16.11.2017: Ausbau der S-Bahnstrecke – Die Bauarbeiten beginnen.

S6

Die Bauarbeiten an der S6 beginnen.

Vermessungstechniker, Kleintransporter, Autos aus dem Westerwald. Viel mehr Verkehr als normal zwischen Harheim und Berkersheim auf der einspurigen Straße, die eigentlich – neben Fussgängern und Radfahrern – nur für Kleinbusse und den landwirtschaftlichen Verkehr zugelassen ist. Oben an der S-Bahn-Haltestelle queren große Bagger und Baufahrzeuge und bereiten den Untergrund vielleicht für Container vor. Oder als Lagerplatz. Die Bauarbeiten haben begonnen. Auf dem Acker etwas weiter unten ist ein Teil der Fläche neben dem Verbindungsweg mit Begrenzungssteinen abmarkiert worden. Es sieht so aus, als ob dort Ausweichmöglichkeiten oder Haltemöglichkeiten für LKWs geschaffen werden.  Die Idylle im Niddatal wird bald enden.

Ortsbeiräte und Bürger sind indes noch irritiert. War nicht die Rede davon, dass die Niddabrücke erst noch ertüchtigt werden müsse, ehe der Bauverkehr darüber fährt?  Und wo werden die Kleinbusse halten und die Fahrgäste zum Umsteigen in die S6 aussteigen lassen? Wo werden sie wenden?

Neben den Behinderungen durch den Bauverkehr klagen allerdings vermehrt in den letzten Tagen und Wochen die Fahrgäste der S6. Zu viele Züge wären verspätet, etliche würden ganz ausfallen. Die betroffenen Fahrgäste würden keinerlei Information bekommen, ob es Ersatzverkehr gäbe und wo.

Die Deutsche Bahn hatte vor wenigen Tagen beteuert, die aktuellen Ausfälle und Verspätungen hätten nichts mit dem Ausbau zu tun. Schön. Aber da mag man sich schon gar nicht mehr vorstellen, wie das erst wird, wenn auch noch die Arbeiten an den Gleisen beginnen…..

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09.11.2017: Rückschnitt an Weiden an der Nidda – Pflege oder Verstümmelung?

Die Weide an der Nidda

Verstümmelt oder gepflegt?

Klaus H, Harheimer seit den Siebzigerjahren war entrüstet. „Das kann doch nicht wahr sein. Die haben die Bäume an der Nidda schon wieder abgeholzt oder brutal zurückgeschnitten. Wer ist dafür verantwortlich?“ Tatsächlich waren im Oktober eine ganze Reihe von Bäumen im Mündungsbereich des Eschbachs am Ufer der Nidda drastisch zurückgeschnitten. Und das kommt bei vielen Harheimern gar nicht gut an. Für die sind Bäume noch ein richtig wertvoller Faktor einer gesunden Natur.

Wer für den Rückschnitt verantwortlich ist, das ist nicht leicht zu klären. Je nachdem, wo ein Baum steht, kann er im Einflussbereichs des Grünflächenamtes stehen, oder der Stadtentwässerung Frankfurt oder aber der Wasserverband Nidda in Friedberg ist für den Baum und dessen Wohlergehen verantwortlich, nur ist dessen eigentliche Aufgabe der Schutz des Gewässers. Tatsächlich steht auch für Harheimer Ortsbeiräte der „Wasserverband Nidda“ schnell unter Verdacht, die Säge nicht von den Bäumen lassen zu können. Denn während das Grünflächenamt Frankfurt über jeden Baum, der gefällt werden soll, den zuständigen Ortsvorsteher informiert, haben sich die Wasserschützer in Friedberg mit Informationen über Fällungen oder Rückschnitte in der Vergangenheit ausgesprochen zugeknöpft gezeigt.

Auch beim aktuellen Fall der zurückgeschnittenen Weiden beteuerten alle in Frage kommenden Akteure schulterzuckend, dass sie dort mit der Säge zugange gewesen wären. Aber wer war es dann?

Beim spontanen Besichtigungstermin am regnerischen Donnerstagmorgen kommt dann doch überraschend Licht ins Dunkel. Ein freundlicher Herr in Arbeitskleidung eines Gartenarbeiters stellt sich vor als der zuständige Betrieb für Pflege und Fällungen für den Wasserverband Nidda. Er habe ein paar wenige Bäume an der Nidda auf Harheimer Gebiet zurückgeschnitten, weil die Gefahr gedroht habe, dass die Kopfweiden aufgrund ihres eigenen Gewichts von oben bis unten aufreißen und danach gar nicht mehr zu retten sind. Fachkundig und ruhig erklärt er den anwesenden Harheimern, den Vertretern der SEF und dem Ortsbeirat, dass der drastische Rückschnitt der Weide überhaupt nichts ausmache. Im Gegenteil. Im Frühjahr wachse die Weide innerhalb weniger Wochen wieder zu ihrer alten Größe heran. Nur, dass es keine Information über den Rückschnitt gegeben habe, das nehme er bedauernd auf die eigene Kappe.

