18.07.2021: Ab in den Süden? Was macht eigentlich Familie Adebar?

Drei Störche während der Flugstunden-Pause

Um die Störche im Niddabogen ist es ruhig geworden. Vielleicht hat der Rad- und Fuß-feindliche neue Schotter dazu beitragen. Vor wenigen Tagen noch standen drei junge Störche in luftiger Höhe, schauten unsicher über den Rand des Storchenhorstes und übten im Nest kleine Sprünge. Jetzt, ein paar Tage später, ist der Storchenhorst häufig leer anzutreffen. Vermutlich absolvieren die drei jugendlichen Flugschüler nun Praxisstunden im Fliegen und Frösche jagen. Denn bis zum langen Flug gen Süden müssen sie sich wohl noch ordentlich Energie anfressen, damit die Reserven bis Spanien oder Portugal reichen. Auch die Adebar Air fliegt nicht ohne Treibstoff und ausschließlich mit Solarenergie. Schön, dass die Gattung Storch an der Wohnung im Niddatal so viel Gefallen gewonnen hat und ein bisschen ungezähmte Natur in die Stadt bringt. Und rechtzeitig zum Ferienbeginn ein bisschen Reisesehnsucht dazu. Wobei die Klapperstörche einen Vorteil genießen: Über Corona-Inzidenzzahlen müssen sie sich keine Gedanken machen.

Auf jeden Fall schon mal: Schöne Reise, wenn´s dann soweit ist. Und vielleicht bis zum nächsten Jahr.

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17.07.2021: Die DB und die verlegte Haltestelle am Berkersheimer Bahnhof – ist da noch was zu machen?

Bushaltestelle & provisorische Brücke, Modell 1980

Nachverhandeln mit der DB. Vielleicht kann der Ortsbeirat doch noch etwas rausholen. „Die Haltestelle kann da bleiben, wo sie ist“, hatte DB-Projektleiter Wolf-Dieter Tigges Mitte April in einem Interview mit der FNP mitgeteilt. Sechs Wochen später war das Versprechen vergessen und die Haltestelle für den 25er Bus etwa 150 Meter weiter nördlich geplant. „Das sind doch nuuur 150 Meter“ beschwichtigt der schwergewichtige DB-Projektleiter und rollt mit den Augen. Klar. Er muss sie ja auch nicht zwei Mal täglich hinter sich bringen auf dem Weg zur oder von der Arbeit. Dafür hat er sein Firmenfahrzeug. Nun mag er aber auch nicht an seine veränderte Zusage erinnert werden und verspricht gleich zu Beginn des Gesprächs prophylaktisch, wer ihn provoziert, ziehe immer den Kürzeren. Das hellt natürlich bei den anwesenden Ortsbeiräten an diesem wolkenverhangenen Vor-Ort-Termin die Stimmung schlagartig auf. Immerhin erwartet der DB-Projektleiter, dass die Ortsbeiräte die guten und schlechten Nachrichten der DB auch den Bürger*innen erfolgreich überbringen. Das mögen die Stadtteilpolitiker aber lieber vermeiden. Der Brauch, die Überbringer schlechter Nachrichten zu töten war lange Zeit recht beliebt, wird aber mittlerweile zum Glück auch in Harheim nicht mehr praktiziert. Förderlich für gute Beziehungen zu den Wähler*innen ist es aber auch nicht gerade. Die haben berechtigterweise schon ein paar Ansprüche an ihre Stadtteilvertreter.

Projektleiter Tigges kommt dann an der Stelle, an der bald zwei Gleise verlegt werden, schnell zur Sache. „Hier ist kein Platz, die Haltestelle kann da also nicht bleiben und muss verlegt werden“. Punkt. Der schwer beeindruckte Grüne Ortsbeirat zieht einen Plan aus seinem Fahrradkorb, der die geplante Omegabrücke samt Gleisanlagen zeigt. Er deutet auf den eingezeichneten vier Meter breiten Weg entlang den Schienen vom heutigen Bahnübergang bis zur Unterführung am Wiesengarten. „Wenn im Endzustand mit vier Meter Breite eine Zufahrt möglich ist, dann ist der Platz doch da, warum sollte das nicht gehen“ untersteht er sich, dreist zu fragen.

