21.2.2018 Asterix gegen den Römer – CDU Harheim weiter gegen Flüchtlingsunterkunft

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Wohnen im Obstgarten Bild: Markus Gildner / Solgarden GmbH

Im Kampf gegen das Flüchtlingswohnprojekt des DRK in Niederfeld gibt die Harheimer CDU nicht auf. Der Magistrat soll nun prüfen, ob die Baugenehmigung denn zu Recht ergangen sei. Das beschloss der Ortsbeirat am Montagabend nach einer heftigen Debatte. Die Grünen hatten dabei an der Abstimmung nicht teilgenommen, sie fühlten sich als Ortsbeiräte angesichts der Sinnlosigkeit des Antrags für bloße Stimmungsmache gegen Flüchtlinge missbraucht. Was war passiert?

Die Harheimer CDU hatte gefordert: „…Der Magistrat wird gebeten, um Lichte des BGH-Urteils vom 27.10.2017 (Az V ZR 193/16) zu prüfen … ob die auf dem genannten Grundstück geplante Einrichtung …. als Wohnnutzung einzustufen ist … [und zu prüfen ob] … falls keine Wohnnutzung vorliegt, die Baugenehmigung Bestand haben kann.“

Klingt juristisch trocken, ist aber eigentlich ganz einfach. In der vom Investor Solgarden geplanten und später vom Deutschen Roten Kreuz betriebenen Wohnanlage könnte nur eine „Wohnnutzung“, aber möglicherweise eben keine „Heimnutzung“ zulässig sein. Das BGH hatte nun erstmals klar definiert, was eine „Heimnutzung“ im Gegensatz zur „Wohnnutzung“ kennzeichnet:

„…..Die Nutzung als Heim ist durch eine heimtypische Organisationsstruktur, durch Dienst- oder Pflegeleistungen und / oder durch Überwachung und Kontrolle geprägt. … die häufige Fluktuation der Bewohner machen eine heimtypische Organisationsstruktur erforderlich …. Es fehlt an einer Eigengestaltung der Haushaltsführung und des häuslichen Wirkungskreises. …“ (Zitate aus der Entscheidung des BGH).

 

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Sind diese Wohnungen ein Heim?

Nun sind den Ortsbeiräten – auch denen von der CDU – die Baubeschreibung und die Grundrisse bekannt. Dort sind kleine abgetrennte Wohneinheiten in jedes Haus geplant. Jede Wohneinheit hat ein eigenes Bad und eine eigene. Eine heimähnliche Verpflegung ist weder vorgesehen noch machbar. Eine Überwachung oder Kontrolle der dort Wohnenden ist nicht geplant und auch nicht zulässig. Häufige Fluktuation ist dort nicht zu erwarten, da es sich nicht um eine Erstaufnahme- oder Übergangseinrichtung handelt.

Vergleicht man also Grundrisse und Baubeschreibung mit dem BGH-Urteil, wird es auch für juristische Laien ziemlich schwer, darin noch eine rechtswidrige Heimnutzung zu erkennen. Dort werden einfach Menschen in Wohnungen wohnen.

Weswegen die Harheimer CDU hofft, ausgerechnet mit diesem Urteil den Magistrat zum Eingeständnis zu zwingen, die eigene Bauaufsicht hätte rechtswidrig eine Baugenehmigung erteilt, bleibt völlig unverständlich.

Aber es tun sich weitere Argumentationsprobleme auf. Zunächst ist das BGH die oberste Instanz in Zivilverfahren. Eine Baugenehmigung ist aber ein Verwaltungsakt. Dafür ist juristisch der Hessische Verwaltungsgerichtshof zuständig. Juristisch ist fraglich, ob das Urteil des BGH für die Ausstellung einer Baugenehmigung durch die Verwaltung überhaupt von Bedeutung ist.

Das Baurecht sieht vor, dass im Genehmigungsverfahren die Nachbarn mit einbezogen werden müssen, die können gegen eine Baugenehmigung in der Prüfungsphase Einspruch einlegen oder dagegen klagen. Sofern Einsprüche oder Gerichtsverfahren nicht erfolgreich sind, muss die Behörde die Baugenehmigung ausstellen.

Verblüffend für Juristische Laien mit wenig Verwaltungswissen: Eine solche Baugenehmigung ist dann unanfechtbar. Selbst wenn sie gegen ein Urteil des BGH verstoßen würde, könnte sie weder nichtig werden noch zurückgezogen werden.