Bei den anwesenden Bürgern und Vertreter der SEF können nicht alle Zweifel völlig ausgeräumt werden. Dennoch findet sich immerhin der Konsens, in Zukunft etwas enger zu kooperieren und zu informieren.

„Na, dann hoffen wir mal …..“ sagt Klaus H. und regt bei der Vertreterin der SEF gleich mal an, doch noch ein paar weitere Weiden im Uferbereich nachzupflanzen.

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03.11.2017 Sport vereint! SG-Harheim und Ahmadiyya-Gemeinde gemeinsam gegen Rassismus

Sport vereint

Sport vereint

Der Fussballplatz der Sportanlage ist vom Flutlicht erleuchtet. Als der Prediger vor dem Spiel Verse aus dem Koran rezitiert und singt, sind alle Spieler und die Gäste respektvoll still. Für die Spieler der SG Harheim ist das bestimmt ein exotisch ungewohnter Moment. Was jetzt wohl die muslimischen Spieler der Ahmadiyya-Gemeinde sagen würden, wenn Pfarrer Minh Dinh um die Ecke käme, und ein paar Verse aus dem Neuen Testament beisteuern würde. Pfarrer Minh Dinh ist aber nicht da, und so begrüßt Ortsvorsteher Dr. Frank Immel die Gäste aus dem nahen morgenländischen Bonames. Zwar nicht mit Worten aus dem Neuen Testament, aber vielleicht trotzdem mit einem wichtigen Anliegen. Nämlich dem Zeichen setzen gegen Rassismus.

Schließlich ist es den Kindern in den Bambini-Mannschaften egal, ob die Kicker in ihrem Team christlich, jüdisch oder muslimisch sind. Die Vorbehalte gegen anders aussehende oder anders sprechende Menschen werden erlernt. Von Älteren oder von den Eltern. Darüber sind sich alle Anwesenden einig.

SG Harheim

Freundschaftsspiel zwischen Ahmadiyya und SG Harheim beginnt.

Auch wenn nur wenige Zuschauer sich an diesem Abend zum Freundschaftsspiel auf den Sportplatz verirrt haben, auch wenn der SG-Präsident traurig und frustriert darüber ist, dass sich keine Promis oder Stadtverordnete haben blicken lassen, genausowenig wie Berichterstatter von Funk oder Presse. Die Aktion der SG Harheim hat an diesem Abend bei allen Spielern und Anwesenden dazu geführt, sich ein wenig auf andere Menschen, auf Muslime einzulassen und dabei vielleicht auch zu spüren, dass diese Menschen gar nicht so anders sind. Sie spielen ebenso gut Fußball, reden über die gleichen Alltagsthemen, haben vielleicht die gleichen Sorgen. Im gemeinsamen Spiel, beim gemeinsamen Feiern danach löst sich ein bisschen Alltagsrassismus auf und verflüchtigt sich.

Die beiden Mannschaften stehen nach einem sehenswerten und fairen Spiel noch zusammen. Die einen haben eher Bier in der Hand, die anderen Tee oder Kaffee. Endstand 4:4. Zwei Siegermannschaften also. Gut gemacht, SG!

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01.11.2017: Staatsgeheimnis! Die Pläne zum Berkersheimer Bahnhof bleiben unter Verschluss

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Berkersheimer Bahnhof

Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) will die Pläne zum Berkersheimer Bahnhof geheimhalten. Der Ortsbeirat Harheim hatte gefordert, dass die von der DB Netz AG im Jahr 2016 erstellten Entwurfspläne samt Varianten endlich unverzüglich den Ortsbeiräten zur Beratung zur Verfügung gestellt werden. Aber so viel Transparenz und Demokratie ist beim SPD-Dezernenten offenbar nicht vorgesehen. Der Magistrat befinde sich noch in Abstimmung mit der DB Netz AG und sobald eine Lösung vorliegt, würde der Magistrat berichten. Die Nachricht, die sich zwischen den Zeilen verbirgt: Der Magistrat wird alleine entscheiden. Die Meinung und Anregungen der betroffenen Ortsbeiräte sind weder gewünscht noch gewollt. Den Stadtteilbeiräten wird die Entscheidung des Magistrats lediglich irgendwann mitgeteilt.

Wozu sind eigentlich überhaupt noch Ortsbeiräte da?

