13.05.2019 Fußgänger auf Gehwegen schützen? Was ist eigentlich so schwer daran?

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Verboten: Parken auf dem Gehweg.

Halb Harheim war glücklich, als beim Comet in Alt-Harheim die gelb-rote Postagentur eingezogen war. Endlich wieder ein nettes Lädchen wo man nicht nur schnell einen Kaffee kriegen kann, sondern nebenbei noch ein Paket verschicken, einen Einschreibebrief aufgeben oder ein paar Worte mit freundlichen Nachbarn tauschen kann. Weniger glücklich waren aber die Mitbürger, die lediglich zu Fuß gegenüber vom Comet von A nach B laufen wollten, dort aber auf dem Gehweg fett und breit ein egoistischer Mitbürger sein Auto abgestellt hatte, um mal eben kurz einen Kaffee holen zu gehen. Betroffen dabei auch eine ganze Reihe Schulkinder. Denn dieses Stück Weg ist nun mal offizieller Schulweg. Während also das Halteverbotsschild drohend aber gut sichtbar vom Pfahl auf den ignoranten KfZ-Täter herunterschaute, mussten sich die zu Fuß fortbewegenden grossen und kleinen Menschen vorsichtig in die Straße tasten, um ohne vom Bus oder anderen Fahrzeugen überfahren zu werden lebend die andere Straßenseite zu erreichen. Besonders Eltern mit Kinderwagen übten dort schon mal für die nächste Hindernisrallye.

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Verboten: Im Halteverbot und zusätzlich auf dem Gehweg. Die Fußgänger können ja auf die Straße ausweichen….

Was könnte man dort also machen? Der Ortsbeirat hatte eine ganze Reihe von Ideen dazu, die aber alle abgelehnt worden waren. Mit einer Ausnahme. Der Vorschlag der GRÜNEN, den Gehweg mit Pollern zu sichern fand der Magistrat von der Idee her gut. Aber anstelle von Pollern kündigte der Magistrat an, dort zwei Stahlabweiser zu installieren.

Soweit so gut. Über die Entscheidung des Magistrats freuten sich alle Betroffenen. Aber dann war nichts mehr passiert. Wo bleiben die Stahlabweiser? Was ist so schwierig daran, die zu montieren, zumal weder die Straße noch der Gehweg aufgebaggert oder verändert werden müsste und die Frostsaison ist schon lange vorbei. Jetzt hat der Ortsbeirat schon einmal eine positive Antwort und die Zusage, aber dann wird nicht umgesetzt, was die Politik beschließt?

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Wofür ist dieses Schild nur aufgestellt worden?

Nun also zweiter Aufguss. Die Grünen haben nun per Anfrage vom Magistrat eine Antwort erbeten, wann denn mit den zwei Stahlabweisern zu rechnen ist. Aber vielleicht muss ja erst noch der Berliner Flughafen fertiggestellt werden.

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26.04.2018: Klima schützen. Umwelt schonen. Dreist gelogen. Deutsche Bahn

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Jens, Fa. Morschhäuser nimmt das Handy vom Ohr: „Was geht das Sie denn an, ob ich meinen Motor laufen lasse.“

Ja, natürlich. Güter gehören auf die Bahn, weil sie nur dort ressourcenschonend und ökologisch transportiert werden können. Und – logisch –  die Deutsche Bahn packt den Umweltschutz ganzheitlich an und versteht Umwelt und Klimaschutz als eine 360° Aufgabe. Jedenfalls wenn man dem bla bla der deutschen Bahn und deren Lobbyunterstützer Vertrauen und Glauben schenkt. Und dann kommen wir einmal zu den Daten und Fakten. Und spätestens jetzt gehen die Lichter aus.

Seit 30 Jahren plant die DB den Ausbau der Main-Weser-Bahn auf vier Gleise. Mit im Paket: natürlich werden die Baumaterialien über die Schiene angeliefert, weil das ja öko ist. Die Realität sieht leider anders aus. Der Transport über die Schiene ist der Bahn zu aufwändig und zu kompliziert. Deswegen sollen die Güter von allen anderen Firmen auf der Schiene transportiert werden, aber eben nicht die der Bahn. Die transportiert die Deutsche Bahn ganz herkömmlich mit LKWs. 200 LKWs mit leistungsstarken Dieselmotoren werden dafür täglich die Harheimer Luft mit ihren Stickoxiden anreichern. Während man noch berät, ob man die Fahrverbote für Diesel-PKW in Frankfurt tatsächlich verhindern kann, um die Stickoxid-Grenzwerte halten zu können, bläst ausgerechnet der Öko-Musterbetrieb Deutsche Bahn unter dem Beifall Grüner Politiker giftige Stickoxide in Wohnvierteln wie Harheim in die Luft.