Völlig zu Recht übrigens, denn jeder, der irgendwo baut, muss ja auch darauf vertrauen können und Rechtssicherheit haben, dass eine behördliche Genehmigung nicht plötzlich zurückgezogen werden könnte, nachdem er einen Haufen Geld in ein Projekt gesteckt hat, das damit plötzlich zur wertlosen Bauruine würde.

Das gilt natürlich auch für die Baugenehmigung im Niederfeld. Selbst wenn wider Erwarten der Magistrat befinden würde, dass die Baugenehmigung von der eigenen Verwaltung dummerweise rechtswidrig ausgestellt wäre – sie ist und bleibt gültig.

Unverständlich, was dann eigentlich die Harheimer CDU mit so einem Antrag  bewirken will.

Für den Ortsbeirat selbst war Messe sowieso schon längst gelesen, denn spätestens mit dem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung zum Erbpachtvertrag des Investors Solgarden vor fast genau einem Jahr stand fest, dass die Stadtverordneten dieses Wohnprojekt in Harheim haben wollen. Zugestimmt hat übrigens auch der Harheimer CDU Stadtverordnete.

Noch ist mit dem Bau nicht begonnen worden.

Warum also jetzt dieser Antrag? Die einzige naheliegende Antwort: Für das eigene politische Bekenntnis. Gar nicht so selten stellen politische Parteien Anträge, von denen sie ganz genau wissen, dass sie damit nichts bewegen oder erreichen können, außer eben eine Öffentlichkeitswirkung. Besonders in Wahlzeiten. Damit wird signalisiert, wofür eine Partei steht.

Was signalisiert die Harheimer CDU nun damit? Dass sie keine Flüchtlinge mag? Dass sie das Wohnprojekt des DRK nicht will? Dass sie dagegen ist, dass Flüchtlinge in Harheim wohnen? Dass sie nicht will dass Flüchtlinge in gutbürgerlichen Stadtteilen untergebracht werden? Oder dass sie dagegen ist, dass Flüchtlinge in reinen Wohngebieten wohnen, weil das zu Spannungen mit den Nachbarn führt und eine Unterbringung in irgendeinem Gewerbegebiet doch viel angebrachter wäre – eine Frage, die der Ortsvorsteher Harheims (auch CDU) am Neujahrsempfang aufgeworfen hat. Da kann sich nun jeder selbst eine Antwort zusammenreimen.

Vielleicht ist es aber auch nur so, dass sich die CDU Harheims gar keine Gedanken gemacht hat, welche Auswirkungen das überflüssige Anfeuern der Flüchtlingsdebatte haben kann. Seit wenigen Tagen wird über den Skandal, dass in Harheim Flüchtlinge in richtigen Häusern wohnen sollen, in einem überregionalen Internetblog und in der deutschen Ausgabe einer internationalen Zeitung berichtet, die beide – vorsichtig ausgedrückt – der Gedankenwelt von Pegida und AfD eine ganze Menge Sympathien entgegenbringen.

Als der Fraktionssprecher der Grünen am Montag auf diese Publikationen eines Berliner Autors hinwies, von dem niemand so genau weiß, woher der eigentlich über die Harheimer Situation so detailliert Kenntnis hat, waren die Ortsbeiräte der Harheimer CDU-Fraktion entrüstet, und verwehrten sich dagegen, in diese rechte Ecke gestellt zu werden. Mindestens der Grüne Ortsbeirat hatte über die Verortung der Harheimer CDU jedoch selbst kein einziges Tönchen gesagt.

Es bleibt ein bitterer Geschmack. Noch vor wenigen Wochen hat die Harheimer CDU für eine Kanzlerin aus der eigenen Partei Wahlkampf gemacht, die letztlich mit die  Entscheidung getroffen hatte, dass wir es in Deutschland schaffen, mit so vielen Flüchtlingen zurecht zu kommen. Das Sozialdezernat der Stadt Frankfurt – fest in Hand der CDU-Dezernentin Daniela Birkenfeld – hatte die Verantwortung übernommen und sich engagiert bemüht, die Frankfurt zugeteilten Flüchtlinge unterzubringen. Viele Menschen in Deutschland, übrigens quer durch fast alle Parteien, nehmen an dieser Aufgabe teil und engagieren sich. Die Harheimer CDU  zeigt sich dagegen völlig unbeeindruckt.

