Bücherschrank“, IBAN DE60 5005 0201 0000 0657 97
BIC HELADEF1822

Crowdfunding Plattform: http://buecherschrank.harheim.com

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24.08.2018 Der Weg ins Feld am Römerbrunnen: wo sich Fahrradfahrer und Hundegassigeher begegnen. Achtung!

Achtung

Achtung, vielleicht kommt von links ein Fahrradfahrer um die Kurve …

Am Ende der Straße am Römerbrunnen geht’s ins Feld. Das wissen die Harheimer Hundegassigeher, die Spaziergänger, die Inlineskater, aber auch die Fahrradfahrer auf dem Weg zum Laupushof oder nach Massenheim, denn die nutzen diesen Weg. Am Ende der Straße am Römerbrunnen ist aber die Zufahrt zum Feld mit Betonsteinen blockiert, die bei starken Regenfällen verhindern sollen, dass die Wassermassen den Weg in irgend einen Keller finden, wo sie nicht hingehören. Bevor es die Hochwasserverhinderungsbetonmauer gab, wurde die Zufahrt zum Feldweg mit Pollern versperrt. Da konnten keine Fahrzeuge durchfahren, nur das Wasser floss eben durch. Seit die Mauer da ist, bleiben immer noch zwei Poller, die den gehwegbreiten Durchgang für die Hundegassigeher, Spaziergänger und die Fahrradfahrer so verengen, dass  Begegnungen auch schnell zum Stress werden können. Ausweichen ist nämlich gerade wegen der Poller schnell nicht mehr möglich, wenn der Radfahrer plötzlich in der Kurve vor Dobermann Maya steht.

Gerade auch wegen der hochgewachsenen Hecke an der Kurve sehen die Passanten erst spät, ob ausgerechnet jetzt jemand entgegen kommt. Zu spät, weil Ausweichen nicht mehr geht.

Eine betroffene Anwohnerin in der Bürgerstraße hatte daher vorgeschlagen, dort einen Verkehrsspiegel anzubringen. Eine gute Idee, allerdings mit denkbar wenig Aussicht auf Erfolg. Der Feldweg ist keine öffentliche Straße, das zuständige Amt für Straßenbau würde niemals bereit sein, Geld für einen Spiegel aus dem Etat zu nehmen, der nicht auf einer Straße stehen würde. Ausserdem müsste ein Mast für den Spiegel aufgestellt werden, der dann selbst zum Hindernis für Traktoren und andere landwirtschaftliche Fahrzeuge würde.

Die Grünen hatten daher im Ortsbeirat vorgeschlagen, die zwei Poller zu beseitigen, damit der Begegnungsverkehr gefahrloser werden könnte.

Die CDU-Fraktion lehnte den Antrag ab. Die Begründung dazu hatte die ehemalige Ortsvorsteherin und direkte Anwohnerin an der betreffenden Stelle gegeben: Die Anlieger befürchten, dass dann die Öffnung durch Krafträder genutzt werden. Das wollen sie nicht.

Ob das Feindbild Motorradfahrer etwas mit dem MF93 zu tun hat, oder damit, dass der Fraktionssprecher der Grünen der einzige aktive Motorradfahrer unter den Ortsbeiräten ist, das wissen wir nicht. Klar ist aber, dass auch zwischen den Pollern ein Motorrad durchfahren könnte. Bloß – was will der Motorradfahrer auf der anderen Seite? Mal ganz abgesehen davon, dass die Zufahrt über den Gehweg verboten wäre. Aber immerhin das passt gut zu dem Feindbild.

Nun, liebe Mitbürger, da müssen wir doch dabei bleiben und alle diejenigen zur Vorsicht und zu Besonnenheit aufrufen, die an dieser Stelle vorbeifahren oder an dieser Stelle ihre Hunde laufen lassen wollen. (hs)

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20.08.2018: Richtfest bei der Siedlungsgemeinschaft „Zuhause in Harheim“.

Richtfest

Planungsdezernent Mike Josef und Bauunternehmer Markus Gildner feiern Richtfest am Wohnprojekt

Richtfest – mit allem Drum und Dran. Mit Versen, mit Richtfestbäumchen, mit zerschmettertem Glas und natürlich mit kalten und heißen Getränken zum Anstoßen. Und natürlich mit einem Richtspruch. Diesmal von dem Mann der alles leitet, vom fränkischen Urgestein Siegbert Schütz. Erkennbar am klaren oberfränkischen Dialekt.

 

 

Wenn ich jetzt, – des geb ich zu –
da nicht ganz durchblicken tu,
wer namentlich, ich weiß nicht gewiß,
als Bauherr anzusprechen is.

Denn a bissl´schwierig ist des scho,
für so an´einfachen Zimmermo
So gilt mein Gruß bei der Richtfestfeier,
dem Rotzen Kreuz, Frau Doktor Birkenfeld, Hernn Josef,
dem Herrn Gildner und so weiter…

Richtfest

Richtfest im Niederfeld

In der Tat waren Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld und Planungsdezernent Mike Josef zum feierlichen Richtfest gekommen und schauten sich die Wohnanlage von ganz oben an. Mittlerweile spricht kaum mehr jemand von „Flüchtlingsunterkunft“. Eher von Siedlungsgemeinschaft. Der Sozialbezirksvorsteher Diethart Fries berichtet, dass sich in der Einstellung gegenüber Flüchtlingen auch in Harheim völlig geändert hat. Die anfängliche Angst, Skepsis und Ablehnung ist nicht mehr zu spüren, sondern eine freundliche Neugier. Entscheidend dazu beigetragen hat der Siedlungsgemeinschaftsgedanke. Dort im Niederfeld entsteht keine Flüchtlingsunterkunft in einem Containerdorf, sondern Menschen aus verschiedenen Herkunftsländern werden gemeinsam dort ein „Zuhause in Harheim“ finden. Und mit dem Runden Tisch, den der Sozizalbezirksvorsteher leitet, werden Vereine und weitere Ehrenamtliche eingebunden.