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Jürgen, Fa. Sonntag. Kein Kommentar

Aber damit nicht genug. Nahezu täglich kann man miterleben, dass die LKWs am Bahnübergang Berkersheimer Bahnhof bei geschlossener Schranke ihre Dieselmotoren munter weiterlaufen lassen, anstelle sie während der mehrminütigen Wartezeit, in der die Schranken unten sind, einfach per Knopfdruck auszustellen. Anscheinend gilt für die Fahrer, die für die DB unterwegs sind, die Straßenverkehrsordnung und die Umweltgesetzgebung nicht, die das unnötige Laufenlassen eines Motors verbietet. So wie zum Beispiel am Dienstag, 23.4.2019. Und der DB ist das im Übrigen auch völlig gleichgültig. Die für das Großprojekt zuständigen Mitarbeiter der DB-Netze waschen ihre Hände in Unschuld und zucken mit den Schultern. Damit hat die Deutsche Bahn nichts zu tun, das ist Sache der beauftragten Bauunternehmen.

Klima schützen, Umwelt schonen. Dreist gelogen. Deutsche Bahn

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07.04.2019 Von Wein, Weib & Gesang bis zum aufgegangenen Mond. Der MVH bläst sich spielend durch mehrere Jahrhunderte.

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Macht aus Blech Musik: der Musikverein Harheim.

Diesmal hat es der Harheimer Musikverein MVH wirklich allen recht gemacht. Vom Radetzky-Marsch bis zu Caribbean Variation hat das Harheimer Starorchester spielend mehrere Jahrhunderte unter einen Hut gespielt und sich gleichzeitig doch auf nur drei Komponisten beschränkt. Nämlich auf Johann Strauß, Johann Strauß, Dizzy Stratford, Ron Sebregts, Tony Jabovsky und Jacob de Haan. Und sie sehen gleich, die Sache wird offenbar etwas kompliziert. Aber Stammgäste bei den Konzerten des MVH wissen, dass dank der Moderation von Jürgen Groh zwischen der Musik immer noch ausreichend Platz für den einen oder anderen Parforceritt durch die Musikgeschichte bleibt. Es gibt komplizierterweise gleich zwei bekannte Komponisten mit dem Namen Johann Strauß. Zum einen den 1804 geborenen Johann Baptist Strauss, der – um die Sträuße auseinander zu halten – das Label „Johann Strauss Vater“ erhalten hat. Und zum anderen den 1825 geborenen Johann Baptist Strauss, für den dann logischerweise die Rolle des Sohns übrig bleibt. Musiker kommen eben viel rum und gehen den Gelegenheiten, Nachkommen in die Welt zu setzen, offenbar nicht mutwillig aus dem Weg. Was sich auch an den Lebensläufen beider ablesen lässt. Nichts anbrennen zu lassen scheint irgendwie in der Familie zu liegen. Aber egal. Den weltbekannten Radetzky-Marsch jedenfalls Johann Strauss Vater komponiert. Wein, Weib und Gesang war dagegen Sache des Sohnes.

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Brassbands gab es schon im 19. Jahrhundert. Damals hiess es noch Blasorchester.

Und die anderen Komponisten? Die Namen Dizzy Stratford, Ron Sebregts und Tony Jabovsky sind Künstlernamen des 1959 geborenen Jacob de Haan, der einzige der drei Komponisten übrigens, der immer noch kreativ musikalisch aktiv ist. Während also die typische dicke Backen Marschmusik die eine Hälfte im Großen Saal des Bürgerhauses veranlasste, sich durch Mitklatschen bemerkbar zu machen, hatte die andere Hälfte bei den Jacob de Haanschen Stücken Mühe, ruhig auf den Stühlen sitzen zu bleiben, da die Füße immer weiter wippen wollten. „Der Mond ist aufgegangen“ sollte das Konzert ruhig auslaufen lassen. Aber selbst als der Mond musikalisch schon längst voll am Himmel stand und die Musiker*innen des MVH bereits die zweite Zugabe geblasen hatten, wollte die Zuhörerschaft eigentlich gar nicht nach Hause, sondern lieber noch eine dritte, vierte und fünfte Zugabe. Jetzt müssen sie aber warten bis zum nächsten Jahr. Wie soll man nur die lange Zeit überbrücken? Auch dafür hatte der MVH einen Vorschlag: einfach aktiv mitspielen.
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Mindestens der Dirigent Gergö Nagy liefert solide Handarbeit ab.

 

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01.04.2019 Artistik am Hochseil – Weltweit einzige Flowerhighpower-Seiltanznummer bei Zirkus Delmonde in Harheim.