Anstelle an den Voraussetzungen in Harheim zu arbeiten, dass die neuen Bewohner, die in diese  Wohnanlage einziehen werden, in unserem Stadtteil aufgenommen, integriert und eingebunden werden können, so dass das Ganze ähnlich gut funktioniert wie die Flüchtlingsunterkunft im Nachbarstadtteil Nieder-Erlenbach, verbreitet die Harheimer CDU immer noch Optimismus, als könne sie das doch noch irgendwie verhindern. So wie bei Asterix gegen den Römer.   (hs)

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15.02.2018 „Überquerung der Bahngleise nicht erforderlich!“. Bürgerverein Berkersheim wirft den Fehdehandschuh nach Harheim.

Omega-Brücke

Hier mit einer Brücke über die Schienen? „Nein“ sagen Berkersheimer

Auf eine neue Eskalationsstufe im Nachbarschaftsverhältnis hebt der Bürgerverein Berkersheim das Problem mit der Schließung des Bahnübergangs am Berkersheimer Bahnhof im Zuge des Ausbaus auf vier Gleise. In einem offenen Brief vom 6.2.2018  bezeichnet der Vorstand des Berkersheimer Vereins eine Omegabrücke als nicht notwendig, weil „……eine Querung der Bahngleise schlicht nicht erforderlich ist“. Nach Ansicht der Berkersheimer ist ein solches Bauwerk nicht im Interesse der Bürger Frankfurts und würde nicht gebraucht. Das Bauwerk würde nicht nur das Niddatal verunstalten und das Landschaftsbild stören, nicht nur viele Millionen Euro kosten und dabei doch nur Anliegern zur Verfügung stehen, sondern diese Brücke würde zusätzlich Begehrlichkeiten wecken und den Straßenverkehr aus den nördlich gelegenen Stadtteilen Nieder-Erlenbach, Harheim und Nieder-Eschbach mitten durch Berkersheim führen. Der Berkersheimer Bürgerverein, der sich nach eigenen Worten als Interessensvertretung aller Frankfurter Bürger sieht, hat zur Verhinderung einer Omegabrücke am Berkersheimer Bahnhof mit dem offenen Brief gleichzeitig eine Unterschriftensammlungsaktion gestartet und weist schon einmal auf die Ortsbeiratssitzung des zuständigen Ortsbeirates am 20.2.2018 um 19.30 im Saalbau Nidda in Bonames, Harheimer Weg 18-24 hin.

Die Harheimer Bürgerinnen und Bürger sind vom forsch auftretenden Bürgerverein Berkersheim irritiert. In ganz besonderem Maße dabei von den angeführten Begründungen.
So würde die Brücke noch mehr Verkehr aus Harheim und anderen nördlichen Stadtteilen nach Berkersheim anlocken. Offenbar hat der Vorstand des Bürgervereins Berkersheim noch nie jemals auch nur in Erwägung gezogen, dass in den rund 200 Fahrzeugen, die täglich widerrechtlich durchs Niddatal fahren, auch Berkersheimer hinterm Steuer sitzen könnten, die nach Harheim oder weiter fahren. Noch niemals ist den Berkersheimer Bürgern aufgefallen, dass regelmäßig ein Reisebus Berkersheimer Grundschüler zum Kinderturnen zur Turnhalle des TV Harheim bringt – natürlich durch das Niddatal und den Berkersheimer Bahnweg.

Berkersheim

Diese Berkersheimer sollen nicht mehr durch Berkersheim fahren. Sondern durch Harheim.

Die Wohnhäuser der Berkersheimer Bahnstraße mit den Hausnummern 41,42 und 38, die allesamt auf der nördlichen Seite der Schienen – also auf der Harheimer Seite – stehen, werden dann nach dem Willen des Berkersheimer Bürgervereins nicht mehr durch Berkersheim nach Hause fahren, sondern durchs Niddatal und durch Harheim. Das gleiche gilt für Anlieferungen und für die Müllabfuhr. Der Bürgerverein Berkersheim schreckt offenbar nicht davor zurück, den Verkehr durch Berkersheim dadurch zu verringern, dass die eigenen Berkersheimer Bürger, die auf der falschen Seite der Schienen wohnen, nicht mehr durch Berkersheim fahren dürfen. Diese Belastung können ja die Harheimer übernehmen.