„Der Plan ist veraltet. Gilt nicht mehr“ erklärt Tigges trocken. Ende der Debatte. Der ebenfalls anwesende Vertreter des ASE (Amt für Straßenbau und Erschließung) kommentiert lediglich leise, dass er mehrfach vorgeschlagen hätte, die Haltestelle in Bahnsteignähe zu lassen, die DB habe aber immer abgelehnt. Warum? Achselzucken. Jetzt ist Schade, dass wieder mal aus dem Verkehrsdezernat niemand da ist, der die wehrlose DB gegen die übermächtigen Ortsbeiräte in Schutz nimmt.

so sieht die aktuelle Lösung aus. Aber bis jetzt sinds nur zwei Gleise.

Nun aber zu den guten Nachrichten. Der Behelfssteg, über den Fußgänger und Radfahrer über die Gleise oder auf den Bahnsteig kommen wird rechtzeitig gebaut. Dass die Unterführung am Wiesengarten zeitgleich mit der Schließung der Schranke rund ein Jahr geschlossen ist, ist etwas unschön, aber Fußgänger und Radfahrer kommen schon irgendwie über den Behelfssteg. Dafür hat man doch für die Fahrradfahrer*Innen an der Treppe eine schmale Schieberampe fürs Fahrradschieben angebaut. Wer sein Rad liebt, der schiebt eben. Blöd nur, wenn jemand runterschiebt und die Gegenseite hoch. Aber da kommt es sicherlich zu interessanten Speed dates. Rehabilitationsräder für mobilitätsbeschränkte Senioren sollen bitte gleich den nur wenige Kilometer längeren Weg über den Frankfurter Berg nehmen. Für Lastenräder gilt das gleiche. Lastenräder ….?! Auch so ein hipper Modetrend. Die Leute sollen doch lieber ordentlich Bus und Bahn fahren….

Noch ist der Bahnübergang manchmal offen.

Immerhin. Noch im April 2018 war an der Stelle zur Querung der Gleise nur eine einfache Holzkonstruktion vorgesehen. Und von Rails fürs Fahrradschieben oder gar Aufzügen war noch gar nicht die Rede. Man blickt in einen dunklen, vorzeitlichen Abgrund und ist froh. Denn es hätte alles noch viel schlimmer sein können.

Wie lange wird der Behelfssteg dort stehen? Darauf hat der Projektleiter eine klare Ansage: der Behelfssteg ist für eine 8-jährige Standzeit ausgelegt.

Da bleibt nur noch eine Frage offen. Spätestens nach diesen 8 Jahren muss der Behelfssteg durch eine Brückenkonstruktion für Fußgänger und Radfahrer ersetzt werden. Und die verfügt über eine barrierefreie Rampe. Könnte man den Bau nicht vorziehen oder braucht es dazu auch ein Planänderungsverfahren? Jens Müller vom ASE nickt zögernd. Eine Brücke für Fußgänger und Radfahrer? Könnte klappen. Genau in diesem Moment klart sich der Himmel für einen kurzen Moment auf.

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15.07.2021: Danke, Felix

immer für jeden Joke zu haben: Felix Priewe

Eine Statur wie ein Bär, Schuhgröße 47, listige, wache Äuglein, immer den Schalk im Nacken und ein freundliches Lächeln im Gesicht. Felix Priewe war Harheims erster Stadtteilbotschafter der Polytechnischen Gesellschaft. 2007 hatte er seine Projektidee für einen Jugendtreff in Harheim im Ortsbeirat vorgestellt. Wenn es die Alten und Erwachsenen schon nicht schaffen, da wollte er, der Noch-Jugendliche, selbst etwas für Harheims Kids und Youngsters tun. Völlig unbelastet von ideologischen oder parteilichen Begriffen und Einordnungen. Vorne in der ersten Reihe im Rampenlicht stehen, sich feiern lassen, das war wohl nicht so sein Ding. Er blieb lieber unter dem Radar der Aufmerksamkeit und irgendwie immer mit anderen Menschen zusammen. Und immer für andere Menschen da.