Zum Bauwerk und seiner Funktion
glaub ich, dass ich mich kurz fassen kon´,
Trotzdem gestatten´s mir vor Ort,
zum Bauwerk doch ein paar Wort

Für Frau Doktor Birkenfeld errichten wir ein Haus
wo d´Leut als Fremde einziehn´und als Freunde wieder aus.
Für so ein Haus, das ist ganz gewiß,
ein Haufen zu beachten ist.

….

Wie überall auf dieser Welt,
so brauchts zum Baun´einen Haufen Geld.
Vom Gildner wird aufs Geld geschaut,
und ja kein Euro umsonst verbaut.

Will nach dem ersten Glas nun fassen,
um unsre Bauherrn hochleben zu lassen
Mögen sich ihre Investitionen

zum Wohle all der Menschen lohnen,
die bald, die Zeit ist nicht mehr fern,
des Haus bewohnen wern´

Der Bau verläuft planmäßig und die Wohnungen im ersten Bauabschnitt sollen bis etwa Weihnachten bezugsfertig sein.

Richtfest

Mögen wir beschützt von Gottes Händen den Bau noch unfallfrei vollenden

Es sind natürlich, wie ich merk,
viele Ausbaufirmen schon am Werk
Drum darf ich es langsam ausklingen lassen´
Und alle Bauleut zusammen fassen.
Ihnen sei nach harten Arbeitswochen,
Besonderer Dank heut ausgesprochen.

Mein letztes Glas will ich erheben,
mit dem soll´n die Bauleut leben,
Hab ich sie auch zuletzt genannt,
so ist uns allen doch bekannt,
dass sie, ich darf es stolz verlesen,
die Wichtigsten am Bau sind gewesen.
Ich leer das Glas zu Eurem Wohl
Auf dass das Handwerk leben soll.

Mein Spruch ist jetzt zu End,
ich hör jetzt auf, wünsch noch einen guten Bauverlauf.
Von Unfällen, das sei noch betont,
Mögen wir beschützt von Gottes Händen,
den Bau noch unfallfrei vollenden.

Möge weiterhin „sein göttlich Tun“
und Segen auf dem Hause ruhn….

Bei so viel, wie von den rund 150 Gästen angestossen wurde, reicht der Segen sicherlich lange aus. Auch wir wünschen dem Projekt weiterhin einen friedlichen, glücklichen und gesegneten Verlauf.

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19.08.2018: Heisser Tag der offenen Tür. Feuerwehr löscht zwar den Durst, die Hitze bleibt trotzdem.

Tag der offenen Tür bei der Feuerwehr

Eindeutig der kühlste Platz am Tag der offenen Tür war im Spritzenhaus drin. Die Theke war an der richtigen Stelle aufgebaut, im Schatten, allerdings die wenigen Schattenplätze schnell belegt. Belegt mit Zuschauern die mit einem kühlen Bier in der Hand den in voller Montur angetretenen Floriansjüngern der Jugendfeuerwehr zusahen, wie die einen Brand in Nullkommanix löschen. Allerdings hatte die Trockenheit dem Programm einen Strich durch die Rechnung gemacht. Anstelle einen richtigen Palettenstapel zu löschen, mussten sich die Experten der Brandbekämpfung mit einem eher künstlichen Feuer aus der Gasflasche begnügen. Offenes Feuer bei diesen Temperaturen ist augenblicklich verständlicherweise in Frankfurt verboten.

Feuerwehr

Löschen üben.

Höhepunkt war allerdings der Floriansjüngerfeuerwehrbollerwagen, den Jugendwart Christian Bieniek zusammen mit seinem Nachbarn Stefan Metz und seinem besten Freund Sebastian Riedel mit Unterstützung von google, Facebook und einigen Bieren entworfen hatten. Von der Idee infiziert wie vom Modellbahnvirus drängelten sich geradezu Sponsoren und Unterstützer beim Bau dieses Löschunikats. Michael Rudloff und Steffen Müller schleppten Material und Equipment an, das Bauzentrum Meusel in Bad Vilbel räumte großzügige Rabatte ein, Opel Meyer, die Kfz-Werkstatt der Frankfurter Feuerwehr und die Firma 1Druck sorgten für Beklebung  und Finish, und – voilà – nun haben die Floriansjünger ein vollausgerüstetes Löschfahrzeug, nur eben im Kleinformat. Vom Blaulicht über Schläuche und den Verbandskasten bis zum Martinshorn – alles dran, was zum Löschen benötigt wird. Einen einsatzfähigen Übungswagen, auf den selbst gestandene und durch Rauch und Feuer gegangene Feuerwehrsenioren neidisch sind.

Eigentlich beruhigend, wenn man weiß, dass die Harheimer Freiwillige Feuerwehr gut gerüstet ist für heiße Tage, und nicht nur bei Feuer, sondern auch bei vielen anderen grossen oder kleinen Katastrophen. Auch wenn Feuerlöschen in Frankfurt in der Regel von der Berufsfeuerwehr erledigt wird, das macht die Freiwilligen Feuerwehren keineswegs überflüssig. Wer sollte denn den jungen Menschen sonst erklären, was man im Katastrophenfalle macht. Und wer erinnert die Verkehrsteilnehmer, eine Rettungsgasse auf der Autobahn im Stau zu machen. Und überhaupt: Wer würde in Harheim so einen wundervollen Tag der Offenen Tür veranstalten und den Raum und die Gelegenheit für die Harheimer bieten, sich hier zusammenzufinden.

 

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