Die Forderung der Harheimer Ortsbeiräte, die Bushaltestelle des Zubringerbusses 25 so zu planen, dass die Fahrgäste beim Umsteigen in die S6 nicht weiter als etwa 100 Meter zu Fuss durch Wind und Wetter laufen müssen, wischen die Bürgervereinler beiseite. Die Andienung sei „….auch in Zukunft durch eine Buswendeschleife nördlich der S-Bahn-Haltestelle möglich….“  Möglich ist das schon. Die Mühe, einmal nachzumessen, wie lange für die Fahrgäste der Fußmarsch zum Bahnsteig ist, das haben die Vorstände des Bürgervereins nicht mehr gemacht. Es geht ja nur um Nicht-Berkersheimer.

Berkersheimer Bahnhof

Wie kommen die Radfahrer und Fußgänger zukünftig auf die andere Seite?

Und dass der Bürgerverein Berkersheim offenbar ausschließlich aus Autofahrern besteht belegt die Tatsache, dass der Radverkehr in deren Verkehrskonzept überhaupt keine Rolle spielt. Dieter Wolff und Dirk Pulver, die Vorstände des Vereins, können sich offenbar noch nicht einmal vorstellen, dass im 21. Jahrhundert Menschen mit dem schadstoffärmsten Verkehrsmittel zur Arbeit fahren, das es gibt: mit dem Fahrrad. Die Forderung der Harheimer Interessensvertreter, den schnellen Radweg zwischen den Stadtteilen im Frankfurter Norden bis in die Innenstadt am Berkersheimer Bahnhof nicht mit der Schließung des Bahnübergangs zu unterbrechen sind für die Berkersheimer Bürger, die sich so gerne als Interessensvertreter aller Frankfurter sehen, noch nicht einmal einen Gedanken oder einen Satz wert. Kein Wunder also, dass durch die seltsamen Argumente des Berkersheimer Bürgervereins sich die Harheimer sehr an das Sankt-Florians-Prinzip erinnert fühlen. Gegen die bis zu sechs Meter hohen Schallschutzwände, die die Berkersheimer vor dem Lärm schützen sollen, hat der Bürgerverein nichts. Eine Omega-Brücke dagegen wird allein durch seine Größe das Niddatal verunstalten.

Da fällt es auf Harheimer Seite der S6-Schienen schwer, nicht mit Zynismus zu reagieren und sachlich zu bleiben. Beide benachbarten Stadtteile – Harheim und Berkersheim – gehören zu den kleineren Stadtteilen mit oft auch ähnlichen Problemen so etwa Nahversorgung, Ärzte, Öffentlicher Nahverkehr, Jugend, Hortplätze und Kindergartenplätze, die Probleme der lokalen Vereine. Anstelle Wegeverbindungen abzuschneiden, sich abzuschotten und die Nachbarn als die Verursacher aller Probleme darzustellen, wäre für beide Stadtteile viel mehr erreichbar, wenn sie konzentriert und konstruktiv zusammenarbeiten würden. Aber vielleicht stehen so einer kooperativen Problemlösung einfach auch nur handfeste parteipolitische Interessen entgegen. Immerhin fällt auf, dass die Forderungen des Berkersheimer Bürgervereins denen der SPD Frankfurter Berg/Berkersheim auffallend ähneln. Im für Berkersheim zuständigen Ortsbeirat 10 konnte sich die kleine SPD-Fraktion nicht mit der Verhinderung der Omega-Brücke durchsetzen. Vielleicht Ist also die Unterschriftenaktion des Bürgervereins Berkersheim nur die Fortsetzung der alten Auseinandersetzung mit anderen Mitteln.

Da oben am Berkersheimer Bahnhof prallen vielfältige Interessen aufeinander. Um dabei zu einer Lösung zu kommen, die allen Wünschen weitgehend gerecht wird, bedarf es konstruktiver Ideen und einen respektvollen ehrlichen Umgang aller Beteiligten miteinander. Mit destruktivem Populismus wird man vielleicht individuelle Ego-Interessen durchsetzen können. Aber eben keine Probleme lösen. Schon gar nicht bei einem Projekt dieser Größenordnung. (hs)

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13.02.2018: Jugend rebelliert beim KJV. Aufstand bei der Rosenmontagssitzung!