Felix hat´s nicht geschafft. Obwohl unglaublich viele Menschen weit über Harheim hinaus ihm die Daumen gedrückt, für ihn gesungen, an ihn gedacht, mit ihm gehofft und ihm Mut gemacht haben. Anfang der Woche hat Felix seinen schon gewonnen geglaubten Kampf gegen die tückische Krankheit doch verloren. Es bleiben die vielen schönen Erinnerungen. An einen wundervollen Menschen. Danke, Felix.

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13.07.2021: Bürgerhaus Harheim – Goldgrube oder Sanierungsfall?

Wie geht das mit dem Bürgerhaus Harheim weiter?

Wie geht das mit dem Bürgerhaus Harheim weiter? Auch die Ortsbeiratssitzung hat die Frage des Abends nicht klären können. Hauptsächlich, weil die ABG-Verantwortlichen, die über die Zukunft des Bürgerhauses in Harheim bestimmen, es offenbar für verzichtbar gehalten hatten, die Fragen der Bürger*innen zu beantworten. Bürgerhauspächter Ali Umran durfte oder wollte detailliert nicht über die Vertragsklauseln des Anschlussvertrages reden, versprühte angesichts der wenigen gesicherten Informationen über keinerlei Zuversicht, sondern malte ein düsteres, graues Bild der Bürgerhauszukunft. Die Räume werden nicht mehr durch ihn vermietet, sondern direkt über die scheinbar schwer erreichbare Saalbau. Schlimmer noch für ihn: Das Catering muss nicht mehr zwingend von Umran gebucht werden. Die Mieter der Bürgerhausräume können jeden beliebigen Caterer mit der Bewirtung beauftragen. Für Ali Umran und sein Team bleibt dann nur noch das Abräumen des Saales nach der Veranstaltung – selbst wenn er daran keinen Cent verdient. Eine Goldgrube für den langjährigen Bürgerhauspächter? Also eher nicht.

Aber auch wer im Harheimer Bürgerhaus einen Raum für eine Hochzeits-, Geburtstags-, Trauer- oder andere Feier buchen möchte, wird erschrecken. Die Clubräume 1 und 2 – das sind die vom Großen Saal mit einer Falt-Schiebe-Wand abtrennbaren Räume – wird es laut ABG aus Brandschutzgründen nicht mehr geben. Für z.B. Familienfeiern mit 60 bis 80 Gästen sind die Clubräume 3 und 4 zu klein. Dann bleibt nur noch der große Saal, der aber dann gleich entsprechend teuer ist. Von 1.160€ am Abend war die Rede. Zuzüglich Bestuhlung und Technik. Einzig für die Harheimer Vereine bedeuten die Änderungen in den Zuständigkeiten nur geringe Einschränkungen. Die bekommen die Räume immer noch zu ihrem subventionierten niedrigen Preis. Wo ist also das Problem?

Gehn da bald die Lichter aus?

Das Problem wird vielleicht erst sichtbar, wenn man die Puzzleteile anders anordnet. Da ist zunächst das Puzzlestückchen „Renovierungsbedarf“. Das Bürgerhaus aus dem Jahr 1974 ist doch etwas in die Jahre gekommen. Da winkt in der näheren Zukunft vielleicht irgendwann eine aufwändige Dachsanierung, eine neue Heizung oder eine gründliche Wärmedämmung. Klar, diese schnell sechsstelligen Beträge sind Investitionen in die Zukunft und wenn die Ertragsseite stimmt, rechnet sich das auch langfristig. Aber stimmt die Ertragsseite dauerhaft? Das ist das andere Puzzleteilchen.

