07.10.2022 Unser täglich Brot gib uns heute. Braucht Harheim einen weiteren Supermarkt?

Harheims Versorger für den täglichen Bedarf: der Netto.

Die Meinung der Harheimer*innen zum Netto-Markt sind geteilt. Die einen finden, der kleine Markt bietet trotz etwas abgespeckten Angebots alles an, was man so zum täglichen Leben braucht, die anderen dagegen vermissen ihre Lieblingsbutter oder das alkofreie Bier ihrer favorisierten Brauerei. Neben dem Netto gibts aber für die Hungrigen und Durstigen in Harheim auch noch eine Bäckerei und zwei Metzgereien. In erreichbarer Nähe laden zusätzlich drei auf frisches Obst und Gemüse ausgerichtete Hofläden zum Shopping ein. Bei denen werden viele Produkte von  regionalen Erzeugern angeboten und zudem sogar auch umweltfreundlich unverpackt. Brauchen wir da wirklich noch neben dem Netto einen weiteren Markt, der auf ungefähr  der doppelten Fläche zum Teil die gleichen und zum Teil andere Waren für den täglichen Bedarf anbietet?

Schaut man ein wenig über den Harheimer Tellerrand hinaus findet man schnell, dass in den Nachbargemeinden und Stadtteilen eine lange Reihe weiterer Einkaufsmöglichkeiten bestehen. Ob Rewe, Aldi, Lidl, Edeka, Tegut, Penny, DM oder Rossmann, die sind alle mit Rad, Bus oder Auto in etwa 15 Minuten erreichbar für den wöchentlichen Großeinkauf und für die Produkte, die beim Harheimer Netto vielleicht nicht im Regal stehn. Brauchen wir also wirklich einen weiteren Markt in Harheim?

Sicher, die Anzahl der Produkte ist in solchen Märkten in den letzten zwanzig Jahren erheblich angewachsen. Gab es früher neben der Vollmilch noch die fettarme Milch zur Auswahl, sind in den Regalen eines modernen Verbrauchermarktes heute oft über ein Dutzend verschiedener Milchprodukte aufgestapelt und warten auf die Käufer*innen, für die das größere Warenangebot zum Lebensstandard gehört. Bequemer und einfacher wäre das vielleicht schon, wenn man für die richtige Nagelfeile oder den seltenen Vodka aus Schweden nicht noch ein paar Kilometer fahren müsste.

Einkaufsmarkt statt Ackerland?

Der Haken an der Geschichte: Umwelt und Klima
Leider hat die Planung eines solchen Marktes einen ziemlichen Haken. Die notwendige ca. 8.000-12.000 Quadratmeter Fläche steht in Harheim in einem Mischgebiet oder Gewerbegebiet nicht zur Verfügung. Daher wollen die Investoren am Liebsten auf billigem Ackerland bauen, weil – so rechnet sich die Sache gut. Nun redet seit Jahren die Hessische Landesregierung davon, dass Flächenversiegelung und Flächenverbrauch dringend gestoppt werden muss. Nicht nur in Brasilien, sondern auch bei uns, vor Ort. Auf diesen Ackerflächen entsteht im Sommer Kaltluft, die unmittelbar im Umfeld bis nach Frankfurt hinein für Kühlung sorgt, und in den heißen Sommern den überhitzten Wohnungen Linderung verschafft. Erst in diesem Jahr hat der Sommer neue Hitzerekorde erreicht. Auch die Extremwetterereignisse,  hängen mit dem Verlust von Grünfläche zusammen, denn auf versiegelten Flächen fließt Wasser zu schnell ab. Über Strategien gegen den Klimawandel redet die Politik seit Jahren. Praktische Ergebnisse bleiben bislang noch aus. Können wir tatsächlich immer wieder fordern, dass der Flächenverbrauch auf Netto Null runtergefahren wird und gleichzeitig wollen wir aber für solche Konsumtempel erst mal eine Ausnahme machen? Immerhin kommt die Kaltluft, die auf den Feldern um Harheim entsteht, zuallererst auch dem Harheimer Wohnklima zugute.

Nun lautet die Frage nicht mehr: Brauchen wir das? Die Frage lautet nun: Können wir das mit den zu erwartenden Nebenwirkungen tatsächlich verantworten?

Ein weiterer Supermarkt in Harheim – ja oder nein?
Mit dieser Frage wird sich der Ortsbeirat Harheim in der nächsten Sitzung beschäftigen.

Die nächste Sitzung ist am Montag, 10. Oktober 2022 um 20 Uhr im Bürgerhaus Harheim.

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Eine Antwort zu 07.10.2022 Unser täglich Brot gib uns heute. Braucht Harheim einen weiteren Supermarkt?

  1. Heike Schmelzer schreibt:

    Ich finde nicht, dass es noch einen Supermarkt in Harheim braucht. Schon gar nicht zu Lasten guten Ackerlandes. Man kann auch Mal ein paar Minuten Fahrrad-, Bus- oder Autofahrt in Kauf nehmen um nach Nieder-Erlenbach zu fahren. Ein weiteren Supermarkt ist absolut unnötig. Warum unsere schönen Harheimer Felder zupflastern für ein bisschen mehr Faulheit und Bequemlichkeit?

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