Rosenmontagssitzung

Ein Tusch und gleich gehts los. Die Rosenmontagssitzung des KVJ

Dass ausgerechnet die traditionelle Rosenmontagssitzung beim KJV mit einem Eklat beginnen würde, das hätte niemand vermutet. Möglicherweise infiziert von Vorbildern aus Koalitionsgesprächen und Politik stürmten schon gleich zu Beginn zwei jugendliche Nachwuchskarnevalistinnen die Bütt, erhoben kämpferisch Forderungen nach mehr Beteiligung und Programm für die junge Generation. Ein Skandal sei es, dass im Elferrat lediglich zwei Frauen vertreten seien. Außerdem sei der Altersdurchschnitt in dem Vorstandsgremium des Vereins mit dem J in der Mitte geradezu vergreist. Kurzerhand wurden zwei der alten Herren vom Elferrat von der Bühne verwiesen und durch zwei junge weibliche Karnevalistinnen von den Aufständigen ersetzt. Dass nicht gleich bei der Gelegenheit noch eine Frauenquote verordnet wurde, lag vermutlich nur am besänftigenden und mit stürmischem Beifall gefeierten Auftritt der – durchweg jungen und weiblichen – Garde.

Rosenmontagssitzung

Einmarsch der Garde

Und erst nach dem Vortrag von Protokoller Matthias Brauburger und dessen eindringlichen Plädoyers, nicht auch noch ausgerechnet bei der Rosenmontagssitzung des Katholischen Jugendvereins die eigenen Vorbilder und Idole ausgerechnet aus der Welt der Politik zu nehmen, da es da viel zu viele schlechte Beispiele gäbe, kehrte wieder mehr karnevalistische Besonnenheit in die Veranstaltung und die jüngere Jugend aus dem katholischen Jugendverein beließ es dabei, bei der älteren Jugend aus dem katholischen Jugendverein nicht noch mehr Weltbilder zum Platzen zu bringen. Trotzdem machte der Amazonenaufstand allen erfrischend klar, dass da beim KJV eine hoffnungsvolle junge Generation an die Burgtüre klopft, und – völlig unkarnevalistisch angemerkt – dieser Verein mit angestaubtem Namen mit einer wunderbaren Nachwuchsarbeit gesegnet ist.

Rosenmontagssitzung

Stimmung !

Auch selbst weniger dem Karnevalismus fröhnende Zeitgenossen konnten an der wie selten zuvor so bunten, fröhlichen und kompakten KJV-Rosenmontagssitzung ihre Freude haben. Das vierstündige Programm war nach gefühlten neunzig Minuten durch. Und allen, die es aus eigener Schuld verpasst haben können wir nur einen Tip geben: Mal rechtzeitig im Kalender 2019 den Rosenmontag ankreuzen. Mit einem dicken KJV-Ausrufezeichen.

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09.01.2018: Radschnellwege – die Autobahn für die Radfahrer

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Freie Fahrt für Fahrräder

Die Vorbereitungen laufen, noch in diesem Jahr soll mit dem Bau eines Radschnellweges zwischen Frankfurt und Darmstadt begonnen werden. Und dieses Projekt soll nur der Auftakt werden zu weiteren Planungen eines ganzen Netzes von Expressverbindungen. Sieben Kommunen sollen miteinander verbunden werden – Frankfurt, Neu-Isenburg, Dreieich, Langen, Egelsbach, Erzhausen und Darmstadt. Merkwürdigerweise alles Kommunen im Süden Frankfurts. Aber dann stehen da ja noch in der Warteschleife die Radschnellverbindungen nach Hanau, Karben, Bad Homburg, Wiesbaden und Mainz. Am Ende soll eine völlig neue Mobilitätsstrategie möglichst viele Pendler zum möglichst baldigen Zeitpunkt zum Umstieg vom Auto auf den öffentlichen Nahverkehr oder auf das Rad bringen. Der Regionalverband träumt schon davon, dass alleine durch den Schnellradweg zwischen Frankfurt und Darmstadt zukünftig 44.000 Pendler morgens und abends in die Pedale treten, anstelle sich hinters Lenkrad zu setzen und bei Wind und Wetter auf Autobahnen Staus zu erzeugen oder sich in eine meist verspätete Bahn zu setzen.