Natürlich wird im Harheimer Bürgerhaus immer noch der Ortsbeirat tagen. Und wenn nicht im Clubraum 1+2, dann eben im großen Saal. Die höheren Kosten fließen für die Stadt Frankfurt letztlich von der Stadt zur stadteigenen ABG. Irgendwie ein positives buchhalterisches Nullsummenspiel.

Traditionsveranstaltung Harheimer Kerb im Bürgerhaus

Aber wird es in Harheim weiterhin genügend Veranstaltungen und Familienfeiern geben, die die hohen Raumpreise für den großen Saal gerne bezahlen, obwohl sie ihn vielleicht so groß gar nicht brauchen? Mindestens das könnte zweifelhaft sein. Dann werden die subventionierten Mietzahlungen der Vereine alleine für die ABG nicht dauerhaft reichen, um ein wirtschaftlich vertretbares Ergebnis zu erzielen. Dem fürs Catering zuständigen Pächter wird’s ebenso gehen. Und was dann?

Dann – so meinen einige erfahrene Frankfurt-Experten – wird mindestens die ABG am Ende gar nicht mal so unglücklich sein. Sie wird dann mit Bedauern mitteilen, dass ein defizitäres Bürgerhaus in Harheim aus wirtschaftlichen Gründen nicht weiter betrieben werden kann. Was dann tun mit einem leerstehenden Bürgerhaus mit Sanierungsstau auf einem großen Grundstück in einer attraktiven Wohnlage? Da werden dem städtischen Wohnungs- und Immobilienkonzern ABG Frankfurt Holding bestimmt ein paar interessante Ideen einfallen.

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12.07.2021: kostenloses WLAN auf dem Alten Kirchplatz in Harheim? Einfach abgelehnt!

WLAN Hotspot auf dem Alten Harheimer Kirchplatz? Wirds vorerst nicht geben.

Fechenheim will es haben, Riederwald und Seckbach will es haben, Nieder-Erlenbach will es haben, Bockenheim will es haben, Nordend will es haben, Nieder-Eschbach will es haben. Warum also dann nicht auch Harheim? Die Rede ist von „freies WLAN“. Also einen öffentlichen und kostenlosen Zugang zum Internet. Die neue CDU/SPD Mehrheit im Harheimer Ortsbeirat hatte schon vor der Kommunalwahl versprochen, sich für „freies WLAN auf dem Harheimer Kirchplatz“ stark zu machen. „Harheim verbinden“ war das Motto der Sozialdemokraten. Also wurde gleich noch der Standort Verwaltungsstelle und Bürgerhaus draufgepackt und der Antrag in der ersten Sitzung war fertig.

Dumm nur, dass „freies WLAN“ eigentlich gar nicht kostenlos ist. Es ist nur für die Benutzer*innen gratis. Die Kosten der Einrichtung und des Betriebs soll in der Idee einfach jemand anderes übernehmen. Und in diesem Falle ist es „die Stadt Frankfurt“. Schließlich hat die Geld für alles mögliche, weshalb kann die nicht allen Bürger*innen einen öffentlichen WLAN-Anschluss sponsern.

„Kostet zu viel!“. Genau aus diesem Grunde hatte der Magistrat seit Jahren das „kostenlose, freie“ WLAN für Nordend und Bockenheim, für Fechenheim, Riederwald, Seckbach, Nieder-Erlenbach und Nieder-Eschbach abgelehnt. Völlig  überraschend  ist nun auch dem Antrag aus Harheim das gleiche Schicksal beschieden worden. „WLAN-Installationen im öffentlichen Raum sind seitens des Magistrats aus wirtschaftlichen Gründen nicht vorgesehen. Es wird auf die Angebote der kommerziellen Telekommunikationsanbieter verwiesen“.

Was nun tun mit dem abgelehnten Antrag? Nochmal stellen?


Fakten
Stellungnahme des Magistrats ST1292 vom 25.06.2021

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