Der Ausbau der S6-Bahnlinie auf vier Gleise rückt näher und näher. Die Frage bleibt weiter offen, wie die Harheimer zum Bahnsteig am Berkersheimer Bahnhof kommen oder wie sie mit Bus, Fahrrad oder auch zu Fuß die Schienen überqueren können. Nachdem die ursprünglich geplante Unterführung zu teuer wird, hatte schon 2014 das Verkehrsdezernat informiert, dass da nun eher eine Brücke gebaut werden würde. Der Harheimer Ortsbeirat forderte bisher in mehreren Anträgen, dass die Haltestelle für den Zubringerbus nicht weiter als 100 Meter vom Bahnsteig entfernt sein dürfe und dass der Radverkehr zwischen Harheim und Berkersheim weder eingeschränkt und behindert werden solle. Tatsächlich wurden diese Anregungen offenbar auch an die DB weitergeleitet und in die Pläne eingearbeitet.

Allerdings scheint weder Magistrat noch Verkehrsdezernent Lust dazu zu haben, sich mit der Sachlage zu beschäftigen. Derweil läuft den Harheimern die Zeit davon. Spätestens mit Baubeginn an den Gleisen wird die Überquerung der Eisenbahnlinie nicht mehr ohne weiteres möglich sein. Wo der Bus hält und die Fahrgäste die Wanderung zur S-Bahn beginnen weiß auch niemand. Vielleicht alles wieder gut, wenn die zusätzlichen Gleise eingebaut sind? Nein. Leider nicht. Bei vier Gleisen ist ein schienengleicher Übergang mit Bahnschranke nicht zulässig. Der Bahnübergang muss dauerhaft geschlossen werden. Wenigstens für die Fußgänger ist Hoffnung in Sicht. Die 25 Jahre alte „provisorische“ Holzbrücke wird verlängert, damit man auf die andere Seite der Gleise kommen kann. Für Menschen mit Fahrrad oder mit Kinderwagen und für Ältere mit Gehbehinderungen wird dann der Berkersheimer Bahnhof zum Problem. Diese Verkehrsteilnehmer sollten der Einfachheit halber dann aufs Auto umsteigen. Dank dem SPD-Verkehrsdezernenten Klaus Oesterling.

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20.10.2017: Jetzt doch! LKW-Verkehr für den Bahnausbau wird durch Harheim geführt.

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Großbaustelle Bahnausbau. Die LKWs werden durch Harheim fahren.

„Für den Bauverkehr an der S6 wird eine eigene Ausfahrt an der B3 gemacht. LKW-Verkehr durch Harheim wird es nur im Ausnahmefall geben“. Gerade fünf Monate ist es her, da wurden das den Harheimer Ortsbeiräten von Vertretern der Deutschen Bahn so gesagt. Erleichterung bei den Stadtteilpolitikern. Die Befürchtung, dass der Weg hoch zur S-Bahn nach Berkersheim für Fahrgäste, aber auch für Fahrradfahrer und Fussgänger über Jahre hinweg nicht mehr nutzbar ist, schien zerstreut zu sein.

Die Grünen im Ortsbeirat wollten das genau wissen und bestätigt haben. Deswegen forderten sie in einem Antrag den Magistrat der Stadt Frankfurt auf, die Öffnung der Zufahrt für den Baustellenverkehr durch Harheim zu verhindern. Die Antwort ist ernüchternd:

„Das planfestgestellte Baulogistikkonzept der DB Netz AG sieht die Zufahrt zur Baustelle über Harheim und somit über die Niddabrücke vor“.

Jetzt sehen wir klar. Das bedeutet: schon von Anfang an war geplant, dass der Schwerlastverkehr zur Baustelle durch Harheim und über die Niddabrücke geführt wird. Man hat es nur den Bürgern und den Ortsbeiräten nicht unbedingt sagen wollen.

Gleichzeitig ergeben die verschiedenen Bautätigkeiten und Planungen nun eben doch wieder einen Sinn. Weshalb wird der Fahrradweg links der Nidda bis zur Homburger Landstraße renoviert, obwohl der Weg alles andere als marode war? Vieles spricht dafür, dass die Radfahrer während der Bauzeit – ob sie wollen oder nicht – eben andere Wege zum Berkersheimer Bahnhof oder nach Preungesheim finden müssen. Und die Ertüchtigung der Niddabrücke, die schon vor etwa vier Jahren im Gespräch war? Wegen den Kleinbussen bräuchte es diese Ertüchtigung nicht. Aber wegen den schweren LKWs zur Baustelle braucht man sie.

Das Fazit ist natürlich frustrierend. Harheim wird während der Bauphase mit Schwerverkehr belastet und gleichzeitig werden die Verkehrswege für Fussgänger und Radfahrer sowohl zur S-Bahn wie auch zur Innenstadt eingeschränkt.

Da bleibt noch die für Harheim bedeutsame Frage, wie nach dem Ausbau auf vier Gleise die Harheimer Bürgerinnen und Bürger nach Berkersheim kommen und die Schienen kreuzen können. Das ist jetzt schade. Dazu hat weder der Verkehrsdezernent noch der Magistrat, aber auch nicht die DB Zeit, sich drum zu kümmern.

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