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Das dünne Kabel ist fast nicht zu sehen, über das die Seiltänzerin tänzeln wird

Von weitem sehen die bunten Zelte bei Harheim bescheiden und klein aus. Dabei hat es der kleine Zirkus aber artistisch faustdick in den Füssen. Die Artistenfamilie zeigt am Montag erstmals eine weltweit einzigartige Seiltanznummer. Dabei wird eine junge Seiltänzerin über ein dünnes, von unten fast nicht sichtbares Stromkabel in luftiger Höhe tänzeln, das eigens über den Harheimer Weg gespannt wurde. Die Tänzerin auf dem Seil wird in Erinnerung an die Flowerpower-Zeit vor 50 Jahren lediglich in Blüten gekleidet Blumen auf die Zuschauer herunter regnen lassen und wenn alles wie geplant klappen wird, werden die speziellen leitfähigen Schuhe auf dem Kabel magnetische Induktionen hervorrufen, die zusätzlich deutlich sichtbare Funken

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Selbst der Knoten ist Kunst. Das Kabel ist künstlerisch im Japanischen Shibari-Stil am Baum befestigt

versprühen werden. Die Sache sei nicht ganz ungefährlich, verrät der Pressesprecher des Unterhaltungsunternehmens, aber er habe großes Vertrauen in das Talent der jungen Artistin, die schon bedeutende internationale Nachwuchspreise errungen hätte. Einzig einsetzender Regen könnte die Vorführung verhindern, da dann das Seil zu rutschig sei und die ganze Nummer wegen der elektrischen Spannung zu gefährlich würde. Zumal wegen dem üblichen Verkehr auf dem Harheimer Weg unter dem Stromkabel kein Sicherheitsnetz gespannt werden kann. Bei einem erfolgreichen und unfallfreien Verlauf wird die Seiltanznummer in das reguläre Zirkusprogramm aufgenommen und kann dann ab dem 4. April in jeder Vorführung bestaunt werden.

Sieht zwar wackelig aus, hält aber garantiert bombenfest.

In Harheim wird die sensationelle Nummer weltweit erstmals vor Publikum gezeigt und die Harheimer Bevölkerung ist gerne eingeladen die Premiere und Generalprobe am Montag nachmittag um 17 Uhr live mitzuerleben. Stattfinden wird die Vorführung über dem Harheimer Weg, von der Kreuzung am Friedhof Richtung Bonames an der dritten Straßenlaterne. Der Eintritt ist frei.

 

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Hier ist das Ziel: der Baum auf der anderen Straßenseite.

 

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29.03.2019 Die Stadt, der Müll und die FES

Mülltonnen

Die kleine Mülltonne in der Fuchskaut möchte gerne geleert werden.

Rainer Werner Fassbinders Schauspiel „Der Müll, die Stadt und der Tod“ hatte in Frankfurt vor 32 Jahren für einen handfesten Skandal und eine Reihe von einstweiligen Verfügungen und anderem höchstrichterlich beschriebenem Papier gesorgt. Nun scheint sich ein neues Drama mit ähnlichem Titel ausgerechnet im beschaulichen Harheim zu entwickeln und zwar in der kleinen Anliegerstraße In der Fuchskaut. Der Anlass ist dabei banal. Die Mülltonnen werden nicht mehr geleert, weil … nun ja, weil eben. Weil Müllfahrzeuge nicht mehr rückwärtsfahren dürfen, weil die Fuchskaut zu schmal für die Leerungs LKWs ist, weil die FFR – eine Tochterfirma der FES – nicht die Tonnen vor an die Straße gerollt hat, weil es die Anwohner auch nicht gemacht haben. Eine ansehnliche Palette von guten Gründen haben die Fuchskautbewohner bei ihren Nachfragen bei der FES als Antwort bekommen. Die Tonnen werden indes immer noch nicht regelmäßig geleert, auch wenn die Anlieger ihre Müllgebühren immer rechtzeitig bezahlt haben. Nun scheint sich eine Vermutung zu bestätigten, nämlich dass die betroffenen Bürger unfreiwillig an einem großen FES-Feldversuch teilnehmen. Weil nämlich durch rückwärtsfahrende Müllfahrzeuge jedes Jahr Menschen verunfallen, will die FES die Gefahr so minimieren, dass die Hausmüll und Sperrmüll abholenden Müllfahrzeuge nur noch vorwärts fahren. Für die Fuchskaut muss allerdings noch erfunden werden, wie das da gehen soll. Denn dort kommen die vorwärts einfahrenden Müllfahrzeuge nicht um die engen Kurven. Die FES hatte deshalb geplant, dass am Leerungstag die Tonne vormittags bis an den breiten Teil der Fuchskaut gerollt wird und nachdem das vorwärts fahrende Müllauto die Tonnen geleert hat, werden die leeren Tonnen am Nachmittag wieder zurückgerollt. Offen ist allerdings noch das Problem mit dem Sperrmüll. Die FES hatte dazu bekanntgegeben, dass es sich mit dem morgendlichen Tonnenrollen nur um eine Übergangslösung handeln kann. Die Kosten dafür trägt – nach Auskunft der FES – die Stadt Frankfurt. Für die Bürger entstehen keine zusätzlichen Kosten. Jedenfalls nicht unmittelbar. Auf Dauer wird die Stadt Frankfurt genauso wenig wie die FES so großzügig sein, die Abfallbeseitigung auch nur teilweise selbst zu bezahlen. Die Gesamtkosten der Müllbeseitigung wird irgendwann auf die Bürger verteilt werden müssen.

Aber immerhin freuen sich bestimmt die Harheimer Anwohnerinnen in der Fuchskaut, wenn bis dahin die reguläre Müllbeseitigung wieder regelmäßig klappt.

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