Gelegentlich säumen große Pfützen und Traktorspuren den Fahrradweg

Soweit sogut. Viele solcher Träume scheitern an der Realität und das könnte der Idee von der Fahrradautobahn auch drohen. Das Problem ist nämlich, dass über die Schnellwege die Pedalisten zwar ruckzuck zwischen der Stadtgrenze der einen Stadt zur Stadtgrenze der anderen Stadt gefahren sind. Aber jetzt geht das Problem erst los. Von der Stadtgrenze Frankfurts aus bis zur Stadtmitte mit dem Drahtesel zu fahren, das kann eine ganz abenteuerliche Geschichte werden. Innerhalb des Frankfurter Stadtgebiets sind längst noch nicht alle Stadtteile mit einem direkten Fahrradweg verbunden.

Im Frankfurter Norden gibt es zwar ein Stück Radweg zwischen Harheim und Nieder-Erlenbach. Auch einen für Radfahrer zugelassenen Wirtschaftsweg von Harheim bis nach Bonames gibt es. Von Schnellweg zu reden ist aber Unfug. Es fehlt nämlich der Lückenschluss. Wer von Nieder-Erlenbach bis nach Bonames radeln will (etwa zur U2), der muss erst einen Umweg durchs Klein-Klein der Harheimer City machen, sofern er nicht riskieren will, dass er auf der Umgehungsstraße vom Asphalt gehupt wird. Ein Radweg zwischen Nieder-Erlenbach und Nieder-Eschbach ist seit Jahrzehnten geplant, aber immer noch nicht gebaut. Und der einzige wirkliche Schnellweg direkt in die Innenstadt, von Harheim über Berkersheim, Preungesheim, am Hauptfriedhof vorbei durchs Nordend bis zur Konstablerwache droht mit Beginn des Gleisausbaus der Bahnlinie S6 unterbrochen zu werden. Soviel also zum Bekenntnis zum Radverkehr. Im Süden hofft man auf Umsteiger von Bahn aufs Rad. Im Norden plant man die Radschnellwege, die nur die Insider kennen, zu verbarrikadieren.

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Radweg nach Nieder-Erlenbach

Die Grünen in Harheim hatten vor wenigen Wochen in einem Antrag gefordert, diesen Radweg offiziell ins Verzeichnis mit aufzunehmen und zu beschildern. Auch, um für diesen Weg zu werben, damit er nicht plötzlich physisch wie psychisch „beseitigt“ wird. Die Beschleunigung und Verbesserung der Radwegeverbindungen ist ein wichtiges Bausteinchen in der Verkehrsplanung. Zudem fördert es ein Verkehrsmittel, mit dem man völlig ohne Emissionen unterwegs ist. Nur der Automobilindustrie und der Deutschen Bahn wird das nicht so sehr gefallen.

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07.02.2018: S6-Ausbau: Achtung Radfahrer! Baustellenverkehr auf dem Niddaradweg bei Bad Vilbel.

S6-Ausbau

Noch ist unter der B3a-Brücke über die Nidda freie Fahrt für Radfahrer

Der schnellste Weg von Harheim nach Bad Vilbel ist zugleich auch der schönste – nämlich der Radweg entlang der Nidda bis direkt ins Vilbeler Zentrum. Auf diesem Weg besonders unter der Autobahnbrücke der B3a muss ab sofort mit ungewohntem Baustellenverkehr zu rechnen sein. Dort an der B3a wird eine Behelfsauffahrt und eine Behelfsabfahrt für die LKWs gebaut, die die Gleisbauarbeiten beliefern und zusätzlich eine Behelfsbrücke über die Nidda, damit die Lastwagen auch zu den Gleisen kommen. Die DB Netz AG hat ausdrücklich versprochen, dass der Niddaradweg während der Bauarbeiten jederzeit für den Rad- und Fußgängerverkehr passierbar ist. Mit Schildern wird jedoch auf den Baustellenverkehr hingewiesen und sowohl die Fahrer der Baustellenfahrzeuge wie auch die Radfahrer und Fußgänger um erhöhte Vorsicht gebeten.

S6-Ausbau

Die Baugrenzmarkierungen lassen ahnen, dass die Bagger bald anrücken

Bislang sind lediglich einige vorbereitende Arbeiten durchgeführt worden. Der eigentliche Baubeginn steht aber in den nächsten Tagen an. Die außergewöhnlichen Zustände werden planmäßig erst einmal bis Ende 2018 andauern.

Also: seien Sie bitte vorsichtig.

 

 

S6-Ausbau

Eine Informationstafel zeigt: Hier ist Rettungspunkt 5

S6-Ausbau

Unter der Bücke ist noch Ruhe vor dem Sturm.

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